Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über die Arbeit, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Themen: VertrauenVorsichtArbeit
Siehe auch: Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Ware, die lange liegt, wird nicht besser.
Sprichw.Was sich nicht verkauft, verliert mit der Zeit an Wert.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort des 19. Jahrhunderts.
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben. Der Teufel steckt im Detail.
Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichw.Was am Vorabend erledigt ist, entlastet den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel aus der Hausväterliteratur des 18. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gut geplant ist halb getan. Wie die Saat, so die Ernte. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Sprichw.Spottvers auf allzu Diensteifrige, meist ironisch gebraucht.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Arbeiter- und Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, gebildet als Umkehrung der Fleißsprüche der Schulfibeln.
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Sprichw.Vor der eigentlichen Arbeit steht die Vorbereitung.
Herkunft: Ein Handwerkssprichwort, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Wie man's macht, ist es verkehrt.
Sprichw.Resignierter Kommentar, wenn jede Entscheidung von irgendjemandem bemängelt wird.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, meist resigniert gebraucht.
Themen: ArbeitMisserfolgStreit
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Die Wahrheit tut weh.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhaltEssen
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Vier Augen sehen mehr als zwei.
Sprichw.Wer eine Sache zu zweit prüft, entdeckt mehr Fehler als allein.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Zusammenhang der gegenseitigen Prüfung bei Rechnungen und Urkunden.
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Sprichw.Wer sich nicht am gemeinsamen Aufwand beteiligt, hat auch keinen Anspruch auf den Ertrag.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem zweiten Thessalonicherbrief (3,10) des Neuen Testaments.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Geteiltes Brot schmeckt besser. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer nur einen Hammer hat, sieht in allem einen Nagel.
Sprichw.Wer nur ein Mittel beherrscht, wendet es auf alles an, ob es passt oder nicht.
Herkunft: Die Formel geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow zurück (1966).
Themen: HandwerkKlugheit und DummheitArbeit
QuelleMaslow
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Sprichw.Wer sich verzettelt, bringt am Ende nichts richtig zu Ende.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: ArbeitFleißMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Wer zwei Hasen zugleich jagt, fängt keinen.
Sprichw.Wer sich auf zu vieles gleichzeitig einlässt, erreicht nichts davon.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt und findet sich in vielen europäischen Sprachen.
Themen: Klugheit und DummheitArbeitFleiß
Siehe auch: Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeitMacht
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Wie der Meister, so das Werk.
Sprichw.An der Arbeit erkennt man, wer sie gemacht hat.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und aus dem Zunftwesen überliefert.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Wie die Arbeit, so der Lohn.
Sprichw.Die Bezahlung entspricht dem, was jemand leistet, und schlechte Bezahlung bringt schlechte Arbeit hervor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, ursprünglich als Rechtfertigung geringer Bezahlung bei schlechter Leistung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Arbeit adelt. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Wie die Saat, so die Ernte.
Sprichw.Das Ergebnis entspricht dem, was man vorher hineingesteckt hat.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Galaterbrief des Neuen Testaments. Die landwirtschaftliche Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LandwirtschaftArbeitSchicksal
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Sprichw.Wo etwas geschaffen oder verändert wird, lassen sich Verluste und Reibungen nicht ganz vermeiden.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Tischlerei. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, im 20. Jahrhundert häufig zur Rechtfertigung von Opfern missbraucht.
Themen: ArbeitHandwerkVeränderung
Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Sprichw.Wenn sich zu viele für dieselbe Aufgabe zuständig fühlen, kümmert sich am Ende niemand richtig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, verwandt mit dem Satz von den vielen Köchen.
Themen: ArbeitZusammenhaltLandwirtschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Köche verderben den Brei. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Sprichw.Mit einer einzigen Handlung gleich zwei Ziele erreichen.
Herkunft: Die Klappe ist die Fliegenklatsche. Die Formel ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in vielen Sprachen mit wechselnden Tieren.
Siehe auch: Zeit ist Geld. Ordnung ist das halbe Leben.
Kurze Sprichwörter
Viele Hände, schnelles Ende.
Sprichw.Eine Arbeit ist rasch getan, wenn viele mit anpacken.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Viele Hände machen schnell ein Ende.
Themen: ArbeitZusammenhaltFleiß
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Gesagt, getan. Einigkeit macht stark.
Wer schreibt, der bleibt.
Sprichw.Was schriftlich festgehalten ist, überdauert; wer es festhält, sichert sich ab.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Kanzlei- und Verwaltungssprache, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Zeit ist Geld.
Sprichw.Verlorene Zeit bedeutet entgangenen Verdienst.
Benjamin Franklinamerikanischer Staatsmann und Publizist, 1706 bis 1790
Herkunft: Der Satz stammt in dieser Form aus einem Ratgebertext von Benjamin Franklin aus dem Jahr 1748.
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ordnung ist das halbe Leben.
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