Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über die Arbeit, Seite 2
126 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 5
Bekannte Sprichwörter
Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte.
Sprichw.Wer einen Betrieb aufbaut, braucht mehrere Jahre, bevor sich der Aufwand zeigt.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftGeduldArbeit
Siehe auch: Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Sprichw.Der bäuerliche Jahreslauf teilt die Arbeit fest ein.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, verwandt mit dem Vers aus dem Buch Prediger, wonach alles seine Zeit hat.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaftArbeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer aufräumt, findet mehr als er sucht. Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Jeder Beruf hat seine Bürde.
Sprichw.Von außen sieht jede Tätigkeit leichter aus, als sie ist.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht.
Die Jungen wollen, die Alten sollen.
Sprichw.Junge Menschen handeln aus Lust, ältere aus Pflichtgefühl.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der Antrieb und Pflichtgefühl den Lebensaltern zuordnet.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Sprichw.Ein Vorhaben ohne Vorbereitung scheitert oft schon im Ansatz.
Herkunft: Eine Umkehrung des älteren Spruchs, frisch gewagt sei halb gewonnen.
Themen: LeichtsinnArbeitVorsicht
Siehe auch: Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Sprichw.Wer früh am Tag beginnt, schafft mehr und nutzt die Zeit besser.
Herkunft: Gilt als Übersetzung der lateinischen Formel „aurora habet aurum in ore“.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Man muss den Esel nicht zum Brunnen tragen, wenn er nicht trinken will.
Sprichw.Wer nicht will, lässt sich nicht überreden, gleichgültig wie viel Mühe man aufwendet.
Herkunft: Eine deutsche Fassung des englischen Sprichworts vom Pferd, das man zur Tränke führen, aber nicht zum Trinken zwingen kann.
Themen: TiereArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich nicht ändert, wird geändert.
Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Sprichw.Missgunst führt zum Blick auf andere, nicht zur eigenen Arbeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Neid baut keine Häuser. Besser beneidet als bemitleidet. Wer vergleicht, verliert.
Der Neid sieht das Ergebnis, nie die Arbeit.
Sprichw.Wer beneidet, rechnet die Mühe nicht mit, die dahintersteckt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Neid baut keine Häuser. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer.
Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Sprichw.Wer beneidet, sieht nur das Ergebnis und nicht die Mühe, die dahintersteckt.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Der Neid sieht das Ergebnis, nie die Arbeit. Neid baut keine Häuser. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen.
Sprichw.Wer laufend aufräumt, kommt mit weniger Aufwand aus als der, der es aufschiebt.
Herkunft: Eine Haushaltsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung spart Zeit. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Sprichw.Die äußere Ordnung wirkt auf die innere zurück.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Ordnung ist Mittel, nicht Zweck.
Sprichw.Wer die Ordnung zum Ziel macht, verliert das Ziel aus dem Blick.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Gutes Werkzeug ist halbe Arbeit.
Sprichw.Mit dem richtigen Gerät geht die Arbeit deutlich leichter von der Hand.
Herkunft: Eine Handwerksregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Nicht das Werkzeug macht den Meister. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Sprichw.Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Der Letzte macht das Licht aus.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung an denjenigen, der als Letzter geht; auch als Kommentar zu einem Niedergang gebraucht.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, im politischen Sprachgebrauch der 1980er Jahre verbreitet.
Siehe auch: Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Sprichw.Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.
Themen: HandwerkErfolgZeitArbeit
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Eine kleine Hilfe zur rechten Zeit ist mehr als eine große zu spät. Doppelt gibt, wer schnell gibt.
Ordnung ist das halbe Leben.
Sprichw.Wer Ordnung hält, spart Zeit und Ärger.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie gehört zu einer Gruppe von Sätzen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern, vergleichbar mit „Frisch gewagt ist halb gewonnen“.
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zeit ist Geld. Ordnung muss sein.
Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.
Sprichw.Wer sich am lautesten beschwert, wird zuerst bedient.
Herkunft: Lehnübersetzung eines im Englischen verbreiteten Sprichworts.
Siehe auch: Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Sprichw.Große Vorhaben brauchen Zeit; Ungeduld über langsame Fortschritte ist unangebracht.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 12. Jahrhundert belegt und von dort in die übrigen europäischen Sprachen gelangt.
Auch: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Kurze Sprichwörter
Handwerk hat goldenen Boden.
Sprichw.Wer ein Handwerk beherrscht, hat eine verlässliche Existenzgrundlage.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen und meinte ursprünglich den Boden im Wortsinn: die tragfähige Grundlage einer Existenz. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: BerufHandwerkArbeitGeld
Siehe auch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Kleine Herren, große Plage.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, lässt sie andere besonders spüren.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Macht geht vor Recht.
Neid baut keine Häuser.
Sprichw.Von der Missgunst allein entsteht nichts.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Der Neid sieht das Ergebnis, nie die Arbeit.
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Ohne Fleiß kein Preis.
Sprichw.Ein Erfolg setzt Anstrengung voraus; geschenkt bekommt man nichts.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulliteratur des 18. Jahrhunderts. „Preis“ meint dabei den Siegespreis, nicht den Kaufpreis.
Themen: FleißErfolgArbeitSchule
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Ordnung spart Zeit.
Sprichw.Wer Dinge an ihrem Platz hat, sucht nicht.
Herkunft: Eine Formel aus der Hauswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ordnung halten ist weniger Arbeit als Ordnung schaffen. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange.
Papier ist geduldig.
Sprichw.Aufschreiben lässt sich alles; ob es auch zutrifft oder eingehalten wird, steht auf einem anderen Blatt.
Cicerorömischer Redner und Staatsmann, 106 bis 43 v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einem Brief Ciceros.
QuelleCicero
Siehe auch: Worte sind Wind. Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Pfusch ist doppelte Arbeit.
Sprichw.Was schlecht gemacht ist, muss ohnehin noch einmal gemacht werden.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: HandwerkArbeitMisserfolg
Siehe auch: Der Faule arbeitet doppelt. Übung macht den Meister. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
Schlaf ist kein Luxus.
Sprichw.Erholung ist keine Bequemlichkeit, sondern Voraussetzung für alles Übrige.
Herkunft: Eine Formel aus der Schlafforschung des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitArbeit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
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