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Sprichwörter für Kinder, einfach erklärt
Für Grundschule und Familie: Sprichwörter, deren Bild sich Kindern gut erschließt und deren Inhalt altersgerecht ist. Ausgeschlossen sind Einträge über Tod, Ehe, Alkohol und alles, was eine Erklärung bräuchte, die weiter führt als das Sprichwort selbst.
22 Einträge mit Bedeutung
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Übung macht den Meister.
Sprichw.Fertigkeiten entstehen durch wiederholtes Tun, nicht durch Begabung allein.
Herkunft: Die Wendung stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. Der Gedanke selbst ist älter und findet sich als lateinische Formel „exercitatio artem parat“.
Themen: LernenFleißHandwerkErfahrung
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Lügen haben kurze Beine.
Sprichw.Eine Unwahrheit kommt in der Regel schnell heraus, weil sie sich nicht lange durchhalten lässt.
Herkunft: Das Bild ist das des Fliehenden, der mit kurzen Beinen nicht weit kommt: Die Lüge holt einen ein. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen in derselben Form verbreitet.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeitKinder
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Wahrheit kommt ans Licht.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Sprichw.Wer früh am Tag beginnt, schafft mehr und nutzt die Zeit besser.
Herkunft: Gilt als Übersetzung der lateinischen Formel „aurora habet aurum in ore“.
Siehe auch: Wer lange schläft, den Tag verschläft. Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichw.Kinder ähneln ihren Eltern in Verhalten und Eigenschaften.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Das Bild ist buchstäblich gemeint: Fallobst bleibt in der Nähe des Baumes liegen.
Themen: FamilieElternKinderErfahrung
Siehe auch: Wie der Vater, so der Sohn. Art lässt nicht von Art. Gleich und gleich gesellt sich gern.
Ohne Fleiß kein Preis.
Sprichw.Ein Erfolg setzt Anstrengung voraus; geschenkt bekommt man nichts.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Schulliteratur des 18. Jahrhunderts. „Preis“ meint dabei den Siegespreis, nicht den Kaufpreis.
Themen: FleißErfolgArbeitSchule
Siehe auch: Es lernt sich nichts von selbst.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Sprichw.Wer einmal Schaden genommen hat, geht dieser Gefahr künftig aus dem Weg.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 13. Jahrhundert belegt und damit eines der ältesten schriftlich bezeugten deutschen Sprichwörter.
Themen: ErfahrungAngstKinderVorsicht
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Durch Schaden wird man klug.
Eile mit Weile.
Sprichw.Zügig arbeiten, aber ohne Hast: Wer überstürzt handelt, macht Fehler und verliert am Ende Zeit.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Devise „festina lente“, die dem römischen Kaiser Augustus zugeschrieben wird.
QuelleAugustus
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Gesagt, getan. Erst denken, dann reden.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Sprichw.Eine Aufforderung, Aufgaben sofort zu erledigen, statt sie vor sich herzuschieben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert verbreitet und gehört zu den Merkversen, die in Schulfibeln und Poesiealben weitergegeben wurden.
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Sprichw.Wer über seinen Kummer spricht, empfindet ihn weniger schwer. Meist gepaart mit dem Gegenstück über die geteilte Freude.
Herkunft: Das Gegenstück zur geteilten Freude, beide Hälften werden meist zusammen zitiert. Der Gedanke ist wesentlich älter und findet sich bereits bei Cicero.
Auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.
Themen: PartnerschaftFreundschaftZusammenhaltUnglück
QuelleCicero
Siehe auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Ohne Regen kein Regenbogen.
Geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sprichw.Ein schönes Erlebnis wirkt stärker, wenn man es mit anderen teilt.
Herkunft: Die Formel geht auf einen Vers von Christoph August Tiedge aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück und hat sich von dort als Sprichwort verselbstständigt.
Themen: FreundschaftGlückZusammenhalt
QuelleTiedge
Siehe auch: Unglück verbindet. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Geteiltes Brot schmeckt besser.
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltMachtStreit
QuelleSallust
Siehe auch: Viele Hände, schnelles Ende. Macht geht vor Recht.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Sprichw.Wer Ratschläge und Warnungen ausschlägt, muss die unangenehmen Folgen selbst tragen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz stammt aus der Erziehungspraxis und rechtfertigte die körperliche Züchtigung.
Themen: ErfahrungKinderKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Ordnung ist das halbe Leben.
Sprichw.Wer Ordnung hält, spart Zeit und Ärger.
Herkunft: Die Formel ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie gehört zu einer Gruppe von Sätzen, die eine Tugend als Anteil am Gelingen beziffern, vergleichbar mit „Frisch gewagt ist halb gewonnen“.
Siehe auch: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zeit ist Geld. Ordnung muss sein.
Viele Köche verderben den Brei.
Sprichw.Wenn zu viele Leute an derselben Sache mitreden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in zahlreichen europäischen Sprachen. Der Brei steht dabei für die einfachste denkbare Speise, an der eigentlich nichts misslingen kann.
Themen: ArbeitZusammenhaltEssen
Siehe auch: Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Sprichw.Auch kleine, aber beständige Anstrengungen führen mit der Zeit zu großen Wirkungen.
Ovidrömischer Dichter, 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Ovid.
QuelleOvid
Siehe auch: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Sprichw.Wer am lautesten droht, ist meist am wenigsten gefährlich.
Herkunft: Die Beobachtung ist alt und in vielen Sprachen belegt. Im Deutschen erscheint sie seit dem 16. Jahrhundert in Sprichwortsammlungen.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Sprichw.Wer als Erster handelt, sichert sich den Vorteil.
Herkunft: Lehnübersetzung des englischen Sprichworts „the early bird catches the worm“.
Siehe auch: Morgenstund hat Gold im Mund. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Sprichw.Auch wer sonst wenig zustande bringt, hat gelegentlich zufällig Erfolg.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird meist herablassend gebraucht und schreibt den Erfolg allein dem Zufall zu.
Auch: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Themen: GlückTiereKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln. Wer das Glück sucht, findet es selten.
Aller guten Dinge sind drei.
Sprichw.Wird meist scherzhaft gesagt, um einen dritten Versuch oder eine dritte Wiederholung zu rechtfertigen.
Herkunft: Die Wendung wird auf mittelalterliche Rechtsbräuche zurückgeführt, bei denen Gerichtsverhandlungen dreimal angesetzt wurden.
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