Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über das Alter
Das Alter kommt in deutschen Sprichwörtern in zwei Rollen vor: als Quelle von Weisheit und als Zustand, gegen den man nichts machen kann. Beides oft im selben Satz.
19 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Sprichw.Die Erinnerung schönt, was tatsächlich ebenso mühsam war wie die Gegenwart.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, die sich gegen die im 19. Jahrhundert entstandene Verklärung der Vergangenheit richtet.
Themen: VergangenheitErfahrung
Siehe auch: Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Sprichw.Was in jungen Jahren angelegt wird, trägt oder fehlt später.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Sprichw.Nicht die Jahreszahl entscheidet über das Alter, sondern die eigene Verfassung.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet. Sie ist die Gegenrede zur Zählung nach Lebensjahren.
Themen: GesundheitJugend
Die Jungen wollen, die Alten sollen.
Sprichw.Junge Menschen handeln aus Lust, ältere aus Pflichtgefühl.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der Antrieb und Pflichtgefühl den Lebensaltern zuordnet.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben.
Sprichw.Wer früh nichts zurücklegt, hat später nichts.
Herkunft: Ein Merkvers aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Sprichw.Auch im hohen Alter stößt man noch auf Neues.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem bäuerlichen Umfeld. Die Kuh steht dabei für ein Tier, das ungewöhnlich lange gehalten wurde.
Siehe auch: Man lernt nie aus.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: VeränderungHaus und Heimat
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Alter schützt vor Torheit nicht.
Sprichw.Auch ältere Menschen machen Dummheiten; Lebensjahre allein bringen keine Vernunft.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der Erwartung, mit den Jahren komme von selbst die Vernunft.
Themen: Klugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mit den Jahren kommt die Weisheit. Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug.
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Der Fisch will schwimmen.
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Sprichw.Mit dem Alter der Kinder wachsen auch die Probleme, mit denen Eltern zu tun haben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kinder sind der Eltern Spiegel. Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Alter schützt vor Torheit nicht.
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Sprichw.Eltern sorgen selbstverständlich für ihre Kinder, umgekehrt ist der Rückhalt im Alter oft geringer.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Altersversorgung, für die es keine staatliche Regelung gab.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe geht abwärts.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Kurze Sprichwörter
Jung gewohnt, alt getan.
Sprichw.Was man sich früh angewöhnt, behält man ein Leben lang bei.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe von Sprüchen, die aus der frühen Prägung eine lebenslange Festlegung ableiten.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Totgesagte leben länger.
Sprichw.Wer schon abgeschrieben war, hält sich oft überraschend lange.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist auf Einrichtungen und Unternehmen gemünzt, deren Ende vorschnell verkündet wurde.
Themen: HoffnungGesundheit
Wer nicht lernt, verlernt.
Sprichw.Kenntnisse gehen verloren, wenn man sie nicht auffrischt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Wer rastet, der rostet.
Sprichw.Wer aufhört, sich zu betätigen, verliert seine Fähigkeiten und wird träge.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost stammt vom ungenutzten Werkzeug.
Themen: FleißGesundheitFaulheit
Siehe auch: Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
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