Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über das Leben, Seite 2
68 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 2 von 3
Bekannte Sprichwörter
Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Sprichw.Gegen die Umstände hilft kein Hadern, nur der Umgang mit ihnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenSchicksalErfahrung
Siehe auch: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Nach der Hochzeit kommt der Alltag.
Sprichw.Auf die Feier folgt das gemeinsame Leben, und das sieht anders aus als der Hochzeitstag.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den Gegensatz zwischen Hochzeitsfeier und Ehealltag benennt.
Themen: EhePartnerschaftLeben
Siehe auch: In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Die Natur braucht den Menschen nicht, der Mensch die Natur schon.
Sprichw.Das Abhängigkeitsverhältnis ist einseitig, auch wenn es oft umgekehrt dargestellt wird.
Herkunft: Eine Formel aus der Umweltdiskussion des späten 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturBescheidenheitLeben
Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage.
Sprichw.Eine Verbindung bewährt sich nicht an den besonderen Tagen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: PartnerschaftEheLeben
Siehe auch: In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge. Die Ehe ist Himmel und Hölle zugleich. Kein Tag gleicht dem anderen.
Nichts bleibt, wie es ist.
Sprichw.Beständigkeit ist eine Täuschung, die nur aus der Nähe entsteht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklit zurück und ist im Deutschen als knappe Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichw.Das Einzige, worauf Verlass ist, ist die Tatsache, dass sich alles ändert.
Herkunft: Die Zuschreibung an Heraklit ist verbreitet; in dieser Formulierung ist sie nicht belegt.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts bleibt, wie es ist. Kein Tag gleicht dem anderen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste.
Sprichw.Alte Regel, nach der frühe Schlafstunden die erholsamsten seien.
Herkunft: Eine Gesundheitsregel des 19. Jahrhunderts. Die Schlafforschung bestätigt sie nur teilweise: Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern dass die Tiefschlafphasen am Anfang der Nacht liegen.
Themen: SchlafGesundheitLeben
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Kein Tag gleicht dem anderen.
Sprichw.Auch der gleichförmige Alltag ist nie zweimal derselbe.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Heraklits Satz vom Fluss zurück und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert geläufig.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß.
Sprichw.Weil das Leben endlich ist, bekommt es überhaupt ein Maß.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Was sein muss, muss sein.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine unangenehme Sache unvermeidlich ist.
Herkunft: Eine Doppelung desselben Wortes zur Bekräftigung, wie sie das Deutsche häufig bildet. In Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Der Weg ist das Ziel.
Sprichw.Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was man auf dem Weg dorthin erlebt und lernt.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Konfuzius ist nicht belegt.
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Wer danken kann, hat mehr vom Leben.
Sprichw.Dankbarkeit ist weniger eine Schuldigkeit als eine Fähigkeit, die zufrieden macht.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Lebensberatung.
Themen: DankbarkeitGlückLeben
Siehe auch: Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Wer dankbar ist, ist nie ganz arm. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Wer das Glück festhalten will, verscheucht es.
Sprichw.Der Versuch, einen guten Zustand zu sichern, zerstört ihn oft.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem antiken Bild der flüchtigen Fortuna.
Wer das Glück sucht, findet es selten.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich nebenbei ein, nicht als Ergebnis der Suche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Stoikern und bei Montaigne.
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Sprichw.Wer die Endlichkeit ausblendet, nimmt auch die verbleibende Zeit nicht wahr.
Herkunft: Eine Formel aus der Sterbebegleitung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod lehrt leben. Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Sprichw.Eine große Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter, sondern schwerer.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang von Wahl und Qual. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Guter Rat kommt über Nacht. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Wer gut schläft, lebt gut.
Sprichw.Erholsamer Schlaf ist die Grundlage für alles Übrige.
Herkunft: Eine volkstümliche Gesundheitsregel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: SchlafGesundheitLeben
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste. Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Wer heiratet, tut gut; wer ledig bleibt, tut besser.
Sprichw.Alte, spöttisch gemeinte Abwägung zwischen Ehe und Ledigenstand.
Herkunft: Anspielung auf eine Aussage des Apostels Paulus im ersten Korintherbrief (1. Korinther 7,38), die in der Volksüberlieferung ihren belehrenden Ton verloren hat.
Themen: EhePartnerschaftLeben
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Ehen werden im Himmel geschlossen.
Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht.
Sprichw.Fehlerfreiheit ist kein Zeichen von Können, sondern von Untätigkeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, wer nie scheitert, habe nichts versucht.
Themen: LebenMisserfolgMut
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Jeder Anfang ist ein Versuch.
Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen.
Sprichw.Verluste gehören zum Leben und wollen geübt sein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Trauerbegleitung.
Siehe auch: Abschiednehmen heißt ein wenig sterben. Wer nichts ausgibt, hat auch nichts erlebt. Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Sprichw.Neben dem Materiellen braucht der Mensch auch anderes, um zufrieden zu sein.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Bibel (5. Mose 8,3 und Matthäus 4,4).
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
Themen: LebenVeränderungMut
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer lebt, wie er will, stirbt, wie er muss.
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Sprichw.Eine Gelegenheit zur Freude sollte man wahrnehmen, wenn sie sich bietet.
Herkunft: „Fallen“ bezieht sich auf den Kalender: Die Feste fallen auf bestimmte Tage. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GlückLebenJahreszeiten
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen.
Was kommen soll, das kommt.
Sprichw.Ausdruck der Ergebung in einen Verlauf, den man nicht beeinflusst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Was sein muss, muss sein. Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichw.Die Sorge um das Kommende nimmt einem das, was gerade ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer alles fürchte, lebe nicht.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Kurze Sprichwörter
Sterben müssen wir alle.
Sprichw.Nüchterne Erinnerung daran, dass niemand dem Tod entgeht.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung des lateinischen „memento mori“ und in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Tod macht alle gleich. Dem Tod entrinnt niemand. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Dem Tod entrinnt niemand.
Sprichw.Nüchterne Feststellung der einzigen Gewissheit des Lebens.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mors omnibus communis“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Der Tod lehrt leben.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit ordnet, was wichtig ist.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
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