Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Glück
Glück ist in Sprichwörtern fast nie ein Zustand, sondern etwas Bewegliches: es kommt, es geht, es lässt sich stören. Auffällig oft steht daneben die Warnung, sich nicht darauf zu verlassen.
26 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
Themen: Ordnung
Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Sprichw.Wird geäußert, wenn jemand ohne erkennbares Zutun besonders viel Erfolg hat.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt, also erst nach der Verbreitung der Kartoffel als Hauptnahrungsmittel. Sie gehört zu den neidvollen Sprichwörtern über unverdienten Erfolg.
Auch: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.
Themen: Klugheit und DummheitLandwirtschaft
Siehe auch: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Sprichw.Gute Tage sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Herkunft: Der Sonntag war der einzige verlässlich arbeitsfreie Tag. Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Themen: HoffnungLeichtsinn
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Geld allein macht nicht glücklich.
Sprichw.Wohlstand ersetzt keine Zufriedenheit, auch wenn er das Leben leichter macht.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wird gern mit dem spöttischen Zusatz versehen, es gehöre aber Geld dazu.
Siehe auch: Gesundheit ist der größte Reichtum. Der Geizige besitzt sein Geld nicht, sein Geld besitzt ihn. Der Geiz wächst mit dem Gelde.
Gesundheit ist der größte Reichtum.
Sprichw.Kein Besitz wiegt den Verlust der Gesundheit auf.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Ärzten und bei Vergil. Im Deutschen ist die Formel seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: GesundheitReichtum
QuelleVergil
Siehe auch: Geld allein macht nicht glücklich. Der erste Reichtum ist die Gesundheit. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder hat einen Hammer.
Sprichw.Spöttische Gegenrede zu dem Sprichwort vom eigenen Glück: Nicht alle starten mit denselben Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet als Widerspruch zum älteren Sprichwort.
Der Neid ist des Glückes Schatten.
Sprichw.Wo jemand Erfolg hat, entsteht fast zwangsläufig auch Missgunst.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Schatten setzt voraus, dass Neid nur dort entsteht, wo Licht fällt.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Sprichw.Scherzhafter Trost für den Verlierer eines Spiels.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und geht auf die Vorstellung eines Ausgleichs zwischen den Lebensbereichen zurück.
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Sprichw.Am Ende entscheidet oft nicht die Leistung, sondern das Glück.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, entstanden im Umfeld der Werbung um eine Braut.
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer das Glück sucht, findet es selten.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich nebenbei ein, nicht als Ergebnis der Suche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Stoikern und bei Montaigne.
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: TiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wasser hat keine Balken.
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Der Fisch will schwimmen.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Sprichw.Eine Gelegenheit zur Freude sollte man wahrnehmen, wenn sie sich bietet.
Herkunft: „Fallen“ bezieht sich auf den Kalender: Die Feste fallen auf bestimmte Tage. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenJahreszeiten
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen.
Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Sprichw.Manchen fällt ohne jede Anstrengung zu, wofür andere hart arbeiten. Meist mit einem Unterton von Neid gesagt.
Herkunft: Der Satz geht auf Psalm 127 im Alten Testament zurück.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Sprichw.Zu jeder glänzenden Seite gehört eine dunkle.
Herkunft: Die Wendung stammt aus Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773).
QuelleGoethe
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Kurze Sprichwörter
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Trautes Heim, Glück allein.
Sprichw.Zu Hause fühlt man sich am wohlsten.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts, der über Türen und auf Wandtellern angebracht wurde. „Traut“ meint vertraut, nicht angetraut.
Themen: Haus und HeimatFamilie
Siehe auch: Eigener Herd ist Goldes wert.
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