Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Schicksal
Zwischen Fügung und Eigenverantwortung schwanken diese Sprichwörter deutlich. Ältere Belege setzen eher auf höhere Mächte, jüngere auf das eigene Zutun.
38 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Sprichw.Was einem widerfährt, lässt sich nicht wählen, die Antwort darauf schon.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Epiktet.
QuelleEpiktet
Siehe auch: Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst. Im Unglück zeigt sich der Charakter. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Sprichw.Die Ausgangslage ist gegeben, der Umgang damit nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen Schriften.
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter. Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ehen werden im Himmel geschlossen.
Sprichw.Wer zueinanderfindet, sei nicht durch Zufall, sondern durch Bestimmung zusammengekommen.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die jüdische und christliche Überlieferung zurück, nach der die Zuordnung der Ehepartner vorherbestimmt sei. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser. Was kommen soll, das kommt. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Sprichw.Gegen die Sterblichkeit hilft kein Mittel.
Herkunft: Die Wendung stammt aus der Kräuterheilkunde: Für jedes Leiden gab es ein Kraut, für den Tod keines. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TodGesundheit
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Sterben muss jeder für sich allein. Der Tod ist kein Unglück, das Sterben manchmal schon.
Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Sprichw.Was in der Natur der Sache liegt, lässt sich nicht abstellen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Horaz, der schreibt, man könne die Natur mit der Mistgabel austreiben, sie kehre dennoch zurück.
QuelleHoraz
Siehe auch: Die Natur lässt sich nicht betrügen. Es wächst kein Baum in den Himmel. Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Glück und Unglück wandern auf einem Steg.
Sprichw.Beides liegt nah beieinander und kann jederzeit ineinander umschlagen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Glück ist kein Dauerzustand. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jeder trägt sein Päckchen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Sprichw.Wer eine riskante Sache oft genug wiederholt, wird irgendwann Schiffbruch erleiden.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 14. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet. Der Krug steht für den alltäglichen, oft wiederholten Gang.
Themen: VorsichtLeichtsinn
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichw.Man bekommt nicht, was man sich aussucht, sondern was kommt.
Herkunft: Die Formel bezieht sich auf die Radiosendung „Wunschkonzert“, die es im deutschen Rundfunk seit den 1930er Jahren gab.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Die Letzten werden die Ersten sein.
Sprichw.Die Rangordnung kann sich vollständig umkehren; oft als Trost für Benachteiligte gebraucht.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 20,16).
Themen: Recht und GerechtigkeitHoffnung
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichw.Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen, deshalb ist jede Planung vorläufig.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,1).
Auch: Man weiß nie, was der morgige Tag bringt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte.
Sprichw.Das Wetter macht keinen Unterschied zwischen den Menschen; übertragen: das Schicksal auch nicht.
Herkunft: Aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 5,45).
Themen: WetterRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Das Glück ist blind. Wo die Liebe hinfällt. Sterben müssen wir alle.
Sterben muss jeder für sich allein.
Sprichw.Niemand kann einem den letzten Weg abnehmen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt, in Anlehnung an ein mittelalterliches Sterbelied.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Der Tod nimmt nichts mit und lässt nichts zurück.
Der Tod hat keinen Kalender.
Sprichw.Das Ende kommt ohne Ankündigung und hält sich an keine Ordnung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Auch: Der Tod fragt nicht nach dem Kalender.
Siehe auch: Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Sprichw.Das Ende kommt unangekündigt und lässt sich nicht einplanen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (1. Thessalonicher 5,2).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Tod hat keinen Kalender.
Ein Unglück kommt selten allein.
Sprichw.Die Beobachtung, dass sich Missgeschicke oft häufen und ein Problem weitere nach sich zieht.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ein Unglück kommt nie allein.
Themen: Unglück
Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Sprichw.Der Ausgang eines Verfahrens ist ebenso wenig vorhersehbar wie das Wetter auf See.
Herkunft: Alte Juristenweisheit, im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Recht und GerechtigkeitReisen
Siehe auch: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: LandwirtschaftRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Kurze Sprichwörter
Das Alter kommt ungeladen.
Sprichw.Niemand bittet darum, und doch stellt es sich bei jedem ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Das Glück ist blind.
Sprichw.Wem etwas zufällt, hat es nicht verdient, sondern nur getroffen.
Herkunft: Die Darstellung der Glücksgöttin Fortuna mit verbundenen Augen ist seit der Antike verbreitet.
Themen: GlückRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Wo die Liebe hinfällt. Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Heute mir, morgen dir.
Sprichw.Was heute den einen trifft, trifft morgen den anderen. Verbreitete Inschrift auf Friedhöfen und Beinhäusern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „hodie mihi, cras tibi“, das sich im Buch Jesus Sirach findet und seit dem Mittelalter als Grabinschrift verwendet wird.
Auch: Hodie mihi, cras tibi.
QuelleAltes Testament
Jeder trägt sein Päckchen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie ist die abgeschwächte Fassung des älteren Bildes vom Kreuz, das jeder zu tragen hat.
Siehe auch: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Sprichw.Aus einer unscheinbaren Kleinigkeit kann etwas Großes entstehen.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Naturlehre des 18. Jahrhunderts und wurde von dort auf Geschichte und Alltag übertragen.
Themen: ErfahrungVeränderung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Die Natur vergisst nichts. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Die Natur vergisst nichts.
Sprichw.Eingriffe in die Natur wirken lange nach, auch wenn sie zunächst folgenlos scheinen.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Nichts geschieht ohne Grund.
Sprichw.Jedes Ereignis hat eine Ursache, auch wenn man sie nicht erkennt.
Herkunft: Die Formel übersetzt den philosophischen Grundsatz vom zureichenden Grund, den Leibniz ausformuliert hat.
Themen: ErfahrungKlugheit und Dummheit
QuelleLeibniz
Dem Schicksal entrinnt niemand.
Sprichw.Was bestimmt ist, lässt sich nicht abwenden.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der antiken Tragödie und findet sich in dieser Fassung bei den römischen Dichtern.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
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