Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über das Sparen
Der Kern ist immer die Summe der kleinen Beträge. Daneben steht die Warnung vor der falschen Sparsamkeit am falschen Ende.
14 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz.
Sprichw.Weder Knausern noch Prassen führt zu einem vernünftigen Auskommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zurück, nach der beide Extreme das rechte Maß verfehlen.
Siehe auch: Sparsamkeit erhält das Haus.
Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sprichw.Wer in guten Zeiten zurücklegt, ist gegen schlechte Zeiten gewappnet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts, der auf einem älteren Merkvers aufbaut.
Auch: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
Siehe auch: Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Vorbeugen ist besser als heilen.
Wer billig kauft, kauft zweimal.
Sprichw.An der falschen Stelle gespart bedeutet, dass man die Sache bald erneut anschaffen muss.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Handel seit dem 19. Jahrhundert geläufig. Sie ist die Umkehrung des Werbeversprechens vom günstigen Preis.
Auch: Wer billig kauft, kauft teuer.
Siehe auch: Was nichts kostet, ist nichts wert. Gute Ware lobt sich selbst.
Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Sprichw.Wer früh nichts zurücklegt, hat später nichts.
Herkunft: Ein Merkvers aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer nichts hat, kann nichts sparen.
Sprichw.Nüchterne Feststellung gegen den Ratschlag, man müsse nur sparsam sein.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zu den Sparsprüchen des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Sparen ist verdienen. Sparsamkeit erhält das Haus. In der Not frisst der Teufel Fliegen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.
Sprichw.Wer alles auf eine Möglichkeit setzt, verliert im Ernstfall alles auf einmal.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo seit dem 17. Jahrhundert davor gewarnt wird, alle Eier in einen Korb zu legen.
Siehe auch: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Erst wägen, dann wagen.
Viele Wenig machen ein Viel.
Sprichw.Viele kleine Anteile ergeben zusammengenommen eine große Menge.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „multa pauca faciunt unum multum“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: GeldZusammenhalt
Siehe auch: Kleinvieh macht auch Mist. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben.
Sprichw.Wer die günstige Zeit ungenutzt lässt, hat später nichts.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 10,5).
Themen: FleißJahreszeitenLandwirtschaft
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Kurze Sprichwörter
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Borgen macht Sorgen.
Sprichw.Wer sich Geld leiht, handelt sich damit Druck und Abhängigkeit ein.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gleichklang der beiden Wörter hat ihm zu seiner Verbreitung verholfen.
Siehe auch: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Themen: GeldLandwirtschaftTiere
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sparen ist verdienen.
Sprichw.Ein nicht ausgegebener Betrag zählt genauso wie ein eingenommener.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts sparen. Wohltun trägt Zinsen. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sparsamkeit erhält das Haus.
Sprichw.Ein Haushalt hält sich nicht durch das, was hereinkommt, sondern durch das, was nicht ausgegeben wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt und Teil der Hausväterliteratur, die den Haushalt als Wirtschaftseinheit beschrieb.
Themen: GeizHaus und Heimat
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Geizige und der Verschwender kommen beide zu kurz. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen ist verdienen.
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