A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit A
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70 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 3
Abendrot, Gutwetterbot; Morgenrot mit Regen droht.
Sprichw.Wetterregel, die aus der Färbung des Himmels auf den kommenden Tag schließt.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. In unseren Breiten zieht das Wetter überwiegend von Westen heran. Ein rot gefärbter Abendhimmel im Westen zeigt trockene Luft in der Richtung an, aus der das Wetter der nächsten Stunden kommt.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Kein Abschied ist für immer.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen: Das Wiedersehen bleibt möglich.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedHoffnungFreundschaft
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Ein Abschied ohne Worte bleibt offen.
Sprichw.Was nicht ausgesprochen wurde, lässt sich schwerer abschließen.
Herkunft: Eine Formel aus der Trauerbegleitung des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedFreundschaftVergangenheit
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Man geht nie ganz, man geht nur weiter.
Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.
Sprichw.Jede Trennung nimmt einem ein Stück von dem, was man war.
Edmond Haraucourtfranzösischer Dichter, 1856 bis 1941
Herkunft: Übersetzung der französischen Zeile „partir, c'est mourir un peu“ aus einem Gedicht von Edmond Haraucourt (1891).
Auch: Partir, c'est mourir un peu.
QuelleHaraucourt
Siehe auch: Wer lebt, muss Abschied nehmen lernen. Scheiden tut weh. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Themen: AbschiedHoffnungFreundschaft
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Kein Abschied ist für immer. Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen.
Der Acker lügt nicht.
Sprichw.Am Ertrag zeigt sich, wie gut gearbeitet wurde; beschönigen lässt sich das nicht.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftWahrheitArbeit
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Siehe auch: Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Einer allein baut kein Haus.
Sprichw.Größere Vorhaben verlangen Zusammenarbeit.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: ZusammenhaltArbeitNachbarn
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Hände, schnelles Ende. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund. Ein Finger allein macht keine Faust.
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der erste Schritt ist der schwerste. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
Alles zu seiner Zeit.
Sprichw.Jede Sache hat ihren richtigen Zeitpunkt und sollte nicht erzwungen werden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Buch Prediger im Alten Testament zurück, wo jedes Ding seine Zeit hat. Als knappe Redensart ist er im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Sprichw.Das Altern gilt oft als Last und ist doch etwas, das vielen verwehrt bleibt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der medizinischen und pflegerischen Literatur.
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Alte Bäume tragen noch Früchte.
Sprichw.Auch im hohen Alter kann jemand noch etwas hervorbringen.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wie die Arbeit, so der Lohn. Wer zu wenig schläft, bezahlt es am Tag. Der Neid sieht das Ziel, nicht den Weg.
Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Sprichw.Ältere Menschen sollte man nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reißen.
Herkunft: Eine gärtnerische Erfahrung, die auf den Menschen übertragen wird: Ein alter Baum wächst nach dem Umsetzen kaum noch an, weil die Wurzeln zu weit reichen.
Themen: AlterVeränderungHaus und Heimat
Siehe auch: Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt. Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Alte Leute vergessen den Namen und behalten die Geschichte.
Sprichw.Das Langzeitgedächtnis bleibt oft, während Neues nicht mehr haftet.
Herkunft: Eine volkstümliche Beobachtung, die der Gedächtnisforschung des 20. Jahrhunderts entspricht.
Themen: AlterVergangenheitErfahrung
Siehe auch: Die gute alte Zeit war auch nicht besser. Wer sich erinnert, lebt zweimal. Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Alte Liebe rostet nicht.
Sprichw.Eine lang zurückliegende Zuneigung kann nach Jahren noch bestehen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild vom Rost setzt voraus, dass Zuneigung wie Eisen behandelt wird, das eigentlich verfallen müsste.
Themen: LiebeFreundschaftVergangenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Kein Abschied ist für immer.
Das Alte muss weichen, damit Neues Platz hat.
Sprichw.Neues entsteht nicht neben dem Alten, sondern an seiner Stelle.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Gedanken, dass jeder Anfang ein Ende voraussetzt.
Themen: VeränderungNeuanfangAbschied
Alte Wunden soll man nicht aufreißen.
Sprichw.Schmerzhafte Erinnerungen sollte man nicht ohne Not wieder hervorholen.
Herkunft: Das Bild von der wieder aufbrechenden Wunde für den erneuerten Kummer ist alt und findet sich bereits in der antiken Dichtung, unter anderem bei Vergil.
Themen: VergangenheitStreitUnglück
QuelleVergil
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck.
Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Sprichw.Wer sich über Jahre bewährt hat, ist verlässlicher als eine frische Bekanntschaft.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament, wonach ein neuer Freund wie neuer Wein sei.
Themen: FreundschaftVergangenheitVertrauen
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Alte Liebe rostet nicht. Wer zusammen lachen kann, hält länger zusammen. Freundschaft will gepflegt sein.
Alter geht vor Schönheit.
Sprichw.Scherzhafte Formel, mit der man jemandem den Vortritt lässt.
Herkunft: Eine Höflichkeitsformel des 19. Jahrhunderts, meist ironisch gebraucht.
Themen: AlterBescheidenheitNachbarn
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Sprichw.Der Wunsch nach einem langen Leben schließt die Bereitschaft zum Altwerden nicht ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Alt werden will jeder, alt sein niemand. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es. Die Jugend ist kurz, das Alter lang.
Das Alter ist eine Last, aber die Alternative ist schlechter.
Sprichw.Trockener Kommentar über die Beschwerden des Alterns.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer Kinder hat, hat Sorgen, wer keine hat, erst recht. Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert.
Das Alter kommt ungeladen.
Sprichw.Niemand bittet darum, und doch stellt es sich bei jedem ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Das Alter nimmt die Kraft und gibt die Ruhe.
Sprichw.Was körperlich verloren geht, wird an anderer Stelle gewonnen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: AlterGlückGesundheit
Siehe auch: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Alter schützt vor Torheit nicht.
Sprichw.Auch ältere Menschen machen Dummheiten; Lebensjahre allein bringen keine Vernunft.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der Erwartung, mit den Jahren komme von selbst die Vernunft.
Themen: AlterKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Am falschen Ende sparen.
Sprichw.Dort kürzen, wo es sich später bitter rächt.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Kaufmannssprache des 19. Jahrhunderts.
Themen: GeizSparenGeldVorsicht
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nur rechnet, verrechnet sich.
Am Werkzeug erkennt man den Meister.
Sprichw.Wie jemand mit seinem Gerät umgeht, sagt mehr als jedes Zeugnis.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
Themen: NaturErfahrungLandwirtschaft
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Andere Länder, andere Sitten.
Sprichw.Was anderswo üblich ist, muss nicht dem entsprechen, was man von zu Hause kennt.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Herodot in seiner Beschreibung fremder Bräuche. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ReisenErfahrungNachbarn
QuelleHerodot
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen. Reisen bildet.