Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Ehrlichkeit
Ehrlichkeit wird in Sprichwörtern weniger moralisch begründet als praktisch: Sie hält länger, sie spart Ärger, sie kommt am Ende billiger.
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Bekannte Sprichwörter
Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Sprichw.Wer nur einen Teil sagt und den entscheidenden verschweigt, täuscht ebenso wie ein Lügner.
Herkunft: Die Zuspitzung geht auf Alfred Tennyson zurück, der schrieb, eine Lüge, die zur Hälfte wahr sei, sei die schwärzeste von allen. Im Deutschen ist die Formel seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
QuelleTennyson
Siehe auch: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Schein trügt.
Trinke, was klar ist, iss, was gar ist, sprich, was wahr ist.
Sprichw.Dreiteilige Lebensregel für Trinken, Essen und Reden.
Martin LutherReformator und Bibelübersetzer, 1483 bis 1546
Herkunft: Der Spruch wird traditionell Martin Luther zugeschrieben; die Zuschreibung gilt als unsicher.
Themen: TrinkenEssenGesundheit
QuelleLuther
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: VertrauenFreundschaft
Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Sprichw.Alkohol bringt nichts Neues hervor, er nimmt nur die Zurückhaltung.
Herkunft: Der Gedanke wird Friedrich Schiller zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Literatur.
QuelleSchiller
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Sprichw.Wer offen ausspricht, was andere nicht hören wollen, muss mit Ärger rechnen.
Herkunft: Ein Sprichwort aus dem angelsächsischen Raum, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Sprichw.Ein guter Ruf wiegt schwerer als Vermögen, das auf unlautere Weise erworben wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Armut schändet nicht. Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Wer andere hintergeht, schadet am Ende sich selbst.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Unrecht Gut gedeihet nicht. Lügen haben kurze Beine.
Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf ist mehr wert als Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 22,1).
Themen: ReichtumBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Armut schändet nicht. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichw.Wer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits bei den römischen Moralphilosophen.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Im Schlaf sind alle Menschen gleich. Der Schlaf ist der Bruder des Todes.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Kinder und Narren sagen die Wahrheit.
Sprichw.Wer nicht auf Rücksicht bedacht ist, spricht unverblümt aus, was andere verschweigen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Narr am Hof durfte tatsächlich aussprechen, was anderen verboten war.
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit.
Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Sprichw.Wer über seine Verhältnisse verspricht, kann nicht liefern; scherzhaft auch als Entschuldigung gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Schelm“ meinte damals den Betrüger, nicht den harmlosen Spaßvogel.
Themen: LügenGroßzügigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Worte sind Wind. Papier ist geduldig.
Taten sagen mehr als Worte.
Sprichw.Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Worte sind Wind.
Trunkener Mund tut Wahrheit kund.
Sprichw.Wer getrunken hat, verliert die Zurückhaltung und sagt, was er denkt.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung des lateinischen „in vino veritas“, in Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Versprechen und Halten sind zweierlei.
Sprichw.Eine Zusage bedeutet noch nicht, dass sie auch eingelöst wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprochen ist versprochen. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitNachbarn
QuelleNeues Testament
Wasser predigen und Wein trinken.
Sprichw.Anderen Verzicht empfehlen und selbst genießen.
Heinrich HeineDichter, 1797 bis 1856
Herkunft: Die Wendung wurde durch Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) allgemein bekannt.
QuelleHeine
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
QuelleÄsop
Siehe auch: Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichw.Eine unaufgeforderte Rechtfertigung weckt erst den Verdacht, den sie ausräumen soll.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische „qui s'excuse, s'accuse“ und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Der Zweck heiligt die Mittel.
Kurze Sprichwörter
Armut schändet nicht.
Sprichw.Wenig zu besitzen ist kein Grund, sich zu schämen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der verbreiteten Gleichsetzung von Armut mit Verschulden.
Themen: ArmutBescheidenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Ehrlich währt am längsten.
Sprichw.Wer aufrichtig handelt, fährt auf lange Sicht besser als jemand, der sich Vorteile erschwindelt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Währen“ steht hier im Sinne von dauern, nicht von sich bewähren.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein alter Freund ist besser als zwei neue.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsicht
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Lügen haben kurze Beine.
Sprichw.Eine Unwahrheit kommt in der Regel schnell heraus, weil sie sich nicht lange durchhalten lässt.
Herkunft: Das Bild ist das des Fliehenden, der mit kurzen Beinen nicht weit kommt: Die Lüge holt einen ein. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen in derselben Form verbreitet.
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Wahrheit kommt ans Licht.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Sprichw.Unehrlich erworbener Besitz bringt auf Dauer keinen Nutzen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach unrecht erworbenes Gut nicht bleibt. Die deutsche Fassung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeld
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Wer lügt, der trügt. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Versprechen und Halten sind zweierlei. Wer viel verspricht, hält wenig.
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Unrecht Gut gedeihet nicht.
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