Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Hochmut, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer schönredet, lügt höflich.
Sprichw.Auch die freundliche Beschönigung ist eine Form der Unwahrheit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LügenHochmutEhrlichkeit
Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer.
Sprichw.Das Urteil über fremde Leistung fällt umso strenger aus, je weniger eigene vorliegt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet.
Sprichw.Wer die eigene Arbeit dauernd bewundert, hat vermutlich nicht viel vorzuweisen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: BescheidenheitHochmutArbeit
Siehe auch: Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Wer genug hat, ist reich.
Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen.
Sprichw.Selbstüberschätzung ist meist ein Zeichen von Unkenntnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet aus der antiken Bezeichnung Delphis als Nabel der Welt.
Themen: HochmutReisenBescheidenheit
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten. Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Wer sich nicht selbst lobt, wird auch nicht getadelt.
Sprichw.Wer keine Ansprüche anmeldet, bietet auch keine Angriffsfläche.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: BescheidenheitHochmutVorsicht
Siehe auch: Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens.
Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht.
Sprichw.Selbstlob mindert die Glaubwürdigkeit statt sie zu erhöhen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Themen: HochmutBescheidenheitVertrauen
Siehe auch: Eigenlob stinkt. Der leerste Krug klingt am lautesten. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer sich selbst genügt, braucht wenig Beifall.
Sprichw.Wer mit sich im Reinen ist, ist auf fremde Bestätigung nicht angewiesen.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Lehre von der Selbstgenügsamkeit und findet sich bei Mark Aurel.
Themen: BescheidenheitHochmutGlück
QuelleMark Aurel
Siehe auch: Ein eigenes Dach ist mehr wert als ein fremder Palast. Ehre, wem Ehre gebührt. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Wer sich zu klein macht, wird übersehen.
Sprichw.Übertriebene Zurückhaltung wird nicht als Tugend erkannt, sondern als Bedeutungslosigkeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Spottvers über die Bescheidenheit als Zier.
Themen: BescheidenheitHochmutErfolg
Siehe auch: Große Menschen machen wenig Aufhebens. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer über andere hinwegsieht, sieht auch nicht, wer ihm hilft.
Sprichw.Wer sich für etwas Besseres hält, übersieht die Unterstützung, von der er lebt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Themen: HochmutDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Der Neid sieht nur den fremden Garten. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Sprichw.Wer seinen Besitz nicht vorführt, steht am sichersten da.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Sprüche über Zurückhaltung.
Themen: BescheidenheitReichtumHochmut
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Wer sich nicht selbst lobt, wird auch nicht getadelt. Wer gibt, macht sich frei.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Sprichw.Wer sich von der Gemeinschaft löst, tut es selten ohne Grund.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 18,1).
Themen: ZusammenhaltHochmutNachbarn
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden.
Sprichw.Wer sich über andere stellt, wird darauf zurückgeworfen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 14,11).
Themen: HochmutBescheidenheitMisserfolg
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Sprichw.Sicherheit im Urteil wächst nicht mit dem Wissen, sondern nimmt oft ab.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Bertrand Russell, der die Unsicherheit der Klugen der Sicherheit der Dummen gegenüberstellt.
Themen: WissenHochmutKlugheit und Dummheit
QuelleBertrand Russell
Siehe auch: Wissen ist nicht Weisheit. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
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