A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit N
Hier können Sie alle sprichwörter dieses Nachschlagewerks alphabetisch nachschlagen, deren Stichwort mit N beginnt. Sortiert wird wie im gedruckten Wörterbuch nach dem ersten inhaltstragenden Wort, Artikel bleiben unberücksichtigt.
23 Einträge mit Bedeutung
Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun.
Sprichw.Alte Gesundheitsregel: Nach der Mahlzeit hilft entweder Ruhe oder ein Spaziergang.
Herkunft: Eine Gesundheitsregel der Diätetik, die auf die mittelalterliche Schule von Salerno zurückgeht.
Themen: EssenGesundheitSchlaf
QuelleSchule von Salerno
Nach der Hochzeit kommt der Alltag.
Sprichw.Auf die Feier folgt das gemeinsame Leben, und das sieht anders aus als der Hochzeitstag.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den Gegensatz zwischen Hochzeitsfeier und Ehealltag benennt.
Themen: EhePartnerschaftLeben
Siehe auch: In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Nach Regen kommt Sonnenschein.
Sprichw.Auch schwierige Zeiten gehen vorbei; auf eine schlechte Phase folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „post nubila Phoebus“, wonach nach den Wolken die Sonne komme. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Morgen ist auch noch ein Tag.
Die Nacht ist keines Menschen Freund.
Sprichw.Im Dunkeln wirken Sorgen größer und Wege gefährlicher.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Vor der Straßenbeleuchtung war die Nacht tatsächlich gefährlich, was der Formel ihre wörtliche Grundlage gab.
Siehe auch: Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitWissenLernen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Die Natur heilt, der Arzt pflegt die Wunde.
Sprichw.Die eigentliche Heilung leistet der Körper, die Behandlung schafft nur die Bedingungen dafür.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura sanat, medicus curat morbos“, das auf Hippokrates zurückgeführt wird.
Themen: NaturGesundheitErfahrung
QuelleHippokrates
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin.
Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Sprichw.Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, so sehr man es auch versucht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Francis Bacon zurück, wonach die Natur nur durch Gehorsam beherrscht werde.
Themen: NaturWahrheitLandwirtschaft
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
Themen: NaturVeränderungGeduld
QuelleLeibniz
Der Nehmende vergisst schneller als der Gebende.
Sprichw.Eine Wohltat bleibt dem länger im Gedächtnis, der sie erwiesen hat.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca in seiner Schrift über die Wohltaten.
Themen: DankbarkeitGroßzügigkeitFreundschaft
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Dankbarkeit ist eine seltene Tugend.
Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Missgunst schadet vor allem dem, der sie hegt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Horaz, der den Neid als selbstzerstörerisch beschreibt. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Auch: Neid frisst den Neider.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer neidet, der leidet. Der Neidische magert an fremdem Fett. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Der Neid ist des Glückes Schatten.
Sprichw.Wo jemand Erfolg hat, entsteht fast zwangsläufig auch Missgunst.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Schatten setzt voraus, dass Neid nur dort entsteht, wo Licht fällt.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Sprichw.Wer beneidet wird, hat offenbar etwas erreicht, das andere gern hätten.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den älteren Gedanken umdreht, Neid sei ein Laster. Ein Erstbeleg lässt sich nicht ausmachen.
Siehe auch: Wer neidet, der leidet. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg. Der Neid ist des Glückes Schatten.
Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Sprichw.Wer beneidet, sieht nur das Ergebnis und nicht die Mühe, die dahintersteckt.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid ist des Glückes Schatten. Wie die Arbeit, so der Lohn.
Der Neidische magert an fremdem Fett.
Sprichw.Der Wohlstand eines anderen zehrt den Neider auf.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „invidus alterius macrescit rebus opimis“ bei Horaz.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer nichts hat, den beneidet auch niemand. Wer neidet, der leidet. Der Neid frisst seinen eigenen Herrn.
Neue Besen kehren gut.
Sprichw.Wer neu in einer Aufgabe ist, gibt sich besonders viel Mühe; oft mit dem Unterton, dass der Eifer nachlässt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Zusatz, der alte kenne dafür die Ecken, ist ebenso alt und gehört eigentlich dazu.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: MachtVeränderungRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Neuer Tag, neues Glück.
Sprichw.Jeder Tag beginnt unbelastet von dem, was gestern misslungen ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Es ist noch immer gut gegangen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Sprichw.Gutes Gerät ersetzt kein Können.
Herkunft: Eine Gegenrede zu der Annahme, teures Werkzeug genüge. In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Jedes Handwerk hat seine Kniffe. Übung macht den Meister.
Nicht die Note macht den Menschen.
Sprichw.Eine schulische Bewertung sagt wenig über den Wert einer Person.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der pädagogischen Diskussion, ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleBescheidenheitErfahrung
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ist Macht. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Sprichw.Das Einzige, worauf Verlass ist, ist die Tatsache, dass sich alles ändert.
Herkunft: Die Zuschreibung an Heraklit ist verbreitet; in dieser Formulierung ist sie nicht belegt.
Themen: VeränderungZeitLeben
QuelleHeraklit
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. Andere Zeiten, andere Sitten.
Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichw.Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen, deshalb ist jede Planung vorläufig.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,1).
Auch: Man weiß nie, was der morgige Tag bringt.
Themen: ZukunftSchicksalHoffnung
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Der Mensch denkt, Gott lenkt. Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Not macht erfinderisch.
Sprichw.Wer wenig Mittel hat, findet oft überraschende Lösungen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „mater artium necessitas“, wonach die Not die Mutter der Künste sei. Der Gedanke findet sich bereits bei Platon.
Themen: ArmutKlugheit und DummheitErfahrung
QuellePlaton