Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über das Reisen
Unterwegssein bildet, kostet und macht heimwehkrank. Diese drei Gedanken decken den größten Teil des Bestands ab.
14 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Der Heimweg ist immer kürzer.
Sprichw.Die Rückfahrt kommt einem regelmäßig kürzer vor als die Hinfahrt.
Herkunft: Die Beobachtung ist psychologisch beschrieben: Ein bekannter Weg wird als kürzer empfunden, weil er weniger Aufmerksamkeit bindet. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: Haus und HeimatZeit
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Dem Eilenden wird der Weg lang.
In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Sprichw.Erst der Abstand macht deutlich, was man an dem hat, wo man herkommt.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Ovid, der ihn in seinen Briefen aus der Verbannung ausführt.
Themen: Haus und HeimatDankbarkeit
QuelleOvid
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Themen: Haus und HeimatWissen
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Sprichw.Rat, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und ehrlich sein Auskommen zu suchen.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 37 im Alten Testament.
Themen: Haus und HeimatArbeit
QuelleAltes Testament
Dem Eilenden wird der Weg lang.
Sprichw.Wer es eilig hat, empfindet jede Strecke als zu lang.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Heimweg ist immer kürzer.
Ost, West, zu Hause best.
Sprichw.So schön es anderswo sein mag, am wohlsten ist man daheim.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und gehört zu den Haussprüchen, die über Türen und auf Wandtellern angebracht wurden.
Themen: Haus und Heimat
Siehe auch: In der Fremde lernt man die Heimat schätzen. Der Heimweg ist immer kürzer.
Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Sprichw.Der Ausgang eines Verfahrens ist ebenso wenig vorhersehbar wie das Wetter auf See.
Herkunft: Alte Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitSchicksal
Siehe auch: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
Themen: Erfahrung
QuelleMatthias Claudius
Wer weit reisen will, muss leicht packen.
Sprichw.Wer weit kommen will, darf sich nicht mit Überflüssigem beladen.
Herkunft: Ein Reisesprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und in vielen Sprachen verbreitet.
Themen: ErfahrungBescheidenheit
Kurze Sprichwörter
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
QuelleHerodot
Siehe auch: Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Reisen bildet.
Sprichw.Wer fremde Orte kennenlernt, erweitert seinen Horizont.
Herkunft: Die Formel geht auf die Bildungsreise des 18. Jahrhunderts zurück, die zur Ausbildung junger Adliger und Bürgersöhne gehörte.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Andere Länder, andere Sitten. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Glück und Glas, wie leicht bricht das.
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