Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über die Natur
Die Natur liefert im Sprichwort vor allem Vergleiche. Was in der Natur gilt, soll auch für Menschen gelten, und daraus entsteht die Merkregel.
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Bekannte Sprichwörter
Alte Bäume tragen noch Früchte.
Sprichw.Auch im hohen Alter kann jemand noch etwas hervorbringen.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön.
Sprichw.Bauernregel über das Zusammenspiel der beiden Frühlingsmonate.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird.
Sprichw.Gute Voraussetzungen allein genügen nicht ohne Arbeit.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftFleiß
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Auf jeden Winter folgt ein Frühling.
Sprichw.Auf jede schwere Zeit folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: HoffnungJahreszeiten
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen.
Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Sprichw.Ohne festen Grund gibt es keine Entwicklung.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: Haus und HeimatFamilie
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Art lässt nicht von Art.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.
Sprichw.Wer richtig ausgerüstet ist, kann bei jedem Wetter hinaus.
Herkunft: Die Formel wird häufig einem skandinavischen Sprichwort zugeschrieben. Im deutschen Sprachraum ist sie erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet, ein älterer Beleg fehlt.
Siehe auch: Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Der Himmel lügt nicht, aber man liest ihn falsch.
Sprichw.Die Zeichen stimmen, die Deutung nicht immer.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: WetterKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Sprichw.Man soll vom einen Monat nicht das Wetter des anderen erwarten.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenWetter
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Jedes Jahr hat seinen Frühling.
Sprichw.Auf jede Ruhephase folgt wieder ein Anfang.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenHoffnung
Siehe auch: Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Die Natur braucht den Menschen nicht, der Mensch die Natur schon.
Sprichw.Das Abhängigkeitsverhältnis ist einseitig, auch wenn es oft umgekehrt dargestellt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: BescheidenheitLeben
Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Sprichw.Entwicklung braucht ihre Zeit und lässt sich nicht beschleunigen.
Herkunft: Der Gedanke wird Laozi zugeschrieben und ist über deutsche Übersetzungen des 20. Jahrhunderts verbreitet.
QuelleLaozi
Siehe auch: Alles zu seiner Zeit. Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Sprichw.Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, so sehr man es auch versucht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Francis Bacon zurück, wonach die Natur nur durch Gehorsam beherrscht werde.
Themen: WahrheitLandwirtschaft
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Ein Wald wächst langsamer, als er brennt.
Sprichw.Aufbauen dauert lange, Zerstören geht schnell.
Herkunft: Eine forstwirtschaftliche Erfahrung: Ein Bestand braucht Jahrzehnte, ein Brand Stunden. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer. Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Sprichw.Gewachsene Zusammenhänge lassen sich nicht ohne Schaden auflösen.
Herkunft: Eine Formel des 19. Jahrhunderts aus der naturphilosophischen Literatur.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
Themen: ErfahrungLandwirtschaft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungHaus und Heimat
Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Sprichw.Ein Wechsel der Windrichtung kündigt fast immer eine neue Wetterlage an.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern: Ein Windsprung zeigt den Durchgang einer Luftmassengrenze an.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Der Himmel lügt nicht, aber man liest ihn falsch.
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Es wächst kein Baum in den Himmel.
Sprichw.Jedes Wachstum stößt irgendwann an eine Grenze.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute vor allem in der Wirtschaftssprache als Warnung vor unbegrenztem Wachstum gebraucht.
Auch: Bäume wachsen nicht in den Himmel.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Die Natur lässt sich nicht betrügen. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel. Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Ein Jahr Unkraut, sieben Jahre Same.
Sprichw.Ein einziges versäumtes Jahr bei der Feldpflege wirkt jahrelang nach.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: LandwirtschaftFleiß
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: GesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin. Das Bett ist der billigste Arzt.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
Themen: VeränderungGeduld
QuelleLeibniz
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt.
Die Sonne bringt es an den Tag.
Sprichw.Was verborgen werden soll, kommt am Ende doch heraus.
Herkunft: Die Formel wurde durch Adelbert von Chamissos Ballade von 1827 allgemein bekannt; als Redensart ist sie älter.
QuelleChamisso
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Wahrheit kommt ans Licht.
Die Sonne scheint für alle.
Sprichw.Manches steht allen gleichermaßen zu, unabhängig von Rang und Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits bei Petronius belegt und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitArmut
QuellePetronius
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Gleiches Recht für alle. Der Tod macht alle gleich.
Viele Tropfen machen ein Meer.
Sprichw.Auch der kleinste Beitrag zählt, wenn viele ihn leisten.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ZusammenhaltSparen
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter. Viele Hände, schnelles Ende.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Kurze Sprichwörter
Geduld bringt Rosen.
Sprichw.Wer warten kann, wird am Ende belohnt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Die Natur vergisst nichts.
Sprichw.Eingriffe in die Natur wirken lange nach, auch wenn sie zunächst folgenlos scheinen.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichw.Das Schöne setzt oft das Unangenehme voraus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen erst seit dem späten 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Nach Regen kommt Sonnenschein. Kein Unglück dauert ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling.
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