Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Erfahrung, Seite 4
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Bekannte Sprichwörter
Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Sprichw.Die Ausgangslage ist gegeben, der Umgang damit nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen Schriften.
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter. Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Sprichw.Was man selbst erfahren muss, kostet mehr als jeder Unterricht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Ausdruck vom Lehrgeld, das man zahlt.
Siehe auch: Das Leben ist die beste Schule. Probieren geht über Studieren. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Sprichw.Mahnung, niemanden schlecht zu behandeln, weil man ihm wiederbegegnen kann.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist als Warnung gebraucht. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: NachbarnErfahrungVorsicht
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Sprichw.Gewachsene Zusammenhänge lassen sich nicht ohne Schaden auflösen.
Herkunft: Eine Formel des 19. Jahrhunderts aus der naturphilosophischen Literatur.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Sprichw.Vergangenes lässt sich weder ändern noch wegdeuten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitSchicksalErfahrung
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Sprichw.Wer nicht mitdenkt, macht sich unnötige zusätzliche Arbeit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem 19. Jahrhundert. Gemeint sind die zusätzlichen Wege, die das Vergessen verursacht.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitErfahrung
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Der Weg ist das Ziel.
Sprichw.Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was man auf dem Weg dorthin erlebt und lernt.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Konfuzius ist nicht belegt.
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden.
Sprichw.Lebensjahre bringen Beobachtungen mit sich, aber nicht zwangsläufig Erkenntnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, graue Haare machten keinen Weisen.
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Sprichw.Vertrauen ohne jede Prüfung endet regelmäßig in der Ernüchterung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LeichtsinnVertrauenErfahrung
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Undank ist der Welt Lohn.
Wer das Glück sucht, findet es selten.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich nebenbei ein, nicht als Ergebnis der Suche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Stoikern und bei Montaigne.
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer den Körper vernachlässigt, merkt es zuletzt.
Sprichw.Die Folgen von Nachlässigkeit zeigen sich erst, wenn sie schwer zu beheben sind.
Herkunft: Eine Formel aus der Gesundheitsaufklärung des 20. Jahrhunderts.
Themen: GesundheitErfahrungAlter
Siehe auch: Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Vorbeugen ist besser als heilen. In der Jugend legt man den Grundstein für das Alter.
Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Sprichw.Wer streiten will, findet immer einen Anlass.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: StreitNachbarnErfahrung
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Sprichw.Wer etwas anpreist, hat oft ein Interesse daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenHochmutErfahrung
Siehe auch: Wo ein Trog ist, kommen die Schweine. Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Wer die Jugend versteht, hat seine eigene nicht vergessen.
Sprichw.Verständnis für die Nachfolgenden setzt Erinnerung an die eigene Zeit voraus.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer die Alten nicht ehrt, ist der Jungen nicht wert. Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt. Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld.
Sprichw.Was man sich hätte sagen lassen können, lernt man teurer selbst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnErfahrungMisserfolg
Siehe auch: Nach dem Rausch kommt die Rechnung. Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Sprichw.Wer den eigenen Fehler erkennt, hat den schwierigsten Teil der Korrektur hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke geht auf die Inschrift am Apollontempel von Delphi zurück, die zur Selbsterkenntnis auffordert.
Themen: BescheidenheitErfahrungVeränderung
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Aus einer Niederlage lernt man mehr als aus einem Sieg. Die Jugend darf sich irren, das Alter muss es zugeben. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Undank ist der Welt Lohn.
Sprichw.Wer anderen hilft, wird dafür oft nicht einmal Dank ernten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz gehört zu einer Gruppe resignierter Sprüche über die Vergeblichkeit des Wohltuns.
Themen: DankbarkeitUnglückErfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wohltun trägt Zinsen. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Sprichw.Was zunächst verborgen bleibt, kommt mit den Jahren heraus.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „veritas filia temporis“, das bei Aulus Gellius belegt ist und im 16. Jahrhundert zum Wahlspruch wurde.
QuelleAulus Gellius
Siehe auch: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Sprichw.Im Rausch zeigt sich, wie jemand ohne Zurückhaltung ist.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem griechischen Dichter Alkaios und wurde von Cicero aufgegriffen.
Themen: TrinkenWahrheitErfahrung
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
QuelleMatthias Claudius
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter.
Sprichw.Ein Ortswechsel ändert nichts an dem, was man mitbringt.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Horaz, der schreibt, wer über das Meer eile, wechsle den Himmel, nicht das Gemüt.
Themen: VeränderungReisenErfahrung
QuelleHoraz
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Kurze Sprichwörter
Dem Schicksal entrinnt niemand.
Sprichw.Was bestimmt ist, lässt sich nicht abwenden.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der antiken Tragödie und findet sich in dieser Fassung bei den römischen Dichtern.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Ehen werden im Himmel geschlossen. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Strenge Eltern, milde Kinder.
Sprichw.Auf eine harte Erziehung folgt oft eine besonders nachgiebige der nächsten Generation.
Herkunft: In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Der Tod lehrt leben.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit ordnet, was wichtig ist.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Kein Meister ohne Lehrzeit. Eine Ehe will gelernt sein wie ein Handwerk. Aus Fehlern wird man klug, aber nicht immer sofort.
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