Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Glück
Glück ist in Sprichwörtern fast nie ein Zustand, sondern etwas Bewegliches: es kommt, es geht, es lässt sich stören. Auffällig oft steht daneben die Warnung, sich nicht darauf zu verlassen.
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Bekannte Sprichwörter
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
Themen: Ordnung
Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Sprichw.Das Altern gilt oft als Last und ist doch etwas, das vielen verwehrt bleibt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der medizinischen und pflegerischen Literatur.
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Das Alter nimmt die Kraft und gibt die Ruhe.
Sprichw.Was körperlich verloren geht, wird an anderer Stelle gewonnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: AlterGesundheit
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Arbeit, die Freude macht, ermüdet weniger.
Sprichw.Dieselbe Anstrengung wird unterschiedlich empfunden, je nachdem, ob man sie gern tut.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Kein Beruf macht glücklich, aber der falsche macht unglücklich.
Sprichw.Von der Arbeit ist nicht das Lebensglück zu erwarten, wohl aber der Verdruss.
Herkunft: Eine Formel aus der Berufsberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Sprichw.Wird geäußert, wenn jemand ohne erkennbares Zutun besonders viel Erfolg hat.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt, also erst nach der Verbreitung der Kartoffel als Hauptnahrungsmittel. Sie gehört zu den neidvollen Sprichwörtern über unverdienten Erfolg.
Auch: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.
Themen: Klugheit und DummheitLandwirtschaft
Siehe auch: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens.
Sprichw.Erst wenn eine gute Lage vorbei ist, wird sie als solche erkannt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben, ohne belegbaren Erstautor.
Themen: VergangenheitErfahrung
Siehe auch: Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt. Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat.
Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Sprichw.Gute Tage sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Herkunft: Der Sonntag war der einzige verlässlich arbeitsfreie Tag. Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Kein Tag gleicht dem anderen. Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Themen: HoffnungLeichtsinn
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück.
Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer.
Sprichw.Wer nur sammelt, gewinnt an Besitz und verliert an Zufriedenheit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Geld allein macht nicht glücklich. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten.
Sprichw.Wer nichts hergibt, hält sich selbst am kürzesten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: GeizBescheidenheit
Siehe auch: Wer nur spart, lebt nicht. Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund. Der Geizige lebt arm, um reich zu sterben.
Geld allein macht nicht glücklich.
Sprichw.Wohlstand ersetzt keine Zufriedenheit, auch wenn er das Leben leichter macht.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wird gern mit dem spöttischen Zusatz versehen, es gehöre aber Geld dazu.
Siehe auch: Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht.
Gesundheit ist der größte Reichtum.
Sprichw.Kein Besitz wiegt den Verlust der Gesundheit auf.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Ärzten und bei Vergil. Im Deutschen ist die Formel seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: GesundheitReichtum
QuelleVergil
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Geld allein macht nicht glücklich. Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Sprichw.Erfreuliches gewinnt, wenn man es mit anderen erlebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem Muster des Spruchs vom geteilten Leid.
Themen: FreundschaftZusammenhalt
Siehe auch: Wer seinen Beruf liebt, arbeitet nicht. Wer ein Licht teilt, verliert nichts davon. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Glück ist ein Augenblick, Zufriedenheit ein Zustand.
Sprichw.Das eine kommt und geht, das andere lässt sich einrichten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Zufriedenheitsforschung.
Themen: LebenBescheidenheit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Das Glück wohnt selten in großen Häusern.
Sprichw.Zufriedenheit hat wenig mit dem Umfang des Besitzes zu tun.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: ReichtumBescheidenheit
Siehe auch: Geld allein macht nicht glücklich. Der Geiz macht den Beutel schwer und das Herz leer. Der Reichste ist nicht der mit dem meisten Geld, sondern der mit den wenigsten Wünschen.
Glück, das niemand sieht, ist auch eines.
Sprichw.Zufriedenheit braucht kein Publikum.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitHochmut
Siehe auch: Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Wer vergleicht, verliert.
Gute Nachbarn sind die halbe Miete.
Sprichw.Wie gut man wohnt, hängt weniger an der Wohnung als an den Leuten nebenan.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnHaus und Heimat
Siehe auch: Neid ist ein schlechter Nachbar.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: TiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner.
Sprichw.Aus der Ferne wirkt fremder Besitz besser als der eigene.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, die Ernte auf fremdem Feld sei stets ergiebiger.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Sprichw.Was gewesen ist, kann niemand mehr nehmen.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Jean Paul.
Themen: VergangenheitAlter
QuelleJean Paul
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Des einen Freud ist des anderen Leid.
Sprichw.Was für den einen ein Gewinn ist, bedeutet für den anderen einen Verlust.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und beschreibt die Beobachtung, dass Güter oft nur umverteilt und nicht vermehrt werden.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Sprichw.Eine Warnung davor, sich auf eine gute Lage zu verlassen: Günstige Umstände können ebenso plötzlich enden wie Glas zerbricht.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Glas war damals kostbar und zerbrechlich zugleich, was den Vergleich besonders einleuchtend machte.
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Glück und Unglück wandern auf einem Steg.
Sprichw.Beides liegt nah beieinander und kann jederzeit ineinander umschlagen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Glück ist kein Dauerzustand. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Kurze Sprichwörter
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Das Glück ist blind.
Sprichw.Wem etwas zufällt, hat es nicht verdient, sondern nur getroffen.
Herkunft: Die Darstellung der Glücksgöttin Fortuna mit verbundenen Augen ist seit der Antike verbreitet.
Themen: SchicksalRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Wo die Liebe hinfällt. Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Glück ist kein Dauerzustand.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich in Abschnitten ein, nicht als Zustand.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Glück und Unglück wandern auf einem Steg. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
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