A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit A
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39 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 2
Abendrot, Gutwetterbot; Morgenrot mit Regen droht.
Sprichw.Wetterregel, die aus der Färbung des Himmels auf den kommenden Tag schließt.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. In unseren Breiten zieht das Wetter überwiegend von Westen heran. Ein rot gefärbter Abendhimmel im Westen zeigt trockene Luft in der Richtung an, aus der das Wetter der nächsten Stunden kommt.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück.
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Themen: AbschiedHoffnungFreundschaft
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
Alles zu seiner Zeit.
Sprichw.Jede Sache hat ihren richtigen Zeitpunkt und sollte nicht erzwungen werden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Buch Prediger im Alten Testament zurück, wo jedes Ding seine Zeit hat. Als knappe Redensart ist er im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Der Weg ist das Ziel.
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterVeränderungHaus und Heimat
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeFreundschaftVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Freundschaft will gepflegt sein.
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
Themen: VergangenheitStreitUnglück
QuelleVergil
Siehe auch: Die gute alte Zeit war auch nicht besser.
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVergangenheitVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Freundschaft will gepflegt sein. Ehrlich währt am längsten.
Alter schützt vor Torheit nicht.
Sprichw.Auch ältere Menschen machen Dummheiten; Lebensjahre allein bringen keine Vernunft.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der Erwartung, mit den Jahren komme von selbst die Vernunft.
Themen: AlterKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mit den Jahren kommt die Weisheit. Irren ist menschlich. Durch Schaden wird man klug.
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
Themen: NaturErfahrungLandwirtschaft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ReisenErfahrungNachbarn
QuelleHerodot
Siehe auch: Reisen bildet. Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Andere Zeiten, andere Sitten.
Sprichw.Was früher üblich war, muss heute nicht mehr gelten.
Herkunft: Die Formel ist die zeitliche Entsprechung zum Satz von den anderen Ländern und anderen Sitten. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VeränderungVergangenheitNachbarn
Siehe auch: Wer die alten Wege verlässt, findet neue. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Aller Anfang ist schwer.
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: AngstKlugheit und DummheitMut
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Guter Rat kommt über Nacht.
Angst macht Beine.
Sprichw.Furcht setzt Kräfte frei, über die man sonst nicht verfügt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Sprichw.Wer auf eine Frage schweigt, sagt damit ebenfalls etwas.
Herkunft: Die Formel ist die volkstümliche Fassung der römischen Rechtsregel, wonach Schweigen als Zustimmung gilt.
Siehe auch: Wer schweigt, stimmt zu. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichw.Kinder ähneln ihren Eltern in Verhalten und Eigenschaften.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild ist buchstäblich gemeint: Fallobst bleibt in der Nähe des Baumes liegen.
Themen: FamilieElternKinderErfahrung
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Art lässt nicht von Art. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Der Appetit kommt beim Essen.
Sprichw.Oft stellt sich die Lust an einer Sache erst ein, wenn man damit begonnen hat.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde durch François Rabelais bekannt.
Themen: EssenErfahrungNeuanfang
QuelleRabelais
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen.
April, April, der macht, was er will.
Sprichw.Kommentar zum schnell wechselnden Aprilwetter.
Herkunft: Der Vers greift eine tatsächliche Wetterlage auf: Im April liegt Mitteleuropa häufig in einer wechselhaften Westströmung, in der sich Sonne, Regen und Graupel innerhalb weniger Stunden ablösen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Arbeit adelt.
Sprichw.Wer arbeitet, verdient Ansehen, unabhängig von seiner Herkunft.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem 19. Jahrhundert und richtete sich gegen den Geburtsadel: Nicht die Herkunft, sondern die Leistung solle Ansehen begründen.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Arbeit macht das Leben süß.
Sprichw.Wer etwas leistet, empfindet auch die freie Zeit als Gewinn.
Herkunft: Die Zeile stammt aus einem Kinderlied von Gottlob Wilhelm Burmann aus dem späten 18. Jahrhundert.
QuelleBurmann
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Armut schändet nicht.
Sprichw.Wenig zu besitzen ist kein Grund, sich zu schämen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der verbreiteten Gleichsetzung von Armut mit Verschulden.
Themen: ArmutBescheidenheitEhrlichkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Art lässt nicht von Art.
Sprichw.Die angeborene Wesensart bricht früher oder später durch.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ErfahrungFamilieEltern
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Stille Wasser sind tief. Die Katze lässt das Mausen nicht.
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: GlückTiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.