Geflügelte Worte
Lebensweisheiten
Sätze, die mehr wollen als eine Alltagsregel: geflügelte Worte, antike Sentenzen und überlieferte Weisheiten mit belegbarer Herkunft. Aufgenommen wird nur, was sich einer Quelle zuordnen lässt oder als geflügeltes Wort fest überliefert ist.
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Alles fließt.
Lebensw.Nichts bleibt, wie es ist; alles befindet sich in ständiger Veränderung.
Herkunft: Übersetzung des griechischen „panta rhei“, das die Lehre Heraklits zusammenfasst.
QuelleHeraklit
Siehe auch: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird. Aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll. Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern.
Das also war des Pudels Kern.
Lebensw.Jetzt zeigt sich, was wirklich dahintersteckte.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus Goethes „Faust I“ (1808), als sich der Pudel in Mephisto verwandelt.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Und sie bewegt sich doch.
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.
Lebensw.Auf jeden Zusammenbruch folgt ein Neuanfang.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Aus Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ (1804).
QuelleSchiller
Siehe auch: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Auch du, mein Sohn Brutus?
Lebensw.Ausruf über den Verrat durch jemanden, dem man vertraut hat.
Gaius Julius Caesarrömischer Feldherr und Staatsmann, 100 bis 44 v. Chr.
Herkunft: Der Satz wird Caesar bei seiner Ermordung zugeschrieben. Sueton berichtet ihn als Gerücht und in griechischer Sprache; die geläufige lateinische Fassung ist später entstanden.
Auch: Et tu, Brute?
Siehe auch: Wir werden entweder einen Weg finden oder einen bahnen. Teile und herrsche. Ich kam, ich sah, ich siegte.
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.
Lebensw.Wer selbst Hand anlegen kann, spart sich fremde Hilfe.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Der Vers stammt aus Schillers „Wilhelm Tell“ und ist inzwischen sprichwörtlich geworden.
QuelleSchiller
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Lebensw.Man hat verstanden, was gesagt wurde, überzeugt ist man deshalb noch lange nicht.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Ebenfalls aus Goethes „Faust I“ (1808).
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Wer nichts bezweifelt, prüft nichts. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.
Ein Buch ist ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinsieht, kann kein Apostel herausschauen.
Lebensw.Was jemand aus einem Text mitnimmt, hängt von dem ab, was er selbst mitbringt.
Georg Christoph LichtenbergPhysiker und Schriftsteller, 1742 bis 1799
Herkunft: Aus den „Sudelbüchern“ von Georg Christoph Lichtenberg.
QuelleLichtenberg
Siehe auch: Der Mensch ist das Maß aller Dinge.
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären.
Lebensw.Eine Untat bleibt nicht folgenlos, sie zieht weitere nach sich.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Aus Friedrich Schillers „Die Piccolomini“ (1799).
QuelleSchiller
Siehe auch: Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los. Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
Lebensw.Aufforderung zu einem anständigen und hilfsbereiten Leben.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt aus Goethes Gedicht „Das Göttliche“.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. Die Seele nimmt die Farbe der Gedanken an.
Eintracht macht kleine Dinge groß, Zwietracht lässt große zerfallen.
Lebensw.Gemeinsames Handeln stärkt auch bescheidene Mittel, Zerwürfnis zerstört auch das Große.
Salluströmischer Historiker, 86 bis 35 v. Chr.
Herkunft: Der Satz stammt von dem römischen Historiker Sallust aus dem „Jugurthinischen Krieg“.
QuelleSallust
Erkenne dich selbst.
Lebensw.Aufforderung, sich über die eigenen Grenzen und Beweggründe klar zu werden.
Herkunft: Die Inschrift stand am Apollontempel von Delphi.
QuelleOrakel von Delphi
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
Lebensw.Die Kunst darf leicht sein, gerade weil das Leben es nicht ist.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Aus dem Prolog zu Friedrich Schillers „Wallensteins Lager“ (1798).
QuelleSchiller
Siehe auch: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Lebensw.Was heute als neu gilt, hat es in ähnlicher Form schon gegeben.
Herkunft: Aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 1,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben, bleib im Dunkeln unerfahren.
Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.
Lebensw.Eine tragfähige Theorie erspart unzählige Versuche.
Ludwig Boltzmannösterreichischer Physiker, 1844 bis 1906
Herkunft: Der Satz stammt von dem Physiker Ludwig Boltzmann und wurde später von dem Psychologen Kurt Lewin popularisiert.
QuelleKurt Lewin
Siehe auch: Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum. Und sie bewegt sich doch. Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Lebensw.Gefährlich ist nicht das Nichtwissen selbst, sondern der Tatendrang derer, die nichts wissen.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus Goethes „Maximen und Reflexionen“.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten. Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern.
Früh übt sich, was ein Meister werden will.
Lebensw.Wer etwas wirklich beherrschen will, muss früh damit anfangen.
Friedrich SchillerDichter und Dramatiker, 1759 bis 1805
Herkunft: Der Vers geht auf Schillers „Wilhelm Tell“ zurück.
