Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über die Jugend
Aus dem Blickwinkel der Älteren formuliert, sind diese Sprichwörter meist Erziehungssätze: Was früh geprägt wird, bleibt.
15 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Sprichw.Nicht die Jahreszahl entscheidet über das Alter, sondern die eigene Verfassung.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet. Sie ist die Gegenrede zur Zählung nach Lebensjahren.
Themen: AlterGesundheit
Der Jugend gehört die Zukunft.
Sprichw.Was kommt, wird von denen bestimmt, die jetzt jung sind.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von Jugendbewegungen als Wahlspruch geführt.
Siehe auch: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Dem Mutigen gehört die Welt.
Die Jugend meint, sie habe Zeit.
Sprichw.Erst mit dem Alter wird spürbar, wie begrenzt die Lebenszeit ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Die Jungen wollen, die Alten sollen.
Sprichw.Junge Menschen handeln aus Lust, ältere aus Pflichtgefühl.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der Antrieb und Pflichtgefühl den Lebensaltern zuordnet.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Sprichw.Wer früh nichts zurücklegt, hat später nichts.
Herkunft: Ein Merkvers aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Sprichw.Junge Menschen sind schon von sich aus überschwänglich, ohne dass es dazu eines Rausches bedürfte.
Herkunft: Der Ausspruch stammt aus Goethes „West-östlichem Divan“.
Themen: TrinkenLeichtsinn
QuelleGoethe
Siehe auch: Jugend hat keine Tugend.
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Sprichw.Kinder übernehmen das Verhalten, das ihnen die Erwachsenen vorleben.
Herkunft: Das Sprichwort ist als Titel eines Gemäldes von Jan Steen aus dem 17. Jahrhundert überliefert und im Deutschen seit der frühen Neuzeit belegt.
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Kinder sind der Eltern Spiegel. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
Kurze Sprichwörter
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Themen: LeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Themen: LeichtsinnEltern
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Strenge Eltern, milde Kinder.
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
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