Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Fleiß
Frühes Aufstehen, stetiges Tun, kleine Schritte: Der Fleiß gehört zu den am dichtesten belegten Sprichwortthemen im Deutschen.
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Bekannte Sprichwörter
Arbeit, die Freude macht, ermüdet weniger.
Sprichw.Dieselbe Anstrengung wird unterschiedlich empfunden, je nachdem, ob man sie gern tut.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird.
Sprichw.Gute Voraussetzungen allein genügen nicht ohne Arbeit.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftNatur
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Auch kleine Schritte führen ans Ziel.
Sprichw.Es kommt nicht auf die Größe der Fortschritte an, sondern darauf, dass sie nicht aufhören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Sprichw.Pflichten sollten erledigt sein, bevor man sich der Freizeit widmet.
Herkunft: Ein Merkspruch aus der Schul- und Erziehungsliteratur des 18. Jahrhunderts, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Es lernt sich nichts von selbst.
Sprichw.Kenntnisse stellen sich nicht ein, ohne dass man sich darum bemüht.
Herkunft: Ein Merksatz aus der Schulliteratur des 19. Jahrhunderts, der sich gegen die Annahme richtet, Begabung ersetze Übung.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Ohne Fleiß kein Preis. Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Sprichw.Wer die Arbeit meidet, gerät leicht in Not.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Fleiß bringt Brot, Faulheit Not. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer nichts tut, hat nie Zeit.
Fleiß bringt Brot, Faulheit Not.
Sprichw.Wer arbeitet, kommt zurecht, wer sich drückt, gerät in Schwierigkeiten.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulfibel-Tradition des 18. und 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Faulheit und Armut sind Nachbarn. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Fleiß ohne Richtung ist nur Bewegung.
Sprichw.Anstrengung allein ergibt noch kein Ergebnis.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Themen: ArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken.
Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Sprichw.Anlage allein reicht nicht, Ausdauer holt sie ein.
Herkunft: Eine Formel aus der Begabungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Es lernt sich nichts von selbst.
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Sprichw.Zuversicht ersetzt keine Handlung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Dem Glück muss man nachhelfen. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Im Winter zeigt sich, wer Holz gemacht hat.
Sprichw.Wer im Sommer vorgesorgt hat, kommt durch den Winter.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, verwandt mit der Fabel von Grille und Ameise.
Themen: JahreszeitenVorsicht
Siehe auch: Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Vorbeugen ist besser als heilen. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Sprichw.Spottvers über Menschen, die Aufgaben immer wieder vertagen.
Christian Felix WeißeSchriftsteller und Kinderbuchautor, 1726 bis 1804
Herkunft: Geht auf ein Gedicht von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert zurück.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Sprichw.Wer früh am Tag beginnt, schafft mehr und nutzt die Zeit besser.
Herkunft: Gilt als Übersetzung der lateinischen Formel „aurora habet aurum in ore“.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Sprichw.Wer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei antiken Autoren und wurde durch die Klosterregeln des Mittelalters weiterverbreitet.
Themen: FaulheitLeichtsinn
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Arbeit macht das Leben süß.
Sprichw.Wer etwas leistet, empfindet auch die freie Zeit als Gewinn.
Herkunft: Die Zeile stammt aus einem Kinderlied von Gottlob Wilhelm Burmann aus dem späten 18. Jahrhundert.
QuelleBurmann
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Bewegung ist die beste Medizin.
Sprichw.Regelmäßige Bewegung wirkt vorbeugend besser als jede Behandlung.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Hippokrates zurück, der das Gehen als beste Arznei des Menschen bezeichnete.
Themen: GesundheitAlter
QuelleHippokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Früh zu Bett und früh heraus macht gesund und reich.
Sprichw.Merkregel über den Nutzen eines geregelten Tagesablaufs.
Herkunft: Der Reimspruch geht auf Benjamin Franklin zurück, der ihn 1735 in seinem Almanach veröffentlichte.
Themen: SchlafGesundheit
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Ein Groschen gespart ist ein Groschen verdient.
Sprichw.Nicht ausgegebenes Geld zählt genauso wie eingenommenes.
Herkunft: Die Formel geht auf Benjamin Franklin zurück, der sie 1737 in seinem Almanach veröffentlichte.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Sparen ist verdienen. Wer sparen will, muss zuerst rechnen. Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Ein Jahr Unkraut, sieben Jahre Same.
Sprichw.Ein einziges versäumtes Jahr bei der Feldpflege wirkt jahrelang nach.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: LandwirtschaftNatur
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.
Sprichw.Wer aufhört zu üben, fällt zurück, statt stehenzubleiben.
Herkunft: Die Formel wird häufig Laozi oder Konfuzius zugeschrieben, stammt aber nachweislich aus einem deutschen Schulbuch des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Sprichw.Scherzhafte Aufmunterung: Mit Ausdauer gelingt auch das Schwierige.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Morgen, morgen, nur nicht heute.
Sprichw.Spott über das ewige Vertagen. Der vollständige Vers nennt die faulen Leute als Urheber.
Herkunft: Aus einem Kinderlied von Christian Felix Weiße aus dem 18. Jahrhundert.
QuelleChristian Felix Weiße
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Kurze Sprichwörter
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Gesagt, getan.
Sprichw.Wird gesagt, wenn ein Vorhaben ohne jede Verzögerung umgesetzt wird.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „dictum factum“, das bei Terenz belegt ist.
QuelleTerenz
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viele Hände, schnelles Ende.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Sprichw.Wer noch in der Ausbildung ist, muss Mühen und Anweisungen hinnehmen.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen und bezog sich auf die Stellung des Lehrlings gegenüber dem Meister.
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Handwerk hat goldenen Boden. Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Ohne Fleiß kein Preis.
Sprichw.Ein Erfolg setzt Anstrengung voraus; geschenkt bekommt man nichts.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulliteratur des 18. Jahrhunderts. „Preis“ meint dabei den Siegespreis, nicht den Kaufpreis.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
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