Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Erfahrung, Seite 5
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Bekannte Sprichwörter
Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Sprichw.Ein Vertrauensbruch wirkt über den Einzelfall hinaus.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VertrauenLügenErfahrung
QuelleÄsop
Siehe auch: Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen. Leicht versprochen, schwer gehalten. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen.
Wer einmal Glück hatte, rechnet damit beim zweiten Mal.
Sprichw.Ein geglücktes Wagnis verleitet dazu, das nächste zu unterschätzen.
Herkunft: Eine Formel aus der Risikoforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnGlückErfahrung
Siehe auch: Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Wer Glück erwartet, wird enttäuscht; wer es bemerkt, hat es.
Sprichw.Zufriedenheit entsteht nicht durch Anspruch, sondern durch Aufmerksamkeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Zufriedenheitsforschung.
Themen: GlückDankbarkeitErfahrung
Siehe auch: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Sprichw.Lautes Auftreten verrät oft die Unsicherheit dahinter.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt: Das Pfeifen soll die eigene Furcht übertönen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Sprichw.Spottvers über den, der die leichte Gelegenheit zum Lernen verpasst und später umso mehr Mühe hat.
Herkunft: Ein Schülerspruch des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Wer lange lebt, sieht alles zweimal.
Sprichw.Wer alt genug wird, erlebt dieselben Entwicklungen ein zweites Mal.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: AlterVergangenheitErfahrung
Siehe auch: Übung macht den Meister. Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören.
Sprichw.Der Körper meldet sich früh; wer es überhört, bekommt es später gesagt.
Herkunft: Eine Formel aus der Gesundheitsaufklärung des 20. Jahrhunderts.
Themen: GesundheitVorsichtErfahrung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal.
Sprichw.Die billigste Lösung ist selten die günstigste.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, verwandt mit dem Satz, der Geizige zahle zweimal.
Siehe auch: Der Geizige zahlt zweimal. Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister.
Sprichw.Können entsteht durch Verweilen, nicht durch Wechseln.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend. Wie der Meister, so das Werk. Wer seine Arbeit versteht, muss nicht darüber reden.
Wer oft fällt, lernt aufstehen.
Sprichw.Wiederholte Rückschläge machen im Umgang mit ihnen sicherer.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass nicht das Fallen die Schande sei.
Themen: MisserfolgErfahrungMut
Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Sprichw.Erst der Blick von außen macht das Eigene begreiflich.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer reist, hat etwas zu erzählen. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Wer seinen Beruf nicht kennt, findet keinen Feierabend.
Sprichw.Wer unsicher ist, kommt auch nach der Arbeit nicht zur Ruhe.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer oft den Beruf wechselt, wird in keinem Meister. Jeder Beruf hat seine Bürde. Wie der Meister, so das Werk.
Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen.
Sprichw.Alter Wirtshausspruch, angeblich über der Theke angebracht.
Herkunft: Eine Gaststättenformel des 20. Jahrhunderts, deren Ursprung sich nicht bestimmen lässt.
Siehe auch: Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem. Wer reich werden will, muss früh anfangen oder erben. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Sprichw.Alkohol beseitigt keine Sorge, er vertagt sie.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Suchtberatung.
Themen: TrinkenUnglückErfahrung
Siehe auch: Der Wein ist ein Spiegel des Menschen. Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir. Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus.
Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Sprichw.Die Beschäftigung mit dem Ende ist immer eine mit dem, was davor liegt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Sterbebegleitung.
Siehe auch: Der Tod lehrt leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Sprichw.Auf Reisen zeigt sich, wie jemand mit Unvorhergesehenem umgeht.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel, verwandt mit dem älteren Satz, man erkenne den Freund in der Not.
Themen: ReisenFreundschaftErfahrung
Siehe auch: Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Sprichw.Wer bei Regen missmutig ist, war es meist vorher schon.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wetter und Laune ändern sich schnell.
Sprichw.Beides ist unbeständig und selten vorherzusagen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: WetterVeränderungErfahrung
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Wer einen Freund ohne Fehler sucht, bleibt ohne Freund.
Sprichw.Wer den Maßstab zu hoch legt, findet niemanden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in mehreren europäischen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert.
Themen: FreundschaftBescheidenheitErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe ist blind, die Freundschaft schließt die Augen zu. Irren ist menschlich.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, bringt Erlebnisse mit, die zu Hause keiner hat.
Herkunft: Die Formel übersetzt ein lateinisches Sprichwort und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst.
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen.
Sprichw.Wer die Erledigung anderen überlässt, steht am Ende ohne Ergebnis da.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit den beiden Bedeutungen von „verlassen“. In deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: VertrauenArbeitErfahrung
Siehe auch: In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Wer viele Freunde hat, hat keinen.
Sprichw.Wer sich mit jedem gut stellt, hat zu niemandem eine wirkliche Bindung.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
Themen: FreundschaftVertrauenErfahrung
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Sprichw.Wer durch Furcht regiert, hat selbst am meisten zu fürchten.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Publilius Syrus, der schreibt, wen viele fürchten, der müsse viele fürchten.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer weit reisen will, muss leicht packen.
Sprichw.Wer weit kommen will, darf sich nicht mit Überflüssigem beladen.
Herkunft: Ein Reisesprichwort, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und in vielen Sprachen verbreitet.
Themen: ReisenErfahrungBescheidenheit
Siehe auch: Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wie man sich bettet, so liegt man.
Sprichw.Die eigenen Entscheidungen bestimmen, wie es einem später ergeht.
Herkunft: Die Wendung ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Bertolt Brecht nahm sie in der „Dreigroschenoper“ auf, wodurch sie im 20. Jahrhundert zusätzlich bekannt wurde.
Themen: SchicksalErfahrungOrdnung
QuelleBrecht, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was der Mensch sät, das wird er ernten. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Die Natur vergisst nichts.
Wo ein Trog ist, kommen die Schweine.
Sprichw.Wo etwas zu holen ist, stellen sich schnell Interessenten ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, entstanden aus der täglichen Beobachtung beim Füttern.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Sprichw.Zu jeder glänzenden Seite gehört eine dunkle.
Herkunft: Die Wendung stammt aus Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773).
QuelleGoethe
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Das Alter nimmt die Kraft und gibt die Ruhe.
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