Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über den Beruf
Wer was gelernt hat, soll dabei bleiben: Diese Grundhaltung prägt fast alle Berufssprichwörter aus der Zunftzeit.
34 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Arbeit, die Freude macht, ermüdet weniger.
Sprichw.Dieselbe Anstrengung wird unterschiedlich empfunden, je nachdem, ob man sie gern tut.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Kein Beruf macht glücklich, aber der falsche macht unglücklich.
Sprichw.Von der Arbeit ist nicht das Lebensglück zu erwarten, wohl aber der Verdruss.
Herkunft: Eine Formel aus der Berufsberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Sprichw.Berufliches und Privates sind auseinanderzuhalten.
Herkunft: Die Formel stammt aus der preußischen Militär- und Beamtensprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Ein guter Lehrer macht sich überflüssig.
Sprichw.Ziel des Unterrichts ist, dass der Lernende ihn nicht mehr braucht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Wer lehren will, muss zuhören können. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Ein Handwerk verlernt sich nicht.
Sprichw.Was man mit den Händen gelernt hat, bleibt.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Jeder Beruf hat seine Bürde.
Sprichw.Von außen sieht jede Tätigkeit leichter aus, als sie ist.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft. Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.
Sprichw.Wer andere warten lässt, zeigt ihnen damit seine Geringschätzung.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem französischen König Ludwig XVIII. zugeschrieben.
QuelleLudwig XVIII.
Wer lehren will, muss zuhören können.
Sprichw.Unterricht beginnt beim Verstehen dessen, was der andere noch nicht versteht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Sprichw.Wer den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst, dem wird er abgenommen.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Wer oben steht, steht allein.
Sprichw.Mit der Verantwortung wächst die Distanz zu allen anderen.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben. Herrschen heißt dienen.
Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister.
Sprichw.Können entsteht durch Verweilen, nicht durch Wechseln.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wie der Meister, so das Werk. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Sprichw.Vorbereitung verkürzt die Ausführung erheblich.
Herkunft: Eine Handwerks- und Verwaltungsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung spart Zeit. Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen. Gut geplant ist halb getan.
Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Sprichw.Können zeigt sich am Ergebnis, nicht in der Selbstdarstellung.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister.
Wer seinen Beruf liebt, arbeitet nicht.
Sprichw.Wer gern tut, was er tut, empfindet es nicht als Last.
Herkunft: Der Gedanke wird Konfuzius zugeschrieben, ohne dass sich eine Stelle nachweisen ließe.
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Gute Ware lobt sich selbst.
Sprichw.Was wirklich taugt, braucht keine Anpreisung.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Es ist die Gegenrede zur marktschreierischen Anpreisung.
Themen: HandelBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Sprichw.Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: HandwerkBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Sprichw.Nur wer die untere Seite kennt, kann von oben vernünftig entscheiden.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Aristoteles aus seiner „Politik“.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Herrschen heißt dienen.
Kurze Sprichwörter
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Herrschen heißt dienen.
Sprichw.Wer Verantwortung trägt, ist denen verpflichtet, für die er sie trägt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Neue Testament zurück, wo der Größte der Diener aller sein soll (Markus 10,43).
Themen: MachtBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer Macht hat, hat Verantwortung. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein.
Kleine Herren, große Plage.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, lässt sie andere besonders spüren.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Macht geht vor Recht.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Handwerk hat goldenen Boden. Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Kein Meister ohne Lehrzeit.
Sprichw.Ohne die Jahre des Lernens gibt es kein Können.
Herkunft: Eine Zunftregel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Übung macht den Meister. Wie der Meister, so das Werk.
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
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