Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über die Familie
Herkunft, Ähnlichkeit und Zusammenhalt sind die drei großen Motive. Dass Kinder ihren Eltern gleichen, wird in mehreren Bildern durchgespielt.
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Bekannte Sprichwörter
Aus einem Streit werden schnell zwei.
Sprichw.Konflikte ziehen weitere nach sich, weil sich andere einmischen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Sprichw.Ohne festen Grund gibt es keine Entwicklung.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturHaus und Heimat
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Art lässt nicht von Art.
Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Sprichw.Kinder brauchen Halt und zugleich die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Goethe ist nicht belegt; die Formulierung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
QuelleGoethe
Siehe auch: Eltern können begleiten, nicht gehen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Familie ist, wo man hingeht, wenn sonst niemand mehr da ist.
Sprichw.Der Wert der Familie zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: ZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Zuhause ist, wo man verstanden wird. Zu Hause ist, wo man nicht erklären muss, wer man ist.
Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken.
Sprichw.Verwandtschaft ist verbindlich, ob man will oder nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, die das Wortspiel mit Band und Bande nutzt.
Themen: ZusammenhaltStreit
Siehe auch: In der Familie zählt nicht, wer recht hat. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Geschwister erziehen einander besser als Eltern es könnten.
Sprichw.Unter Gleichaltrigen wird gelernt, was Erwachsene nicht vermitteln können.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude.
Sprichw.Was ein Zuhause ausmacht, sind nicht die Mauern.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: Haus und HeimatFreundschaft
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Eigener Herd ist Goldes wert. Gegensätze ziehen sich an.
In der Familie lernt man, was man sonst nirgends lernt.
Sprichw.Der Umgang mit Nähe und Konflikt wird zu Hause eingeübt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
In der Familie zählt nicht, wer recht hat.
Sprichw.Innerhalb einer Familie ist der Zusammenhalt wichtiger als der gewonnene Streit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: StreitZusammenhalt
Siehe auch: Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken. Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere.
In jeder Familie gibt es einen, der aus der Reihe tanzt.
Sprichw.Kein Familienverband ist so einheitlich, wie er nach außen wirkt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Kinder machen arm an Geld und reich an Freude.
Sprichw.Der Aufwand ist erheblich, der Ertrag anderer Art.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Sprichw.Wo die Bindung am engsten ist, wiegt das Zerwürfnis am schwersten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Sprichw.Gewachsene Zusammenhänge lassen sich nicht ohne Schaden auflösen.
Herkunft: Eine Formel des 19. Jahrhunderts aus der naturphilosophischen Literatur.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Was Eltern säen, ernten die Kinder.
Sprichw.Die Prägung wirkt über die eigene Lebenszeit hinaus.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem biblischen Muster von Saat und Ernte.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Wer heiratet, heiratet die Familie mit.
Sprichw.Eine Verbindung schließt immer auch die Angehörigen des anderen ein.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Wer heiratet, wagt mehr als der, der auszieht. Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Wer Kinder hat, hat Sorgen, wer keine hat, erst recht.
Sprichw.Scherzhafte Feststellung, dass beides seine Last hat.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Das Alter ist eine Last, aber die Alternative ist schlechter.
Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat.
Sprichw.Der Wert der Eltern wird meist erst nach ihrem Tod erkannt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: ElternDankbarkeit
Siehe auch: Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichw.Kinder ähneln ihren Eltern in Verhalten und Eigenschaften.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild ist buchstäblich gemeint: Fallobst bleibt in der Nähe des Baumes liegen.
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Art lässt nicht von Art. Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Art lässt nicht von Art.
Sprichw.Die angeborene Wesensart bricht früher oder später durch.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief.
Blut ist dicker als Wasser.
Sprichw.Im Zweifel hält man eher zu Verwandten als zu Außenstehenden.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert in ähnlicher Fassung belegt. Die verbreitete Behauptung, sie habe ursprünglich das Gegenteil bedeutet und auf einen Blutsbund unter Kampfgefährten gezielt, lässt sich nicht nachweisen.
Themen: ZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit.
Eigener Herd ist Goldes wert.
Sprichw.Ein eigenes Zuhause ist durch nichts zu ersetzen.
Herkunft: Der Herd war der Mittelpunkt des Hauses und in der Rechtssprache zugleich das Zeichen eines eigenen Hausstands. In deutschen Sprichwortsammlungen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Haus und HeimatOrdnung
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Kinder sind der Eltern Spiegel.
Sprichw.Am Verhalten der Kinder zeigt sich, wie die Eltern mit ihnen umgehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen. Wie der Vater, so der Sohn.
Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Sprichw.Mit dem Alter der Kinder wachsen auch die Probleme, mit denen Eltern zu tun haben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Sprichw.Eltern sorgen selbstverständlich für ihre Kinder, umgekehrt ist der Rückhalt im Alter oft geringer.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Altersversorgung, für die es keine staatliche Regelung gab.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe geht abwärts.
Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Sprichw.Ein einmal geschlossener Bund soll nicht wieder aufgelöst werden; klassische Formel bei kirchlichen Trauungen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 19,6).
Themen: EhePartnerschaft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Wer heiratet, wagt mehr als der, der auszieht. Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Wer die Tochter haben will, muss die Mutter fragen.
Sprichw.Wer eine Verbindung eingehen will, muss auch die Familie für sich gewinnen.
Herkunft: Ein Brauchtumssprichwort, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.
Sprichw.Alte Erziehungsmaxime, nach der Strenge ein Zeichen von Fürsorge sei. Sie wird heute überwiegend als überholt beurteilt.
Herkunft: Der Satz geht auf das Alte Testament zurück (Sprüche 13,24).
Siehe auch: Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Kurze Sprichwörter
Die Liebe geht abwärts.
Sprichw.Die Zuwendung der Eltern zu den Kindern ist stärker als die der Kinder zu den Eltern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amor descendit“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Trautes Heim, Glück allein.
Sprichw.Zu Hause fühlt man sich am wohlsten.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts, der über Türen und auf Wandtellern angebracht wurde. „Traut“ meint vertraut, nicht angetraut.
Themen: Haus und HeimatGlück
Siehe auch: Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Eigener Herd ist Goldes wert. Die schönste Reise ist die Heimreise.
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