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Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft

Sprichwörter über Recht und Gerechtigkeit

Zwischen Rechtsprichwörtern und Rechtsregeln ist die Grenze fließend. Viele dieser Sätze wurden tatsächlich als Merkregel vor Gericht benutzt.

27 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert

Bekannte Sprichwörter

Sprichwörter mit belegter Herkunft

Kurze Sprichwörter

  • Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Sprichw.

    Wird gesagt, um einen Einzelfall abzutun, der einer allgemeinen Aussage widerspricht.

    Herkunft: Übersetzung der juristischen Formel „exceptio probat regulam in casibus non exceptis“, in der „probat“ ursprünglich „prüft“ bedeutete.

    Themen: OrdnungWissen

    Siehe auch: Ordnung muss sein. Neue Herren, neue Gesetze.

  • Ehre, wem Ehre gebührt.

    Sprichw.

    Wer etwas geleistet hat, soll auch die Anerkennung dafür bekommen.

    Herkunft: Der Satz stammt aus dem Römerbrief des Neuen Testaments (Römer 13,7).

    Themen: DankbarkeitBescheidenheit

    QuelleNeues Testament

    Siehe auch: Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.

  • Gelegenheit macht Diebe.

    Sprichw.

    Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.

    Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: VorsichtEhrlichkeit

    Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

  • Gleiches Recht für alle.

    Sprichw.

    Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.

    Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.

    Themen: Macht

  • Kauf ist Kauf.

    Sprichw.

    Ein abgeschlossener Kauf lässt sich nicht rückgängig machen.

    Herkunft: Eine alte Rechtsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: HandelGeld

  • Macht geht vor Recht.

    Sprichw.

    Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.

    Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.

    Themen: Macht

    Siehe auch: Einigkeit macht stark.

  • Mitgefangen, mitgehangen.

    Sprichw.

    Wer bei einer Sache mitgemacht hat, trägt die Folgen mit, auch wenn er nur am Rand beteiligt war.

    Herkunft: Der Reimspruch stammt aus der Rechtssprache und meinte ursprünglich die Mithaftung von Beteiligten. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: FreundschaftStreit

    Siehe auch: Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.

  • Neue Herren, neue Gesetze.

    Sprichw.

    Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.

    Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.

    Themen: MachtVeränderung

    QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts

    Siehe auch: Ausnahmen bestätigen die Regel.

  • Unrecht Gut gedeihet nicht.

    Sprichw.

    Unehrlich erworbener Besitz bringt auf Dauer keinen Nutzen.

    Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach unrecht erworbenes Gut nicht bleibt. Die deutsche Fassung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.

    Themen: GeldEhrlichkeit

    QuelleAltes Testament

    Siehe auch: Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Wer lügt, der trügt. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

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