QuelleSchiller
Siehe auch: Solange du lebst, lerne zu leben.
Gedenke, dass du sterben musst.
Lebensw.Mahnung an die eigene Sterblichkeit, die zu einem bewussten Leben anhalten soll.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „memento mori“, die in der christlichen Tradition weit verbreitet war.
Gegen große Vorzüge eines anderen gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe.
Lebensw.Wer die Überlegenheit eines anderen nicht in Missgunst umschlagen lassen will, muss ihn schätzen lernen.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus Goethes „Wahlverwandtschaften“ (1809), in den Aphorismen aus Ottiliens Tagebuch.
QuelleGoethe
Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los.
Lebensw.Etwas in Gang gesetzt zu haben heißt nicht, es auch wieder anhalten zu können.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Sinngemäß aus Goethes Ballade „Der Zauberlehrling“ (1797); im Original heißt es „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Die Gewohnheit ist eine zweite Natur.
Lebensw.Was jemand lange getan hat, wird zu einem Teil seines Wesens.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Cicero und geht auf Aristoteles zurück.
QuelleAristoteles, Cicero
Siehe auch: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.
Lebensw.Gegen die reine Lehre steht die Erfahrung, und die ist farbiger.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler in Goethes „Faust I“ (1808).
QuelleGoethe
Siehe auch: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Lebensw.Die Aufforderung, selbst zu urteilen, statt sich auf Autoritäten zu verlassen.
Horazrömischer Dichter, 65 bis 8 v. Chr.
Herkunft: Aus Immanuel Kants Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ (1784); Kant zitiert damit die lateinische Formel „sapere aude“ aus einer Ode des Horaz.
Auch: Sapere aude.
Siehe auch: Dem Tapferen hilft das Glück.
Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit als Grundsatz einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.
Lebensw.Prüfe eine Handlung daran, ob es tragbar wäre, wenn alle so handelten.
Immanuel KantPhilosoph der Aufklärung, 1724 bis 1804
Herkunft: Der kategorische Imperativ aus Immanuel Kants „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788).
QuelleKant
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Ich denke, also bin ich.
Lebensw.Der eigene Denkvorgang ist das Einzige, woran auch der radikalste Zweifel nicht rütteln kann.
René Descartesfranzösischer Philosoph und Mathematiker, 1596 bis 1650
Herkunft: Aus René Descartes' „Discours de la méthode“ (1637), lateinisch in den „Meditationes“ als „cogito, ergo sum“.
Auch: Cogito, ergo sum.
QuelleDescartes
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Ich kam, ich sah, ich siegte.
Lebensw.Knappste denkbare Erfolgsmeldung, heute meist scherzhaft für einen mühelosen Erfolg gebraucht.
Gaius Julius Caesarrömischer Feldherr und Staatsmann, 100 bis 44 v. Chr.
Herkunft: Meldung Gaius Julius Caesars an den Senat nach dem Sieg bei Zela im Jahr 47 v. Chr., überliefert bei Sueton und Plutarch.
Auch: Veni, vidi, vici.
QuelleCaesar, Plutarch, Sueton
Siehe auch: Wir werden entweder einen Weg finden oder einen bahnen. Teile und herrsche. Die Würfel sind gefallen.
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird. Aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.
Lebensw.Veränderung garantiert keine Verbesserung, aber ohne Veränderung gibt es keine.
Georg Christoph LichtenbergPhysiker und Schriftsteller, 1742 bis 1799
Herkunft: Ebenfalls aus Lichtenbergs „Sudelbüchern“.
QuelleLichtenberg
Siehe auch: Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern. Alles fließt.
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Lebensw.Das Eingeständnis der eigenen Unwissenheit ist der Anfang jeder ernsthaften Erkenntnis.
Sokratesgriechischer Philosoph, 469 bis 399 v. Chr.
Herkunft: Geht auf Sokrates zurück, überliefert in Platons „Apologie“; die zugespitzte deutsche Fassung ist eine spätere Verkürzung.
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen. Wer nichts weiß, muss alles glauben.
Etwas ist faul im Staate Dänemark.
Lebensw.Es stimmt etwas nicht, auch wenn sich noch nicht sagen lässt, was.
William Shakespeareenglischer Dramatiker, 1564 bis 1616
Herkunft: Ebenfalls aus Shakespeares „Hamlet“, in der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel.
QuelleShakespeare
Siehe auch: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen. Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.
Lebensw.Wer nicht über den eigenen Erfahrungsbereich hinaussieht, hält ihn für das Ganze.
Arthur SchopenhauerPhilosoph, 1788 bis 1860
Herkunft: Aus Arthur Schopenhauers „Parerga und Paralipomena“ (1851).
QuelleSchopenhauer
Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.
Lebensw.Alles ist in Bewegung, deshalb ist keine Lage je genau dieselbe wie zuvor.
Heraklitgriechischer Philosoph, um 520 bis 460 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Philosophen Heraklit zugeschrieben und ist über Platons Wiedergabe überliefert.
Siehe auch: Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen. Nutze den Tag. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge.