Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über Ordnung
Ordnung wird sprichwörtlich nicht als Tugend gelobt, sondern als Zeitersparnis begründet.
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Bekannte Sprichwörter
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
Themen: Glück
Am Werkzeug erkennt man den Meister.
Sprichw.Wie jemand mit seinem Gerät umgeht, sagt mehr als jedes Zeugnis.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Sprichw.Berufliches und Privates sind auseinanderzuhalten.
Herkunft: Die Formel stammt aus der preußischen Militär- und Beamtensprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Sprichw.Pflichten sollten erledigt sein, bevor man sich der Freizeit widmet.
Herkunft: Ein Merkspruch aus der Schul- und Erziehungsliteratur des 18. Jahrhunderts, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Erst die Ordnung, dann das Werk.
Sprichw.Wer in der Werkstatt aufräumt, arbeitet danach schneller.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Gut geplant ist halb getan.
Sprichw.Eine sorgfältige Vorbereitung erledigt den schwierigsten Teil der Arbeit.
Herkunft: Eine jüngere Variante des älteren Satzes vom frischen Wagen, das halb gewonnen sei. Beide gehören zu den Sprüchen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern.
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Erst die Ordnung, dann das Werk.
Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen.
Sprichw.Wer laufend aufräumt, kommt mit weniger Aufwand aus als der, der es aufschiebt.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung spart Zeit. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Sprichw.Die äußere Ordnung wirkt auf die innere zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Ordnung ist Mittel, nicht Zweck.
Sprichw.Wer die Ordnung zum Ziel macht, verliert das Ziel aus dem Blick.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Ordnung und Fleiß bauen Häuser.
Sprichw.Aus Sorgfalt und Ausdauer entsteht mit der Zeit Wohlstand.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts.
Themen: FleißHaus und Heimat
Siehe auch: Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.
Sprichw.Wer andere warten lässt, zeigt ihnen damit seine Geringschätzung.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem französischen König Ludwig XVIII. zugeschrieben.
QuelleLudwig XVIII.
Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichw.Was am Vorabend erledigt ist, entlastet den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel aus der Hausväterliteratur des 18. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gut geplant ist halb getan. Erst die Ordnung, dann das Werk. Wie die Saat, so die Ernte.
Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Sprichw.Ein geregelter Abend entscheidet über den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Schlaf ist kein Luxus.
Wer aufräumt, findet mehr als er sucht.
Sprichw.Beim Ordnen kommt regelmäßig zum Vorschein, was man längst vergessen hatte.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: Haus und HeimatArbeit
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten.
Sprichw.Ein rechtzeitiger Beginn erspart die Hetze am Ende.
Herkunft: Eine volkstümliche Arbeitsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Alles zu seiner Zeit. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens.
Sprichw.Wer die alltäglichen Ausgaben nicht im Blick hat, dem nützt der einmalige Verzicht nichts.
Herkunft: Eine Formel aus der Sparkassenliteratur des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Sprichw.Scherzhafte Umdeutung der Ordnungsliebe in Bequemlichkeit.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: FaulheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Sprichw.Vorbereitung verkürzt die Ausführung erheblich.
Herkunft: Eine Handwerks- und Verwaltungsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung spart Zeit. Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen. Gut geplant ist halb getan.
Wer sparen will, muss zuerst rechnen.
Sprichw.Ohne Übersicht über die Ausgaben lässt sich nicht sinnvoll kürzen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen ist verdienen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Eigener Herd ist Goldes wert.
Sprichw.Ein eigenes Zuhause ist durch nichts zu ersetzen.
Herkunft: Der Herd war der Mittelpunkt des Hauses und in der Rechtssprache zugleich das Zeichen eines eigenen Hausstands. In deutschen Sprichwortsammlungen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Haus und HeimatFamilie
Siehe auch: Trautes Heim, Glück allein. Ein Haus ohne Menschen ist nur ein Gebäude. Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast.
Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Sprichw.Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Ordnung ist das halbe Leben.
Sprichw.Wer Ordnung hält, spart Zeit und Ärger.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie gehört zu einer Gruppe von Sätzen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern, vergleichbar mit „Frisch gewagt ist halb gewonnen“.
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zeit ist Geld. Ordnung muss sein.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig.
Sprichw.Wer seine Angelegenheiten geregelt hat, sorgt sich nicht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Alte Testament zurück, wo Hiskia aufgefordert wird, sein Haus zu bestellen.
Themen: Haus und HeimatSchlaf
Siehe auch: Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung.
Kurze Sprichwörter
Alles zu seiner Zeit.
Sprichw.Jede Sache hat ihren richtigen Zeitpunkt und sollte nicht erzwungen werden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Buch Prediger im Alten Testament zurück, wo jedes Ding seine Zeit hat. Als knappe Redensart ist er im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Sprichw.Wird gesagt, um einen Einzelfall abzutun, der einer allgemeinen Aussage widerspricht.
Herkunft: Übersetzung der juristischen Formel „exceptio probat regulam in casibus non exceptis“, in der „probat“ ursprünglich „prüft“ bedeutete.
Themen: Recht und GerechtigkeitWissen
Siehe auch: Ordnung muss sein. Neue Herren, neue Gesetze.
Doppelt hält besser.
Sprichw.Eine zusätzliche Absicherung schadet nie.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Handwerk, wo eine zweite Naht oder ein zweiter Nagel die Verbindung sichert.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden. Gelegenheit macht Diebe. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Kinder brauchen Grenzen.
Sprichw.Regeln geben Kindern Sicherheit, nicht nur Einschränkung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des späten 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Ordnung muss sein.
Sprichw.Kurze Feststellung, mit der auf die Einhaltung von Regeln gepocht wird.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im Ausland zum Schlagwort für eine als typisch deutsch geltende Haltung.
Siehe auch: Ordnung ist das halbe Leben. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ordnung spart Zeit.
Sprichw.Wer Dinge an ihrem Platz hat, sucht nicht.
Herkunft: Eine Formel aus der Hauswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
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