Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über die Jugend
Aus dem Blickwinkel der Älteren formuliert, sind diese Sprichwörter meist Erziehungssätze: Was früh geprägt wird, bleibt.
32 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt.
Sprichw.Der Maßstab für Unterricht ist nicht das Wissen am Ende, sondern die Lust auf mehr.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Sprichw.Nicht die Jahreszahl entscheidet über das Alter, sondern die eigene Verfassung.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet. Sie ist die Gegenrede zur Zählung nach Lebensjahren.
Themen: AlterGesundheit
Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften.
Sprichw.Junge Menschen richten sich nach dem, was ihnen vorgelebt wird, nicht nach dem, was ihnen gesagt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Kinder sind der Eltern Spiegel. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben.
Sprichw.Was jung als Umweg gilt, wird später zur Rechtfertigungspflicht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterMisserfolg
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten.
Der Jugend gehört die Zukunft.
Sprichw.Was kommt, wird von denen bestimmt, die jetzt jung sind.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von Jugendbewegungen als Wahlspruch geführt.
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Die Zukunft heißt für die Schwachen Unerreichbares, für die Furchtsamen Unbekanntes, für die Mutigen Chance.
Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Sprichw.Beide Lebensalter haben, was dem anderen fehlt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen. Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden. Jeder Beruf hat seine Bürde.
Die Jugend hat immer recht, bis sie älter wird.
Sprichw.Die Überzeugungen der Jugend halten selten bis ins Alter.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert.
Sprichw.Scherzhafte Feststellung, dass das Problem sich von selbst löst.
Herkunft: Der Ausspruch wird Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben, ohne dass sich eine Stelle nachweisen ließe.
QuelleGoethe
Siehe auch: Mit den Jahren kommt die Weisheit. Leichtsinn kleidet die Jugend, nicht das Alter. Graue Haare machen noch keinen Weisen.
Die Jugend ist kurz, das Alter lang.
Sprichw.Der Abschnitt, um den sich alles dreht, ist der kürzeste.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Alt werden will jeder, alt sein niemand. Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Die Jugend kennt die Grenzen nicht, das Alter kennt sie zu gut.
Sprichw.Was die einen wagen lässt, hält die anderen zurück.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer alles absichern will, kommt zu nichts.
Die Jugend meint, sie habe Zeit.
Sprichw.Erst mit dem Alter wird spürbar, wie begrenzt die Lebenszeit ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden.
Die Jungen wollen, die Alten sollen.
Sprichw.Junge Menschen handeln aus Lust, ältere aus Pflichtgefühl.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der Antrieb und Pflichtgefühl den Lebensaltern zuordnet.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Leichtsinn kleidet die Jugend, nicht das Alter.
Sprichw.Was bei jungen Menschen als Übermut durchgeht, wirkt später nur noch unvernünftig.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnAlter
Siehe auch: Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger. Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert.
Sprichw.Wer die vorige Generation missachtet, verdient die Achtung der nächsten nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts.
Themen: AlterDankbarkeit
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Jugend hat immer recht, bis sie älter wird. Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Sprichw.Verständnis für die Nachfolgenden setzt Erinnerung an die eigene Zeit voraus.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt. Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
Sprichw.Die früh eingeübte Zurückhaltung erspart den späteren Zwang dazu.
Herkunft: Eine Formel aus der Sparkassenerziehung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Sprichw.Wer früh nichts zurücklegt, hat später nichts.
Herkunft: Ein Merkvers aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen.
Wer in der Jugend nichts wagt, hat im Alter nichts zu erzählen.
Sprichw.Was man später erzählen kann, entsteht in den Jahren, in denen man etwas riskiert.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen.
Sprichw.Der Zeitpunkt entscheidet darüber, wie die Verbindung entsteht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Sprichw.Jung bleibt, wer neugierig bleibt, unabhängig von den Jahren.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einem Text des amerikanischen Autors Samuel Ullman von 1918.
QuelleSamuelbücher, Samuel Ullman
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer danken kann, hat mehr vom Leben. Jugend hat keine Tugend.
Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Sprichw.Junge Menschen sind schon von sich aus überschwänglich, ohne dass es dazu eines Rausches bedürfte.
Herkunft: Der Ausspruch stammt aus Goethes „West-östlichem Divan“.
Themen: TrinkenLeichtsinn
QuelleGoethe
Siehe auch: Jugend hat keine Tugend. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht. Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage.
Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.
Sprichw.Wer die nächste Generation für sich gewinnt, bestimmt, was kommt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert von Massenbewegungen vereinnahmt.
Siehe auch: Der Jugend gehört die Zukunft. Geld regiert die Welt. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Kurze Sprichwörter
Jugend hat keine Tugend.
Sprichw.Nachsichtige Feststellung darüber, dass junge Menschen unbedacht handeln.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 17. Jahrhunderts. „Tugend“ meint hier nicht Sittlichkeit, sondern Besonnenheit.
Themen: LeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Die Jugend ist trunken ohne Wein. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Jugend muss sich austoben.
Sprichw.Ausgelassenheit in jungen Jahren gehört dazu und wächst sich aus.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und diente meist dazu, jugendliche Ausgelassenheit zu entschuldigen.
Auch: Jugend will sich austoben.
Themen: LeichtsinnEltern
Siehe auch: Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht.
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