Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Kinder
Kinder gelten sprichwörtlich als ehrlich, formbar und anstrengend. Die Erziehungssätze darunter sind teils sehr alt und heute nicht mehr zeitgemäß.
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Bekannte Sprichwörter
Eltern können begleiten, nicht gehen.
Sprichw.Den Weg muss das Kind selbst zurücklegen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel.
Sprichw.Kinder brauchen Halt und zugleich die Freiheit, eigene Wege zu gehen.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Goethe ist nicht belegt; die Formulierung taucht erst im 20. Jahrhundert auf.
QuelleGoethe
Siehe auch: Eltern können begleiten, nicht gehen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Sprichw.Erziehung reicht nur so weit, wie die eigene Erfahrung trägt.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter.
Sprichw.Die elterliche Bewertung wirkt lebenslang nach.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit. Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Geschwister erziehen einander besser als Eltern es könnten.
Sprichw.Unter Gleichaltrigen wird gelernt, was Erwachsene nicht vermitteln können.
Herkunft: Eine Formel aus der Entwicklungspsychologie des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
In der Familie lernt man, was man sonst nirgends lernt.
Sprichw.Der Umgang mit Nähe und Konflikt wird zu Hause eingeübt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Eltern können ihren Kindern nur zwei Dinge mitgeben: Wurzeln und Flügel. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Ein Kind, das fragt, denkt schon.
Sprichw.Die Frage ist bereits der Anfang des Verstehens.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Die beste Schule ist die, aus der man neugierig herauskommt. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Kinder brauchen Zeit, nicht Sachen.
Sprichw.Zuwendung lässt sich nicht durch Geschenke ersetzen.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des späten 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Kinder fragen nicht, ob es sich schickt.
Sprichw.Kinder sprechen aus, was Erwachsene aus Rücksicht verschweigen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Sprichwort, dass Kinder und Narren die Wahrheit sagen.
Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen.
Sprichw.Vorgelebtes wirkt stärker als jede Ermahnung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Kinder sind der Eltern Spiegel. Die Jugend braucht Vorbilder, keine Vorschriften. Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Kinder machen arm an Geld und reich an Freude.
Sprichw.Der Aufwand ist erheblich, der Ertrag anderer Art.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Kinder und Hunde merken, wer sie mag.
Sprichw.Beide erkennen ohne Worte, ob jemand es ernst mit ihnen meint.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Was Eltern säen, ernten die Kinder.
Sprichw.Die Prägung wirkt über die eigene Lebenszeit hinaus.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem biblischen Muster von Saat und Ernte.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Wer Kinder erzieht, erzieht sich selbst mit.
Sprichw.Wer andere prägen will, muss zuerst an sich arbeiten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei mehreren Pädagogen des 19. Jahrhunderts, unter anderem bei Friedrich Fröbel.
QuelleFröbel
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Eltern sind die ersten Lehrer und die letzten Richter. Eltern können nur weitergeben, was sie selbst gelernt haben.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichw.Kinder ähneln ihren Eltern in Verhalten und Eigenschaften.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild ist buchstäblich gemeint: Fallobst bleibt in der Nähe des Baumes liegen.
Themen: FamilieElternErfahrung
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Art lässt nicht von Art. Kein Baum wächst ohne Wurzeln.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungAngstVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Im Alter wird der Mensch wieder Kind.
Sprichw.Am Lebensende kehren Angewiesenheit und Unmittelbarkeit der Kindheit zurück.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur belegt und findet sich als deutsches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Kinder sind der Eltern Spiegel.
Sprichw.Am Verhalten der Kinder zeigt sich, wie die Eltern mit ihnen umgehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder lernen nicht, was man ihnen sagt, sondern was sie sehen. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen. Wie der Vater, so der Sohn.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.
Sprichw.Kinder denken und empfinden anders und dürfen nicht wie Erwachsene behandelt werden.
Herkunft: Ein Grundsatz der Reformpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts, der auf Rousseau zurückgeht.
QuelleRousseau
Siehe auch: Strenge Eltern, milde Kinder. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Kinder und Narren sagen die Wahrheit.
Sprichw.Wer nicht auf Rücksicht bedacht ist, spricht unverblümt aus, was andere verschweigen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Narr am Hof durfte tatsächlich aussprechen, was anderen verboten war.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit.
Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Sprichw.Mit dem Alter der Kinder wachsen auch die Probleme, mit denen Eltern zu tun haben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Sprichw.Eltern sorgen selbstverständlich für ihre Kinder, umgekehrt ist der Rückhalt im Alter oft geringer.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Altersversorgung, für die es keine staatliche Regelung gab.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Liebe geht abwärts.
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt.
Sprichw.Erziehung wirkt in eine Zeit hinein, die der Erziehende nicht mehr erlebt.
Herkunft: Das Bild vom Baumpflanzen für spätere Generationen stammt aus einer Fabel des römischen Dichters Caecilius Statius, überliefert bei Cicero.
QuelleCaecilius Statius, Cicero
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Kurze Sprichwörter
Kinder brauchen Grenzen.
Sprichw.Regeln geben Kindern Sicherheit, nicht nur Einschränkung.
Herkunft: Eine Formel aus der Erziehungsliteratur des späten 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Die Liebe geht abwärts.
Sprichw.Die Zuwendung der Eltern zu den Kindern ist stärker als die der Kinder zu den Eltern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „amor descendit“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.
Lügen haben kurze Beine.
Sprichw.Eine Unwahrheit kommt in der Regel schnell heraus, weil sie sich nicht lange durchhalten lässt.
Herkunft: Das Bild ist das des Fliehenden, der mit kurzen Beinen nicht weit kommt: Die Lüge holt einen ein. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen in derselben Form verbreitet.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Strenge Eltern, milde Kinder.
Sprichw.Auf eine harte Erziehung folgt oft eine besonders nachgiebige der nächsten Generation.
Herkunft: In deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Themen: VertrauenEhrlichkeit
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprechen und Halten sind zweierlei.
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