Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Lernen, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Sprichw.Was man selbst erfahren muss, kostet mehr als jeder Unterricht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Ausdruck vom Lehrgeld, das man zahlt.
Siehe auch: Das Leben ist die beste Schule. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Die Schule endet mit dem Zeugnis, das Lernen nicht.
Sprichw.Der Abschluss beendet den Unterricht, nicht die Notwendigkeit weiterzulernen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erwachsenenbildung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt. Wissen veraltet, Denken nicht.
Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Sprichw.Die Fähigkeit zur Erklärung ist der Prüfstein des Verstehens.
Herkunft: Eine Formel aus der Didaktik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Was man versteht, vergisst man nicht. Wer selbst repariert, versteht die Sache.
Was man versteht, vergisst man nicht.
Sprichw.Auswendig Gelerntes verblasst, Begriffenes bleibt.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen.
Sprichw.Reproduktion ist kein Wissen, sondern nur eine Leistung des Gedächtnisses.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungskritik des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Was man versteht, vergisst man nicht. Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Themen: VergangenheitWissenLernen
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Wer die Vergangenheit schönt, hat aus ihr nichts gelernt.
Sprichw.Verklärung verhindert genau die Erkenntnis, die aus Erfahrung entstehen soll.
Herkunft: Eine Formel aus der geschichtspolitischen Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: VergangenheitWahrheitLernen
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Gegen die Wahrheit hilft kein Argument. Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Sprichw.Die kurze Peinlichkeit einer Frage wiegt leichter als dauerhaftes Nichtwissen.
Herkunft: Wird meist als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Themen: SchuleLernenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung.
Sprichw.Wissen, das nur dem Abschluss dient, bleibt nicht.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungsdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Was man versteht, vergisst man nicht.
Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung.
Sprichw.Gute Vorbereitung zeigt sich daran, dass die Aufregung ausbleibt.
Herkunft: Eine Schülerformel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer bereit ist, fürchtet sich weniger. Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig. Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger.
Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Sprichw.Spottvers über den, der die leichte Gelegenheit zum Lernen verpasst und später umso mehr Mühe hat.
Herkunft: Ein Schülerspruch des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Sprichw.Wer andere prägen will, muss zuerst an sich arbeiten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei mehreren Pädagogen des 19. Jahrhunderts, unter anderem bei Friedrich Fröbel.
QuelleFröbel
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter. Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Wer lehren will, muss zuhören können.
Sprichw.Unterricht beginnt beim Verstehen dessen, was der andere noch nicht versteht.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer neu anfängt, darf alte Fehler nicht mitnehmen.
Sprichw.Ein Neubeginn wirkt nur, wenn man das Alte tatsächlich zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel aus der Beratungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: NeuanfangLernenVeränderung
Siehe auch: Jeder Anfang braucht ein Ende. Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Wer neu beginnt, ist wieder Lehrling.
Sprichw.Ein Wechsel bedeutet, noch einmal von vorn anzufangen.
Herkunft: Eine Handwerksformel, die auf die Zunftordnung zurückgeht.
Themen: NeuanfangLernenBescheidenheit
Wer nicht fragt, bleibt dumm.
Sprichw.Nur wer nachfragt, schließt seine Wissenslücken.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Sprachraum durch die Sendung mit der Maus allgemein bekannt geworden; als Redensart ist sie älter.
Themen: LernenSchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitWissenLernen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Das Vergangene lehrt das Kommende.
Sprichw.Erfahrung ist das einzige verlässliche Mittel, sich auf Künftiges einzustellen.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Thukydides, der seine Geschichtsschreibung ausdrücklich damit begründet.
Themen: VergangenheitZukunftLernen
QuelleThukydides
Siehe auch: Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Ein voller Bauch studiert nicht gern.
Sprichw.Nach einer reichlichen Mahlzeit fällt geistige Arbeit schwer.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Studentensprache, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EssenLernenFaulheitSchule
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit und Armut sind Nachbarn. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenJugendAlterSchule
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht. Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage.
Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Sprichw.Nur wer die untere Seite kennt, kann von oben vernünftig entscheiden.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Aristoteles aus seiner „Politik“.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Herrschen heißt dienen.
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Kurze Sprichwörter
Kein Meister ohne Lehrzeit.
Sprichw.Ohne die Jahre des Lernens gibt es kein Können.
Herkunft: Eine Zunftregel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Übung macht den Meister. Wie der Meister, so das Werk.
Probieren geht über Studieren.
Sprichw.Eigene Versuche bringen oft mehr als theoretische Überlegungen.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Er stammt aus dem Gegensatz zwischen handwerklicher Erfahrung und gelehrter Bildung.
Themen: ErfahrungLernenHandwerk
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Das Leben ist die beste Schule.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Wer lehrt, lernt zweimal.
Sprichw.Etwas zu erklären zwingt dazu, es selbst zu durchdringen.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke wird Joseph Joubert zugeschrieben und findet sich sinngemäß bereits bei Seneca.
QuelleJoseph Joubert, Seneca
Siehe auch: Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig. Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nicht geht, verlernt das Gehen. Es lernt sich nichts von selbst. Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
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