Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Angst
Angst wird in Sprichwörtern weder verurteilt noch verharmlost. Sie gilt als schlechter Ratgeber und als guter Wächter, je nach Situation.
17 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: Klugheit und DummheitMut
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Guter Rat kommt über Nacht.
Die Furcht hat große Augen.
Sprichw.Wer sich fürchtet, sieht die Gefahr größer, als sie ist.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „timor addit alas“ verwandte Bild vom Aufgeschreckten mit weit geöffneten Augen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Angst hat große Augen.
Themen: Vorsicht
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Themen: Mut
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Sprichw.Lautes Auftreten verrät oft die Unsicherheit dahinter.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt: Das Pfeifen soll die eigene Furcht übertönen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: Erfahrung
Siehe auch: Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Sprichw.Schlaflosigkeit und Mutlosigkeit bedingen einander.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Die Nacht ist keines Menschen Freund. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer sich fürchtet, hat schon verloren.
Sprichw.Furcht lähmt und nimmt einem die Möglichkeit zu handeln.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken, die Furcht nehme dem Kämpfenden die Kraft.
Themen: MutMisserfolg
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Angst macht Beine.
Sprichw.Furcht setzt Kräfte frei, über die man sonst nicht verfügt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Erfahrung
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: Klugheit und DummheitWissen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Sprichw.Die Erwartung des Schlimmen quält oft mehr als das Ereignis.
Publilius Syrusrömischer Spruchdichter, 1. Jahrhundert v. Chr.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei antiken Autoren, unter anderem bei Publilius Syrus.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Die Nacht ist keines Menschen Freund. Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungKinderVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Die Nacht ist keines Menschen Freund.
Sprichw.Im Dunkeln wirken Sorgen größer und Wege gefährlicher.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Vor der Straßenbeleuchtung war die Nacht tatsächlich gefährlich, was der Formel ihre wörtliche Grundlage gab.
Siehe auch: Wer nachts nicht schlafen kann, dem fehlt am Tag der Mut. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: MutKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Liebe macht blind. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, geht auch keine Rücksicht ein.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Juvenal, der schreibt, der Reisende mit leeren Taschen singe vor dem Räuber.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Erst wägen, dann wagen.
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