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Sprichwörter mit S
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51 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Salz und Brot macht Wangen rot.
Sprichw.Auch einfache Kost hält gesund; als Trost bei schmalem Tisch gebraucht.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Zeit, in der Salz und Brot die Grundnahrung darstellten und zugleich als Gastgeschenk gereicht wurden.
Themen: EssenArmutGesundheit
Siehe auch: Wer mit dem Essen spielt, hat noch keinen Hunger gekannt. In der Not schmeckt jedes Brot. Hunger ist der beste Koch.
Der Satte glaubt dem Hungrigen nicht.
Sprichw.Wer keine Not kennt, kann sie sich auch nicht vorstellen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden. Der beste Lehrer ist die Not.
Scheiden tut weh.
Sprichw.Jeder Abschied fällt schwer, selbst wenn er nötig ist.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Volkslied „Muss i denn zum Städtele hinaus“.
Themen: AbschiedLiebeFreundschaft
QuelleVolkslied
Siehe auch: Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Der Schein trügt.
Sprichw.Der erste Eindruck führt oft in die Irre.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „fallaces sunt rerum species“, die bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Sprichw.Wer über seine Verhältnisse verspricht, kann nicht liefern; scherzhaft auch als Entschuldigung gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Schelm“ meinte damals den Betrüger, nicht den harmlosen Spaßvogel.
Themen: LügenGroßzügigkeitEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Worte sind Wind. Papier ist geduldig.
Dem Schicksal entrinnt niemand.
Sprichw.Was bestimmt ist, lässt sich nicht abwenden.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der antiken Tragödie und findet sich in dieser Fassung bei den römischen Dichtern.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Sprichw.Die Ausgangslage ist gegeben, der Umgang damit nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen Schriften.
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter. Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Der Schlaf holt sich, was man ihm vorenthält.
Sprichw.Fehlender Schlaf wird nicht vergessen, er wird nachgefordert.
Herkunft: Eine Formel aus der Schlafforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitZeit
Siehe auch: Wer die Nacht durchwacht, verliert den Tag. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Wer schlecht schläft, sieht die Welt grau.
Der Schlaf ist der Bruder des Todes.
Sprichw.Der Schlaf gleicht dem Tod, weil das Bewusstsein aussetzt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der griechischen Mythologie, in der Hypnos und Thanatos Brüder sind.
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Schlaf ist die beste Medizin.
Sprichw.Ausreichende Ruhe hilft dem Körper, sich zu erholen.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Heilkunde verbreitet und findet sich bei Hippokrates als Empfehlung der Ruhe.
Themen: GesundheitSchlaf
QuelleHippokrates
Siehe auch: Das Bett ist der billigste Arzt. Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut.
Schlaf ist kein Luxus.
Sprichw.Erholung ist keine Bequemlichkeit, sondern Voraussetzung für alles Übrige.
Herkunft: Eine Formel aus der Schlafforschung des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitArbeit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste.
Sprichw.Alte Regel, nach der frühe Schlafstunden die erholsamsten seien.
Herkunft: Eine Gesundheitsregel des 19. Jahrhunderts. Die Schlafforschung bestätigt sie nur teilweise: Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern dass die Tiefschlafphasen am Anfang der Nacht liegen.
Themen: SchlafGesundheitLeben
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: HandwerkArbeitMisserfolg
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Sprichw.Was rasch entsteht, hat selten ein tragfähiges Fundament.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz, was schnell wachse, halte nicht lange.
Siehe auch: Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte. Was schnell wächst, hält nicht lange. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Das Schönste am Lernen ist, dass es niemand wegnehmen kann.
Sprichw.Kenntnisse sind der einzige Besitz, der sich nicht enteignen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Philosophen, unter anderem in einer Anekdote über Simonides.
QuelleSimonides
Siehe auch: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Die schönste Reise ist die Heimreise.
Sprichw.Am Ende zählt nicht der Aufbruch, sondern die Rückkehr.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ReisenHaus und HeimatGlück
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Trautes Heim, Glück allein. Ost, West, zu Hause best.
Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Sprichw.Was man selbst erfahren muss, kostet mehr als jeder Unterricht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Ausdruck vom Lehrgeld, das man zahlt.
Siehe auch: Das Leben ist die beste Schule. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Die Schule endet mit dem Zeugnis, das Lernen nicht.
Sprichw.Der Abschluss beendet den Unterricht, nicht die Notwendigkeit weiterzulernen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erwachsenenbildung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt. Wissen veraltet, Denken nicht.
Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Sprichw.Unterricht vermittelt Kenntnisse, aber kein Urteilsvermögen.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungskritik des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitWissen
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele. Wissen ist nicht Weisheit.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sprichw.Man sollte über das urteilen, wovon man etwas versteht, und nicht über alles andere.
Herkunft: Geht auf eine Anekdote über den griechischen Maler Apelles zurück, der die Kritik eines Schusters an den Schuhen seines Bildes gelten ließ, dessen weitergehende Einwände aber zurückwies.
Themen: BerufHandwerkBescheidenheit
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Sprichw.Ein einzelnes gutes Zeichen bedeutet noch nicht, dass sich die Lage insgesamt gewendet hat.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in einer Fabel Äsops belegt und findet sich in ähnlicher Form bei Aristoteles.
Themen: ZeitHoffnungTiereJahreszeiten
QuelleÄsop, Aristoteles
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Schweigen kann man nicht bereuen.
Sprichw.Ein ungesagtes Wort hat noch niemandem geschadet.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Publilius Syrus, wonach niemand das Schweigen bereut habe, viele aber das Reden.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtWahrheit
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer nüchtern bleibt, hört alles. Stille Wasser sind tief.
Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Sprichw.Manchen fällt ohne jede Anstrengung zu, wofür andere hart arbeiten. Meist mit einem Unterton von Neid gesagt.
Herkunft: Der Satz geht auf Psalm 127 im Alten Testament zurück.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Selbst gekocht ist halb gespart.
Sprichw.Wer selbst kocht, kommt mit deutlich weniger aus.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: EssenSparenHaus und Heimat
Siehe auch: Sparsamkeit erhält das Haus. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer sparen will, muss zuerst rechnen.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrungVeränderung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Sprichw.Mahnung, niemanden schlecht zu behandeln, weil man ihm wiederbegegnen kann.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist als Warnung gebraucht. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: NachbarnErfahrungVorsicht
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Man soll alte Geschichten ruhen lassen.
Sprichw.Längst zurückliegende Streitigkeiten sollte man nicht wieder hervorholen.
Herkunft: Eine jüngere Formel nach dem Muster der Wendung von den schlafenden Hunden.
Themen: VergangenheitStreitZusammenhalt
Siehe auch: Ein guter Zaun macht gute Nachbarn.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Sprichw.Über den Ertrag einer Sache zu verfügen, bevor sie gelungen ist, ist verfrüht.
Herkunft: Das Bild ist in Europa seit dem Mittelalter verbreitet und findet sich unter anderem in einer Fabel von La Fontaine.
Auch: Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, bevor der Bär erlegt ist.
Themen: VorsichtTiereLeichtsinn
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Sprichw.Ein Erfolg sollte erst gefeiert werden, wenn er endgültig feststeht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Solon zurück, der bei Herodot rät, niemanden vor seinem Tod glücklich zu preisen. Im Deutschen ist die Fassung mit dem Tag seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.
Themen: VorsichtZukunftHoffnung
Siehe auch: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Kommt Zeit, kommt Rat.