Sprichwörter · Alltag und Natur
Wetterregeln und Sprichwörter über das Wetter
Bauernregeln sind eine eigene Gattung mit eigener Logik: Sie verknüpfen ein Kalenderdatum mit einer Wetterprognose. Als Vorhersage taugen sie nur begrenzt, als Sprachgut sind sie hervorragend belegt.
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Bekannte Sprichwörter
Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Sprichw.Bauernregel, die einem harten Winter eine gute Sommersaison zuschreibt.
Herkunft: Eine der Bauernregeln, für die sich kein statistischer Zusammenhang nachweisen lässt. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem harten Winter eine Belohnung ableiten.
Themen: JahreszeitenHoffnung
Siehe auch: Grüne Weihnacht, weiße Ostern. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Auf Sankt Gallen bleibt der Schnee im Tal liegen.
Sprichw.Lostagsregel zum 16. Oktober, die den Beginn der kalten Jahreszeit markiert.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen.
Sprichw.Das Wetter ist, was es ist; unpassend wird es erst durch die Planung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, es gebe kein schlechtes Wetter.
Themen: ErfahrungBescheidenheit
Siehe auch: Geduld ist eine Tugend. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.
Sprichw.Wer richtig ausgerüstet ist, kann bei jedem Wetter hinaus.
Herkunft: Die Formel wird häufig einem skandinavischen Sprichwort zugeschrieben. Im deutschen Sprachraum ist sie erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet, ein älterer Beleg fehlt.
Siehe auch: Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Sprichw.Bauernregel zum 11. November: Frost oder Raureif am Martinstag gilt als Vorbote eines strengen Winters.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Der Himmel lügt nicht, aber man liest ihn falsch.
Sprichw.Die Zeichen stimmen, die Deutung nicht immer.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NaturKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Sprichw.Man soll vom einen Monat nicht das Wetter des anderen erwarten.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenNatur
Siehe auch: Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichw.Bauernregel, die trockene und windige Märztage als Vorboten baldigen Regens deutet.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem trockenen Monat einen nassen folgern.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Sprichw.Bauernregel, die von feuchtem Herbstwetter auf einen schneereichen Winter schließt.
Herkunft: Eine Entsprechungsregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Sprichw.Wer auf günstige Bedingungen wartet, kommt nie los.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Bibelvers vom Säen und Wetter.
Siehe auch: Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer weit reisen will, muss leicht packen. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause.
Das Wetter kann man nicht machen, nur einplanen.
Sprichw.Gegen die Witterung hilft keine Absicht, nur die Vorbereitung darauf.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: VorsichtLandwirtschaft
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Sprichw.Wer bei Regen missmutig ist, war es meist vorher schon.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Wetter und Laune ändern sich schnell.
Sprichw.Beides ist unbeständig und selten vorherzusagen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: VeränderungErfahrung
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Dreht der Wind, dreht das Wetter. Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Abendrot, Gutwetterbot; Morgenrot mit Regen droht.
Sprichw.Wetterregel, die aus der Färbung des Himmels auf den kommenden Tag schließt.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. In unseren Breiten zieht das Wetter überwiegend von Westen heran. Ein rot gefärbter Abendhimmel im Westen zeigt trockene Luft in der Richtung an, aus der das Wetter der nächsten Stunden kommt.
Themen: Jahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
April, April, der macht, was er will.
Sprichw.Kommentar zum schnell wechselnden Aprilwetter.
Herkunft: Der Vers greift eine tatsächliche Wetterlage auf: Im April liegt Mitteleuropa häufig in einer wechselhaften Westströmung, in der sich Sonne, Regen und Graupel innerhalb weniger Stunden ablösen.
Themen: Jahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Bauernregeln sind Erfahrung, keine Vorhersage.
Sprichw.Wetterregeln fassen Beobachtungen zusammen, sie sagen nichts voraus.
Herkunft: Eine Einordnung aus der modernen Meteorologie, die den statistischen Gehalt der Regeln untersucht hat.
