Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über den Beruf
Wer was gelernt hat, soll dabei bleiben: Diese Grundhaltung prägt fast alle Berufssprichwörter aus der Zunftzeit.
16 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Sprichw.Berufliches und Privates sind auseinanderzuhalten.
Herkunft: Die Formel stammt aus der preußischen Militär- und Beamtensprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Übung macht den Meister.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.
Sprichw.Wer andere warten lässt, zeigt ihnen damit seine Geringschätzung.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem französischen König Ludwig XVIII. zugeschrieben.
QuelleLudwig XVIII.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr.
Gute Ware lobt sich selbst.
Sprichw.Was wirklich taugt, braucht keine Anpreisung.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Es ist die Gegenrede zur marktschreierischen Anpreisung.
Themen: HandelBescheidenheit
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Sprichw.Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: HandwerkBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Wie die Arbeit, so der Lohn.
Sprichw.Die Bezahlung entspricht dem, was jemand leistet, und schlechte Bezahlung bringt schlechte Arbeit hervor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, ursprünglich als Rechtfertigung geringer Bezahlung bei schlechter Leistung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Arbeit adelt. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Kurze Sprichwörter
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Gestorben wird immer.
Sprichw.Trockener Kommentar, meist von Berufsgruppen gebraucht, deren Arbeit vom Sterben abhängt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, deren Erstbeleg sich nicht ausmachen lässt.
Siehe auch: Dem Tod entrinnt niemand.
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Doppelt hält besser.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Handwerk hat goldenen Boden.
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
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