Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Schicksal
Zwischen Fügung und Eigenverantwortung schwanken diese Sprichwörter deutlich. Ältere Belege setzen eher auf höhere Mächte, jüngere auf das eigene Zutun.
22 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Der Weg ist das Ziel.
Was sein muss, muss sein.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine unangenehme Sache unvermeidlich ist.
Herkunft: Eine Doppelung desselben Wortes zur Bekräftigung, wie sie das Deutsche häufig bildet. In Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ehen werden im Himmel geschlossen.
Sprichw.Wer zueinanderfindet, sei nicht durch Zufall, sondern durch Bestimmung zusammengekommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die jüdische und christliche Überlieferung zurück, nach der die Zuordnung der Ehepartner vorherbestimmt sei. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TodGesundheit
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück.
QuelleNeues Testament
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Sprichw.Wer eine riskante Sache oft genug wiederholt, wird irgendwann Schiffbruch erleiden.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 14. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet. Der Krug steht für den alltäglichen, oft wiederholten Gang.
Themen: VorsichtLeichtsinn
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichw.Man bekommt nicht, was man sich aussucht, sondern was kommt.
Herkunft: Die Formel bezieht sich auf die Radiosendung „Wunschkonzert“, die es im deutschen Rundfunk seit den 1930er Jahren gab.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Was sein muss, muss sein.
Die Letzten werden die Ersten sein.
Sprichw.Die Rangordnung kann sich vollständig umkehren; oft als Trost für Benachteiligte gebraucht.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 20,16).
Themen: Recht und GerechtigkeitHoffnung
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichw.Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen, deshalb ist jede Planung vorläufig.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,1).
Auch: Man weiß nie, was der morgige Tag bringt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Der Tod hat keinen Kalender.
Sprichw.Das Ende kommt ohne Ankündigung und hält sich an keine Ordnung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Sprichw.Das Ende kommt unangekündigt und lässt sich nicht einplanen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (1. Thessalonicher 5,2).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Tod hat keinen Kalender.
Ein Unglück kommt selten allein.
Sprichw.Die Beobachtung, dass sich Missgeschicke oft häufen und ein Problem weitere nach sich zieht.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ein Unglück kommt nie allein.
Themen: Unglück
Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Sprichw.Der Ausgang eines Verfahrens ist ebenso wenig vorhersehbar wie das Wetter auf See.
Herkunft: Alte Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitReisen
Siehe auch: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: LandwirtschaftRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Wie die Saat, so die Ernte.
Sprichw.Das Ergebnis entspricht dem, was man vorher hineingesteckt hat.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Galaterbrief des Neuen Testaments. Die landwirtschaftliche Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LandwirtschaftArbeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Wie man sich bettet, so liegt man.
Sprichw.Die eigenen Entscheidungen bestimmen, wie es einem später ergeht.
Herkunft: Die Wendung ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Bertolt Brecht nahm sie in der „Dreigroschenoper“ auf, wodurch sie im 20. Jahrhundert zusätzlich bekannt wurde.
QuelleBrecht, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was der Mensch sät, das wird er ernten. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Kurze Sprichwörter
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Themen: ErfahrungVeränderung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
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