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Sprichwörter mit F
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27 Einträge mit Bedeutung
Familie ist, wo man hingeht, wenn sonst niemand mehr da ist.
Sprichw.Der Wert der Familie zeigt sich, wenn alles andere wegfällt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: FamilieZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Zuhause ist, wo man verstanden wird. Zu Hause ist, wo man nicht erklären muss, wer man ist.
Familienbande halten fest, auch wenn sie drücken.
Sprichw.Verwandtschaft ist verbindlich, ob man will oder nicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, die das Wortspiel mit Band und Bande nutzt.
Themen: FamilieZusammenhaltStreit
Siehe auch: In der Familie zählt nicht, wer recht hat. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Der Faule arbeitet doppelt.
Sprichw.Wer sich beim ersten Mal drückt, muss die Sache ein zweites Mal anfassen.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, was man nicht im Kopf habe, müsse man in den Beinen haben.
Themen: FaulheitArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Pfusch ist doppelte Arbeit.
Faulheit ist die Mutter aller Ausreden.
Sprichw.Wer nicht arbeiten will, findet immer einen Grund.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet nach dem Muster älterer Sprüche über die Mutter aller Laster.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer schläft, sündigt nicht. Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Die Faulheit ist die Mutter der Erfindung.
Sprichw.Wer sich Arbeit ersparen will, findet oft den besseren Weg.
Herkunft: Eine ironische Umkehrung des älteren Satzes, die Not sei die Mutter der Erfindung.
Faulheit und Armut sind Nachbarn.
Sprichw.Wer die Arbeit meidet, gerät leicht in Not.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Fleiß bringt Brot, Faulheit Not. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer nichts tut, hat nie Zeit.
Ein Fehler zieht den nächsten nach sich.
Sprichw.Wer einen Fehler ausbessern will, macht dabei oft den nächsten.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts, verwandt mit dem Sprichwort vom Unglück, das selten allein kommt.
Themen: MisserfolgArbeitVorsicht
Siehe auch: Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Ein Finger allein macht keine Faust.
Sprichw.Erst das Zusammenwirken erzeugt Wirkung.
Herkunft: Eine Bildformel, die in mehreren Sprachen belegt ist und im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verwendet wird.
Themen: ZusammenhaltMachtArbeit
Siehe auch: Einigkeit macht stark. Viele Hände, schnelles Ende. Einer allein baut kein Haus.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke. Ein guter Trunk macht Alte jung.
Fleiß bringt Brot, Faulheit Not.
Sprichw.Wer arbeitet, kommt zurecht, wer sich drückt, gerät in Schwierigkeiten.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulfibel-Tradition des 18. und 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Faulheit und Armut sind Nachbarn. Wer sich drückt, wird gedrückt. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Fleiß ohne Richtung ist nur Bewegung.
Sprichw.Anstrengung allein ergibt noch kein Ergebnis.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitsorganisation des 20. Jahrhunderts.
Themen: FleißArbeitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken.
Fleiß schlägt Begabung, wenn Begabung nicht fleißig ist.
Sprichw.Anlage allein reicht nicht, Ausdauer holt sie ein.
Herkunft: Eine Formel aus der Begabungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht lernt, verlernt. Es lernt sich nichts von selbst.
Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen.
Sprichw.Bauernregel: Bei fallendem Luftdruck fliegen Insekten und damit auch Schwalben tiefer.
Herkunft: Die Beobachtung hat einen sachlichen Kern, weil Insekten bei feuchter Luft niedriger fliegen und Schwalben ihnen folgen.
Themen: WetterTiereJahreszeiten
Siehe auch: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Ein Freund ist ein zweites Ich.
Sprichw.Ein enger Freund steht einem so nah wie man sich selbst.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „alter ego“, die auf Ciceros Schrift über die Freundschaft zurückgeht.
Themen: FreundschaftVertrauen
QuelleCicero
Siehe auch: Gute Freunde kann man auch schweigend ertragen. Wer alles teilt, muss auch das Schweigen teilen können. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Sprichw.Menschen, die im Ernstfall zur Stelle sind, gibt es nur wenige.
Herkunft: „Lot“ ist eine alte Gewichtseinheit von etwa 15 Gramm; die Formulierung betont damit, wie wenig solche Freunde wiegen, also wie selten sie sind.
Themen: FreundschaftUnglückVertrauen
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Freundschaft will gepflegt sein.
Sprichw.Eine Beziehung hält nur, solange man etwas dafür tut.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: FreundschaftNachbarnZusammenhalt
Siehe auch: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Eine Ehe ist ein langes Gespräch.
Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten.
Sprichw.Spöttische Erinnerung daran, dass jeder ersetzbar ist.
Herkunft: Der Ausspruch wird Charles de Gaulle und mehreren anderen zugeschrieben, ohne dass sich ein Erstbeleg finden ließe.
Themen: HochmutTodBescheidenheit
Siehe auch: Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Früh zu Bett und früh heraus macht gesund und reich.
Sprichw.Merkregel über den Nutzen eines geregelten Tagesablaufs.
Herkunft: Der Reimspruch geht auf Benjamin Franklin zurück, der ihn 1735 in seinem Almanach veröffentlichte.
Themen: SchlafGesundheitFleiß
QuelleBenjamin Franklin
Siehe auch: Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Sprichw.Die Aussicht ersetzt nicht die Ernte.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaftHoffnung
Siehe auch: Der Herbst hält, was der Frühling versprach. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Die Furcht hat große Augen.
Sprichw.Wer sich fürchtet, sieht die Gefahr größer, als sie ist.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „timor addit alas“ verwandte Bild vom Aufgeschreckten mit weit geöffneten Augen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Angst hat große Augen.
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Eifersucht schärft den Blick für das, was nicht da ist.
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: AngstKlugheit und DummheitWissen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Sprichw.Die Erwartung des Schlimmen quält oft mehr als das Ereignis.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei antiken Autoren, unter anderem bei Publilius Syrus.
Themen: AngstVorsichtErfahrung
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.