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Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft

Sprichwörter über die Arbeit

Arbeit ist im deutschen Sprichwortbestand allgegenwärtig und wird selten romantisiert. Sie ist Pflicht, Zeitgeber und Existenzgrundlage, und sie hat ihre eigene Ordnung: erst das Tun, dann das Vergnügen.

57 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2

Bekannte Sprichwörter

Sprichwörter mit belegter Herkunft

  • Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.

    Sprichw.

    Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.

    Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.

    Themen: NeuanfangMut

    QuelleAristoteles, Horaz

    Siehe auch: Aller Anfang ist schwer.

  • Arbeit macht das Leben süß.

    Sprichw.

    Wer etwas leistet, empfindet auch die freie Zeit als Gewinn.

    Herkunft: Die Zeile stammt aus einem Kinderlied von Gottlob Wilhelm Burmann aus dem späten 18. Jahrhundert.

    Themen: FleißFaulheit

    QuelleBurmann

    Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.

  • Bleibe im Lande und nähre dich redlich.

    Sprichw.

    Rat, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und ehrlich sein Auskommen zu suchen.

    Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 37 im Alten Testament.

    Themen: Haus und HeimatReisen

    QuelleAltes Testament

  • Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.

    Sprichw.

    Wer für einen arbeitet, dem soll man auch seinen Anteil lassen.

    Herkunft: Der Satz stammt aus dem Alten Testament (5. Mose 25,4) und wird im Neuen Testament als Bild für gerechte Entlohnung aufgegriffen.

    Themen: DankbarkeitLandwirtschaftTiere

    QuelleAltes Testament, Neues Testament

  • Der Fisch stinkt vom Kopf her.

    Sprichw.

    Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.

    Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.

    Themen: MachtBerufTiere

    Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr.

  • Gut Ding will Weile haben.

    Sprichw.

    Sorgfältige Arbeit braucht Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.

    Herkunft: Die artikellose Fügung „gut Ding“ bewahrt eine ältere Sprachstufe, in der das Adjektiv vor dem Substantiv unflektiert bleiben konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.

    Themen: GeduldZeit

    Siehe auch: Was lange währt, wird endlich gut. Wie der Meister, so das Werk. Was man selbst tut, ist gut getan.

  • Ein jeder tue, was seines Amtes ist.

    Sprichw.

    Jeder sollte die Aufgabe erledigen, für die er zuständig ist, und sich nicht in fremde einmischen.

    Herkunft: Die Formel stammt aus der Ständelehre der frühen Neuzeit, nach der jedem sein Wirkungskreis zugewiesen war. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: BerufOrdnung

    Siehe auch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.

  • Der Letzte macht das Licht aus.

    Sprichw.

    Scherzhafte Aufforderung an denjenigen, der als Letzter geht; auch als Kommentar zu einem Niedergang gebraucht.

    Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, im politischen Sprachgebrauch der 1980er Jahre verbreitet.

    Themen: AbschiedLeben

  • Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist.

    Sprichw.

    Eine günstige Gelegenheit muss sofort genutzt werden, sonst ist sie vorbei.

    Herkunft: Das Bild stammt aus der Schmiedearbeit: Nur glühendes Eisen lässt sich formen.

    Themen: HandwerkErfolgZeit

  • Ordnung ist das halbe Leben.

    Sprichw.

    Wer Ordnung hält, spart Zeit und Ärger.

    Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie gehört zu einer Gruppe von Sätzen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern, vergleichbar mit „Frisch gewagt ist halb gewonnen“.

    Themen: OrdnungFleiß

    Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zeit ist Geld. Ordnung muss sein.

  • Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Fett.

    Sprichw.

    Wer sich am lautesten beschwert, wird zuerst bedient.

    Herkunft: Lehnübersetzung eines im Englischen verbreiteten Sprichworts.

    Themen: Erfahrung

  • Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

    Sprichw.

    Große Vorhaben brauchen Zeit; Ungeduld über langsame Fortschritte ist unangebracht.

    Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 12. Jahrhundert belegt und von dort in die übrigen europäischen Sprachen gelangt.

    Auch: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

    Themen: GeduldZeit

    Siehe auch: Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.

  • Ein schlechter Handwerker schilt sein Werkzeug.

    Sprichw.

    Wer nichts kann, sucht die Schuld bei den Umständen.

    Herkunft: Die Formel übersetzt ein französisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.

    Themen: HandwerkMisserfolg

  • Taten sagen mehr als Worte.

    Sprichw.

    Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.

    Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.

    Themen: EhrlichkeitVertrauen

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Worte sind Wind.

Kurze Sprichwörter

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