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Sprichwörter mit B
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31 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Bauernregeln sind Erfahrung, keine Vorhersage.
Sprichw.Wetterregeln fassen Beobachtungen zusammen, sie sagen nichts voraus.
Herkunft: Eine Einordnung aus der modernen Meteorologie, die den statistischen Gehalt der Regeln untersucht hat.
Themen: WetterLandwirtschaftWissen
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Sprichw.Ohne festen Grund gibt es keine Entwicklung.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturHaus und HeimatFamilie
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Art lässt nicht von Art.
Ein Baum, den man oft versetzt, wächst nicht.
Sprichw.Wer ständig neu anfängt, kann nirgends richtig Fuß fassen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung: Ein häufig umgepflanzter Baum bildet keine tragfähigen Wurzeln aus. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungHaus und HeimatNatur
Beim Essen lernt man die Leute kennen.
Sprichw.Am Tisch zeigt sich, wie jemand mit anderen umgeht.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: EssenNachbarnErfahrung
Siehe auch: Wer zusammen reist, lernt sich kennen. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Sprichw.Spott über den, der zwar einlädt, aber nichts auftischt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Beim Handel muss jeder etwas gewinnen.
Sprichw.Ein Geschäft, bei dem nur eine Seite verdient, kommt nicht wieder zustande.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein guter Preis ist der, bei dem beide zweimal kaufen. Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner.
Sprichw.Aus der Ferne wirkt fremder Besitz besser als der eigene.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, die Ernte auf fremdem Feld sei stets ergiebiger.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Beim Trinken erkennt man den Freund, beim Zahlen erst recht.
Sprichw.Die Zeche verrät mehr über eine Bekanntschaft als das gemeinsame Feiern.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: TrinkenFreundschaftGeld
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung. Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Beim Wein wird viel versprochen und wenig gehalten.
Sprichw.Zusagen im Rausch sind am nächsten Tag selten gültig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Bequemlichkeit ist die teuerste Gewohnheit.
Sprichw.Was man sich abnehmen lässt, muss man bezahlen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nichts tut, hat nie Zeit. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Kein Beruf macht glücklich, aber der falsche macht unglücklich.
Sprichw.Von der Arbeit ist nicht das Lebensglück zu erwarten, wohl aber der Verdruss.
Herkunft: Eine Formel aus der Berufsberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat.
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Sprichw.Ironischer Spruch: Zurückhaltung wird gelobt, hilft aber beim Vorankommen wenig.
Herkunft: Der Spruch parodiert die ältere Lehrformel von der Bescheidenheit als Zierde. Der grammatisch falsche Dativ am Ende ist Teil des Scherzes und kein Versehen.
Themen: BescheidenheitHochmutErfolg
Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Sprichw.Wer zurückhaltend auftritt, muss deshalb nicht verzagt sein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitMutHochmut
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche.
Besitz verpflichtet.
Sprichw.Wer viel hat, trägt für den Umgang damit Verantwortung.
Herkunft: Die Formel geht auf Artikel 14 des deutschen Grundgesetzes zurück, wonach Eigentum verpflichtet; der Gedanke ist älter.
Themen: ReichtumGroßzügigkeitRecht und Gerechtigkeit
QuelleGrundgesetz
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer gibt, macht sich frei. Wer viel hat, hat viel zu verlieren.
Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Sprichw.Ein guter Ruf wiegt schwerer als Vermögen, das auf unlautere Weise erworben wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitArmutReichtum
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Armut schändet nicht. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Besser beneidet als bemitleidet.
Sprichw.Missgunst zu ernten ist immer noch besser, als anderen leidzutun.
Herkunft: Der Gedanke wird dem griechischen Dichter Pindar zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert als Reimspruch belegt.
QuellePindar
Siehe auch: Wer vergleicht, verliert. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln.
Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Sprichw.Ein kleiner, sicherer Vorteil ist mehr wert als eine große, ungewisse Aussicht.
Herkunft: Der Gedanke ist in ganz Europa verbreitet und geht auf eine Fabel Äsops zurück, in der eine Nachtigall den Jäger vergeblich auf größere Beute verweist.
Auch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Themen: VorsichtGeldTiereGeduld
QuelleÄsop
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sprichw.Ein schmerzhafter Schlussstrich ist erträglicher als ein Zustand, der sich endlos hinzieht.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill zugeschrieben (1809).
Themen: MisserfolgMutZeit
QuelleFerdinand von Schill
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf.
Besser geben als borgen.
Sprichw.Eine Gabe belastet die Beziehung weniger als ein Darlehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitGeldFreundschaft
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Geben, ohne zu rechnen, ist die einzige Großzügigkeit.
Besser spät als nie.
Sprichw.Etwas verspätet zu tun ist immer noch besser, als es zu unterlassen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „potius sero quam numquam“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Sprichw.Statt Prognosen zu wagen, sollte man den Verlauf selbst beeinflussen.
Herkunft: Der Ausspruch wird Abraham Lincoln, Peter Drucker und weiteren zugeschrieben; nachweisbar ist er zuerst bei Drucker (1970).
QuellePeter Drucker
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Der beste Lehrer ist die Not.
Sprichw.Unter Druck lernt man schneller als in jedem Unterricht.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Literatur und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt.
Sprichw.Der Maßstab für Unterricht ist nicht das Wissen am Ende, sondern die Lust auf mehr.
Herkunft: Eine Formel aus der Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Wer andere hintergeht, schadet am Ende sich selbst.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitLügenRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Unrecht Gut gedeihet nicht.
Das Bett ist der billigste Arzt.
Sprichw.Ausruhen kostet nichts und wirkt bei vielem besser als jede Behandlung.
Herkunft: Eine volkstümliche Gesundheitsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheitGeld
Siehe auch: Schlaf ist die beste Medizin. Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut.
Bewegung ist die beste Medizin.
Sprichw.Regelmäßige Bewegung wirkt vorbeugend besser als jede Behandlung.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Hippokrates zurück, der das Gehen als beste Arznei des Menschen bezeichnete.
Themen: GesundheitAlterFleiß
QuelleHippokrates
Siehe auch: Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.
Sprichw.Alte Merkregel zur Reihenfolge beim Trinken. Ein sachlicher Grund dafür ist nicht belegt.
Herkunft: Die Merkregel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Ein sachlicher Grund für die Reihenfolge ist nicht nachgewiesen; entscheidend ist die Gesamtmenge.
Auch: Wein auf Bier, das rat ich dir; Bier auf Wein, das lass sein.
Themen: TrinkenGesundheitErfahrung
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Sprichw.Rat, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und ehrlich sein Auskommen zu suchen.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 37 im Alten Testament.
Themen: Haus und HeimatArbeitReisen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ehrliche Arbeit macht keinen reich, aber ruhig.
Blut ist dicker als Wasser.
Sprichw.Im Zweifel hält man eher zu Verwandten als zu Außenstehenden.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert in ähnlicher Fassung belegt. Die verbreitete Behauptung, sie habe ursprünglich das Gegenteil bedeutet und auf einen Blutsbund unter Kampfgefährten gezielt, lässt sich nicht nachweisen.
Themen: FamilieZusammenhaltFreundschaft
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit.
Borgen macht Sorgen.
Sprichw.Wer sich Geld leiht, handelt sich damit Druck und Abhängigkeit ein.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Gleichklang der beiden Wörter hat ihm zu seiner Verbreitung verholfen.
Siehe auch: Wer Schulden macht, verkauft seine Freiheit. Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht.