Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über die Natur
Die Natur liefert im Sprichwort vor allem Vergleiche. Was in der Natur gilt, soll auch für Menschen gelten, und daraus entsteht die Merkregel.
16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Auf jeden Winter folgt ein Frühling.
Sprichw.Auf jede schwere Zeit folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: HoffnungJahreszeiten
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein. Morgen ist auch noch ein Tag.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.
Sprichw.Wer richtig ausgerüstet ist, kann bei jedem Wetter hinaus.
Herkunft: Die Formel wird häufig einem skandinavischen Sprichwort zugeschrieben. Im deutschen Sprachraum ist sie erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet, ein älterer Beleg fehlt.
Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Sprichw.Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, so sehr man es auch versucht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Francis Bacon zurück, wonach die Natur nur durch Gehorsam beherrscht werde.
Themen: WahrheitLandwirtschaft
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Ein Wald wächst langsamer, als er brennt.
Sprichw.Aufbauen dauert lange, Zerstören geht schnell.
Herkunft: Eine forstwirtschaftliche Erfahrung: Ein Bestand braucht Jahrzehnte, ein Brand Stunden. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
Themen: ErfahrungLandwirtschaft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungHaus und Heimat
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Steter Tropfen höhlt den Stein. Übung macht den Meister. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Es wächst kein Baum in den Himmel.
Sprichw.Jedes Wachstum stößt irgendwann an eine Grenze.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute vor allem in der Wirtschaftssprache als Warnung vor unbegrenztem Wachstum gebraucht.
Auch: Bäume wachsen nicht in den Himmel.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: GesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
Themen: VeränderungGeduld
QuelleLeibniz
Die Sonne bringt es an den Tag.
Sprichw.Was verborgen werden soll, kommt am Ende doch heraus.
Herkunft: Die Formel wurde durch Adelbert von Chamissos Ballade von 1827 allgemein bekannt; als Redensart ist sie älter.
QuelleChamisso
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Wahrheit kommt ans Licht.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Themen: WetterLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Kurze Sprichwörter
Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichw.Das Schöne setzt oft das Unangenehme voraus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen erst seit dem späten 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Nach Regen kommt Sonnenschein. Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Glück und Glas, wie leicht bricht das.
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