Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Angst
Angst wird in Sprichwörtern weder verurteilt noch verharmlost. Sie gilt als schlechter Ratgeber und als guter Wächter, je nach Situation.
37 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Klugheit und DummheitMut
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Eifersucht ist die Furcht vor dem Vergleich.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, fürchtet nicht den anderen, sondern den eigenen Rang daneben.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der psychologischen Literatur.
Themen: EifersuchtLiebe
Siehe auch: Wer immer fragt, ob er geliebt wird, glaubt es ohnehin nicht. Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht. Wer vergleicht, verliert.
Eifersucht schärft den Blick für das, was nicht da ist.
Sprichw.Wer sucht, findet auch dort etwas, wo nichts ist.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: EifersuchtErfahrung
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer immer kontrolliert, wird immer etwas finden. Eifersucht kommt selten vor dem Verlust, meist danach.
Die Furcht hat große Augen.
Sprichw.Wer sich fürchtet, sieht die Gefahr größer, als sie ist.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „timor addit alas“ verwandte Bild vom Aufgeschreckten mit weit geöffneten Augen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Angst hat große Augen.
Themen: Vorsicht
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Eifersucht schärft den Blick für das, was nicht da ist.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Themen: Mut
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles und wurde im 20. Jahrhundert vielfach neu formuliert.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Wer alles absichern will, kommt zu nichts.
Sprichw.Vollständige Sicherheit gibt es nicht, das Streben danach verhindert das Handeln.
Herkunft: Eine Formel aus der Managementliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnMut
Siehe auch: Die Jugend kennt die Grenzen nicht, das Alter kennt sie zu gut.
Wer Angst vor Fehlern hat, macht nichts.
Sprichw.Die Furcht vor dem Fehler verhindert mehr als der Fehler selbst.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt.
Themen: MutMisserfolg
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Sprichw.Was geregelt ist, verliert einen Teil seines Schreckens.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Todesbetrachtung und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung. Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Wer das Glück festhalten will, verscheucht es.
Sprichw.Der Versuch, einen guten Zustand zu sichern, zerstört ihn oft.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem antiken Bild der flüchtigen Fortuna.
Wer den Tod verdrängt, verdrängt auch das Leben.
Sprichw.Wer die Endlichkeit ausblendet, nimmt auch die verbleibende Zeit nicht wahr.
Herkunft: Eine Formel aus der Sterbebegleitung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Sterben müssen wir alle.
Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger.
Sprichw.Die Rücklage wirkt weniger finanziell als seelisch.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig. Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund.
Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Sprichw.Lautes Auftreten verrät oft die Unsicherheit dahinter.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt: Das Pfeifen soll die eigene Furcht übertönen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Erfahrung
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer liebt, macht sich verwundbar.
Sprichw.Zuneigung setzt voraus, dass man verletzt werden kann.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Augustinus und wurde im 20. Jahrhundert durch C. S. Lewis weiterverbreitet.
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleAugustinus, C. S. Lewis
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer bewacht, verliert. Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Sprichw.Schlaflosigkeit und Mutlosigkeit bedingen einander.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Wer Sorgen mit ins Bett nimmt, schläft mit ihnen. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Wer schlecht schläft, sieht die Welt grau.
Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht.
Sprichw.Schlaflosigkeit ist häufiger eine Folge des Nachdenkens als der Umstände.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: SchlafKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: Klugheit und DummheitWissen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Sprichw.Die Erwartung des Schlimmen quält oft mehr als das Ereignis.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei antiken Autoren, unter anderem bei Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungKinderVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Siehe auch: Wer schreit, hat unrecht.
Die Nacht ist keines Menschen Freund.
Sprichw.Im Dunkeln wirken Sorgen größer und Wege gefährlicher.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Vor der Straßenbeleuchtung war die Nacht tatsächlich gefährlich, was der Formel ihre wörtliche Grundlage gab.
Siehe auch: Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut. Wer Sorgen mit ins Bett nimmt, schläft mit ihnen.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichw.Die Sorge um das Kommende nimmt einem das, was gerade ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer alles fürchte, lebe nicht.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: MutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Wissen ist nicht Weisheit.
Wer nichts hat, kann nichts verlieren.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, muss auch nicht um ihn bangen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nichts hat, den beneidet auch niemand.
Kurze Sprichwörter
Angst ist ansteckend.
Sprichw.Furcht überträgt sich in Gruppen schneller als jede Beruhigung.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Massenpsychologie des frühen 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Angst macht Beine.
Sprichw.Furcht setzt Kräfte frei, über die man sonst nicht verfügt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Erfahrung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Angst warnt, Vorsicht handelt.
Sprichw.Furcht meldet die Gefahr, aber erst die Umsicht tut etwas dagegen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
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