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Kurze Sprichwörter mit höchstens vier Wörtern
Kurz heißt hier konkret: höchstens vier Wörter. Diese Sätze eignen sich für Karten, Widmungen und überall dort, wo wenig Platz ist. Die Auswahl entsteht durch eine feste Regel, nicht durch Gefühl, und ist deshalb nachvollziehbar.
166 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 6
Der Acker lügt nicht.
Sprichw.Am Ertrag zeigt sich, wie gut gearbeitet wurde; beschönigen lässt sich das nicht.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftWahrheitArbeit
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der erste Schritt ist der schwerste. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Alles zu seiner Zeit.
Sprichw.Jede Sache hat ihren richtigen Zeitpunkt und sollte nicht erzwungen werden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Buch Prediger im Alten Testament zurück, wo jedes Ding seine Zeit hat. Als knappe Redensart ist er im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeFreundschaftVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Kein Abschied ist für immer.
Alter geht vor Schönheit.
Sprichw.Scherzhafte Formel, mit der man jemandem den Vortritt lässt.
Herkunft: Eine Höflichkeitsformel des 19. Jahrhunderts, meist ironisch gebraucht.
Themen: AlterBescheidenheitNachbarn
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Das Alter kommt ungeladen.
Sprichw.Niemand bittet darum, und doch stellt es sich bei jedem ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Themen: GeizSparenGeldVorsicht
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ReisenErfahrungNachbarn
QuelleHerodot
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen. Reisen bildet.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungVergangenheitNachbarn
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Angst ist ansteckend.
Sprichw.Furcht überträgt sich in Gruppen schneller als jede Beruhigung.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Massenpsychologie des frühen 20. Jahrhunderts.
Themen: AngstNachbarnErfahrung
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Angst macht Beine.
Sprichw.Furcht setzt Kräfte frei, über die man sonst nicht verfügt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Angst warnt, Vorsicht handelt.
Sprichw.Furcht meldet die Gefahr, aber erst die Umsicht tut etwas dagegen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Armut lehrt Künste.
Sprichw.Wer nichts hat, findet Wege, die dem Wohlhabenden gar nicht einfallen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „paupertas omnes artes docet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Armut macht vorsichtig.
Sprichw.Wer wenig hat, überlegt jede Ausgabe zweimal.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Armut schändet nicht.
Sprichw.Wenig zu besitzen ist kein Grund, sich zu schämen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der verbreiteten Gleichsetzung von Armut mit Verschulden.
Themen: ArmutBescheidenheitEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Ein guter Name ist besser als Reichtum. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Sprichw.Was verschoben wurde, ist damit noch lange nicht erledigt.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Rechtssprache: Ein vertagtes Verfahren ist nicht eingestellt. Das Wortspiel mit den beiden ähnlichen Verben hat ihn in die Alltagssprache gebracht.
Themen: MisserfolgZeitZukunft
Siehe auch: Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Das Auge isst mit.
Sprichw.Wie ein Gericht aussieht, beeinflusst, wie es schmeckt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die antike Kochkunst zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung belegt.
Aus Fehlern lernt man.
Sprichw.Ein Fehlschlag ist kein Verlust, solange man daraus etwas mitnimmt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der lateinischen Formel „errando discimus“ und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: MisserfolgLernenErfahrung
Siehe auch: Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht. Stillstand ist Rückschritt.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Sprichw.Wird gesagt, um einen Einzelfall abzutun, der einer allgemeinen Aussage widerspricht.
Herkunft: Übersetzung der juristischen Formel „exceptio probat regulam in casibus non exceptis“, in der „probat“ ursprünglich „prüft“ bedeutete.
Themen: Recht und GerechtigkeitOrdnungWissen
Siehe auch: Ordnung muss sein. Neue Herren, neue Gesetze.
Besitz verpflichtet.
Sprichw.Wer viel hat, trägt für den Umgang damit Verantwortung.
Herkunft: Die Formel geht auf Artikel 14 des deutschen Grundgesetzes zurück, wonach Eigentum verpflichtet; der Gedanke ist älter.
Themen: ReichtumGroßzügigkeitRecht und Gerechtigkeit
QuelleGrundgesetz
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer gibt, macht sich frei. Wer viel hat, hat viel zu verlieren.
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Besser geben als borgen.
Sprichw.Eine Gabe belastet die Beziehung weniger als ein Darlehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitGeldFreundschaft
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Besser spät als nie.
Sprichw.Etwas verspätet zu tun ist immer noch besser, als es zu unterlassen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „potius sero quam numquam“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Borgen macht Sorgen.
Sprichw.Wer sich Geld leiht, handelt sich damit Druck und Abhängigkeit ein.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gleichklang der beiden Wörter hat ihm zu seiner Verbreitung verholfen.
Siehe auch: Wer Schulden macht, verkauft seine Freiheit. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.
Doppelt hält besser.
Sprichw.Eine zusätzliche Absicherung schadet nie.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Handwerk, wo eine zweite Naht oder ein zweiter Nagel die Verbindung sichert.
Themen: VorsichtOrdnungHandwerk
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden. Gelegenheit macht Diebe. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Ehre, wem Ehre gebührt.
Sprichw.Wer etwas geleistet hat, soll auch die Anerkennung dafür bekommen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Römerbrief des Neuen Testaments (Römer 13,7).
Themen: DankbarkeitRecht und GerechtigkeitBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer sich selbst genügt, braucht wenig Beifall. Ein Dank ist die halbe Bezahlung. Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Ehrlich währt am längsten.
Sprichw.Wer aufrichtig handelt, fährt auf lange Sicht besser als jemand, der sich Vorteile erschwindelt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Währen“ steht hier im Sinne von dauern, nicht von sich bewähren.
Themen: EhrlichkeitWahrheitVertrauen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Eifersucht macht blind.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sieht überall Anzeichen für Verrat, auch wo keine sind.
Herkunft: Eine Bildung nach dem Muster des älteren Satzes, die Liebe mache blind. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: EifersuchtLiebePartnerschaft
Siehe auch: Eifersucht ist Gift für die Liebe. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Eigenlob stinkt.
Sprichw.Wer sich selbst lobt, macht damit auf andere einen schlechten Eindruck.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der derbe Vergleich mit dem Geruch findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Themen: BescheidenheitHochmut
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer sich zu klein macht, wird übersehen.
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