Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über die Arbeit, Seite 3
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Bekannte Sprichwörter
Der Teufel steckt im Detail.
Sprichw.Ein Vorhaben scheitert selten am großen Plan, sondern an den Einzelheiten.
Herkunft: Die Formel ist eine Umkehrung der älteren Redensart, Gott stecke im Detail, die dem Kunsthistoriker Aby Warburg zugeschrieben wird. Welche der beiden Fassungen zuerst da war, ist ungeklärt.
Themen: VorsichtArbeitKlugheit und Dummheit
QuelleAby Warburg
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Themen: VertrauenVorsichtArbeit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Ware, die lange liegt, wird nicht besser.
Sprichw.Was sich nicht verkauft, verliert mit der Zeit an Wert.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort des 19. Jahrhunderts.
Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Sprichw.Der eigene Aufwand verändert den Wert des Ergebnisses.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: EssenLandwirtschaftArbeit
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Wer allein isst, isst schneller und schlechter. Was man selbst tut, ist gut getan.
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Am Werkzeug erkennt man den Meister. Wie der Bauer, so der Hof.
Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichw.Was am Vorabend erledigt ist, entlastet den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel aus der Hausväterliteratur des 18. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gut geplant ist halb getan. Erst die Ordnung, dann das Werk. Wie die Saat, so die Ernte.
Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Sprichw.Lückenlose Überwachung ist das Eingeständnis fehlenden Zutrauens.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Wer aufräumt, findet mehr als er sucht.
Sprichw.Beim Ordnen kommt regelmäßig zum Vorschein, was man längst vergessen hatte.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungHaus und HeimatArbeit
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft.
Sprichw.Sachkenntnis ersetzt Anstrengung.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Sprichw.Wer sorgfältig wirtschaftet, bekommt es zurück.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftArbeitNatur
Siehe auch: Der Acker lügt nicht. Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Sprichw.Spottvers auf allzu Diensteifrige, meist ironisch gebraucht.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Arbeiter- und Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, gebildet als Umkehrung der Fleißsprüche der Schulfibeln.
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Wer die Arbeit kennt, schätzt die Pause.
Sprichw.Erst wer sich anstrengt, weiß die freie Zeit zu nehmen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Schlaf ist kein Luxus. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Sprichw.Aufgeschobene Arbeit verschwindet nicht, sie sammelt sich.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Die Arbeit läuft nicht davon. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer den Tag verschläft, klagt über die Nacht.
Wer Macht hat, hat Verantwortung.
Sprichw.Einfluss lässt sich nicht von der Verpflichtung trennen, die er mit sich bringt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Ethik des 20. Jahrhunderts.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitArbeit
Siehe auch: Herrschen heißt dienen. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Sprichw.Wer sich vor Vorgesetzten klein macht, lässt es die Untergebenen entgelten.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Wer nicht hinschaut, tritt daneben.
Sprichw.Unaufmerksamkeit ist die häufigste Ursache vermeidbarer Fehler.
Herkunft: Eine Arbeitsschutzformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsichtArbeit
Siehe auch: Leichtfertig begonnen ist halb verloren. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende.
Sprichw.Ohne Anfang gibt es auch keinen Abschluss, über den man klagen könnte.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: FaulheitNeuanfangArbeit
Siehe auch: Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Wer zu lange plant, fängt nie an.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.
Sprichw.Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: HandwerkArbeitMisserfolg
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Taten sagen mehr als Worte.
Sprichw.Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.
Themen: EhrlichkeitArbeitVertrauen
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Liebe braucht keine großen Worte. Die Wahrheit braucht keine Zeugen. Worte sind Wind.
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhaltEssen
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Vier Augen sehen mehr als zwei.
Sprichw.Wer eine Sache zu zweit prüft, entdeckt mehr Fehler als allein.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Zusammenhang der gegenseitigen Prüfung bei Rechnungen und Urkunden.
Themen: ZusammenhaltKlugheit und DummheitArbeit
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Sprichw.Wer beim Pflügen zurückblickt, zieht eine krumme Furche. Übertragen: Wer anfängt, soll bei der Sache bleiben.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 9,62).
Themen: LandwirtschaftArbeitZukunft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Sprichw.Ohne eigenes Zutun stellt sich nichts ein.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wo die lässige Hand arm macht (Sprüche 10,4).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Sprichw.Ein Fehler am Beginn lässt sich später nicht mehr ausgleichen.
Herkunft: Eine Handwerksregel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: HandwerkArbeitVorsicht
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Ungeduld verdirbt das Werk.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer miteinander isst, streitet weniger. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Kurze Sprichwörter
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Ungeduld verdirbt das Werk.
Sprichw.Wer zu schnell arbeitet, macht Fehler, die den Zeitgewinn wieder aufzehren.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig. Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Themen: ArbeitZusammenhaltFleiß
Siehe auch: Einer allein baut kein Haus. Ein Finger allein macht keine Faust. Zeit und Stunde warten auf niemanden.
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