Edle Binder und klassische Krawatten in Sprichwörtern
„Ein Mann muss keine Krawatte tragen, um elegant auszusehen. Sie ist nicht mehr als ein dekoratives Detail“, wusste einst schon Giorgio Armani. Im psychologischen Sprachgebrauch sieht die Sache jedoch ganz anders aus. Die Krawatte gilt hier als Symbol von männlicher Seriosität, oft gepaart mit Spießbürgertum. Und kaum ein anderes männliches Kleidungsstück ist derart zur Zielscheibe von Hohn und Spott geworden wie der Schlips.
Der schmale Grat zwischen Autorität und Depp
Männer wurden besonders in der klassischen Literatur gern daran gemessen, wie sie ihre Krawatten trugen. Selbst heute scheint jedoch nicht jeder Mann zu wissen, wie man Krawatten bindet, und so schlägt der eigentlich erwartete Respekt doch eher in peinliche Lächerlichkeit um, wenn der Schlips nicht richtig sitzt.
So scherzte auch der Autor KarlHeinz Karius in seinem Buch „WortHupferl“: „Größte Vorsicht ist geboten, falls Sie Krawatten gordisch knoten. Es lohnt im Leben eben Grips – im Zweifelsfalle auch beim Schlips.“
Korrektheit als Aufhänger für Witze
So wird der Autorität des „beschlipsten“ Mannes auf satirische Weise immer wieder seine Unbeholfenheit in häuslichen Dingen gegenübergestellt, denn es wird ihm nachgesagt, die Krawatte zwar tragen, aber nicht selbst Waschen und Bügeln zu können.
Und eben dieses Manko scheint die Krawatte psychologisch verbergen zu wollen: Sie soll verstecken, was möglicherweise blamiert. Dabei wird sie aber bei falscher Bindung oder vom Träger unbemerkter Befleckung selbst zum Objekt der Blamage.
„Der Mann ist so viel Wert wie seine Krawatte. Denn das ist er selbst, durch sie verhüllt er sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist.“ (Honoré de Balzac)