Themen: LandwirtschaftWissen
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Sprichw.Ein Wechsel der Windrichtung kündigt fast immer eine neue Wetterlage an.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern: Ein Windsprung zeigt den Durchgang einer Luftmassengrenze an.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Der Himmel lügt nicht, aber man liest ihn falsch.
Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen.
Sprichw.Bauernregel: Bei fallendem Luftdruck fliegen Insekten und damit auch Schwalben tiefer.
Herkunft: Die Beobachtung hat einen sachlichen Kern, weil Insekten bei feuchter Luft niedriger fliegen und Schwalben ihnen folgen.
Themen: TiereJahreszeiten
Siehe auch: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass.
Sprichw.Bauernregel: Ein feuchter Mai gilt als günstig für die spätere Ernte.
Herkunft: Eine Bauernregel mit sachlichem Kern: Kühle und Feuchtigkeit im Mai verlängern die Wachstumsphase des Getreides und begünstigen die Kornfüllung.
Themen: LandwirtschaftJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Ist's zu Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Sprichw.Bauernregel zum 2. Februar: Klares Wetter deutet auf eine anhaltende Kältephase hin.
Herkunft: Die Regel hat einen meteorologischen Kern. Klarer Himmel Anfang Februar zeigt eine Hochdrucklage über Mitteleuropa an, die kalte Luft festhält.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Kommt der Wind von Ost, gibt es keinen Trost.
Sprichw.Bauernregel über den Ostwind, der in Mitteleuropa im Winter Kälte und im Sommer Trockenheit bringt.
Herkunft: Die Regel bildet die tatsächliche Windverteilung ab: Ostwind führt kontinentale Luft heran, also im Winter kalte und im Sommer trockene.
Themen: LandwirtschaftJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Sprichw.Scherzhafte Bauernregel, die sich über die Beliebigkeit mancher Wetterprognosen lustig macht.
Herkunft: Ein Spottvers auf die Beliebigkeit mancher Bauernregel. Er ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und zeigt, dass die Skepsis gegenüber Wetterregeln nicht erst mit dem Wetterbericht aufkam.
Themen: TiereJahreszeiten
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte.
Sprichw.Das Wetter macht keinen Unterschied zwischen den Menschen; übertragen: das Schicksal auch nicht.
Herkunft: Aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 5,45).
Themen: Recht und GerechtigkeitSchicksal
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Das Glück ist blind. Wo die Liebe hinfällt. Sterben müssen wir alle.
Regnet's auf Sankt Medardus, regnet's vierzig Tage danach.
Sprichw.Lostagsregel zum 8. Juni, die von einem Regentag auf eine anhaltende Nässeperiode schließt.
Herkunft: Die Regel entspricht der Siebenschläferregel und hat denselben Hintergrund: Anfang Juni stellt sich die sommerliche Großwetterlage ein, die dann einige Wochen anhält.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Sprichw.Bauernregel zu den Eisheiligen Mitte Mai, nach denen erst danach frostfrei gepflanzt werden soll.
Herkunft: Bezieht sich auf die Namenstage der Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, an denen in Mitteleuropa häufig ein letzter Kaltlufteinbruch auftritt.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Themen: NaturLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr.
Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Sprichw.Wer auf die vollkommenen Bedingungen wartet, fängt nie an.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 11,4).
Themen: LandwirtschaftMut
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer sich fürchtet, hat schon verloren. Dem Glück muss man nachhelfen.
Kurze Sprichwörter
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Nach Regen kommt Sonnenschein.
Sprichw.Auch schwierige Zeiten gehen vorbei; auf eine schlechte Phase folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „post nubila Phoebus“, wonach nach den Wolken die Sonne komme. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Kein Wetter hält ewig. Kein Unglück dauert ewig.
Kein Wetter hält ewig.
Sprichw.Auch eine anhaltende Schlechtwetterlage geht vorbei; übertragen auf schwierige Zeiten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: HoffnungVeränderung
Siehe auch: Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Wetter und Laune ändern sich schnell. Nach Regen kommt Sonnenschein.
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