Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Ehrlichkeit
Ehrlichkeit wird in Sprichwörtern weniger moralisch begründet als praktisch: Sie hält länger, sie spart Ärger, sie kommt am Ende billiger.
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Bekannte Sprichwörter
Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr.
Sprichw.Aufrichtigkeit hat ihren Preis, die Alternative einen höheren.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Unrecht Gut gedeihet nicht. Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Ehrliche Arbeit macht keinen reich, aber ruhig.
Sprichw.Redlichkeit bringt kein Vermögen, aber ein ruhiges Gewissen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Ehrlichkeit fängt bei sich selbst an.
Sprichw.Wer sich selbst etwas vormacht, ist auch gegenüber anderen nicht aufrichtig.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit der Inschrift von Delphi.
Themen: BescheidenheitWahrheit
QuelleOrakel von Delphi
Siehe auch: Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage. Geduld ist eine Tugend.
Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Sprichw.Wer nur einen Teil sagt und den entscheidenden verschweigt, täuscht ebenso wie ein Lügner.
Herkunft: Die Zuspitzung geht auf Alfred Tennyson zurück, der schrieb, eine Lüge, die zur Hälfte wahr sei, sei die schwärzeste von allen. Im Deutschen ist die Formel seit dem 20. Jahrhundert verbreitet.
QuelleTennyson
Siehe auch: Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Im Handel entscheidet die Ware, nicht das Wort.
Sprichw.Auf Dauer setzt sich durch, was taugt, nicht was gut beworben wird.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nur auf den Preis sieht, kauft zweimal. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Sprichw.Ein guter Name bringt mehr Geschäfte ein als jedes Angebot.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Ein guter Name ist besser als Reichtum. Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Liebe braucht keine großen Worte.
Sprichw.Zuneigung zeigt sich im Verhalten, nicht in Beteuerungen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LiebePartnerschaft
Siehe auch: Taten sagen mehr als Worte. Die Wahrheit braucht keine Zeugen.
Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Sprichw.Ein Fehler wiegt weniger als der Versuch, ihn zu verbergen.
Herkunft: Eine Formel aus der Fehlerkultur-Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: MisserfolgMut
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Jeder Anfang ist ein Versuch. Die Wahrheit ist selten bequem.
Trinke, was klar ist, iss, was gar ist, sprich, was wahr ist.
Sprichw.Dreiteilige Lebensregel für Trinken, Essen und Reden.
Martin LutherReformator und Bibelübersetzer, 1483 bis 1546
Herkunft: Der Spruch wird traditionell Martin Luther zugeschrieben; die Zuschreibung gilt als unsicher.
Auch: Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist.
Themen: TrinkenEssenGesundheit
QuelleLuther
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Sprichw.Ein guter Ruf wiegt schwerer als Vermögen, das auf unlautere Weise erworben wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Armut schändet nicht. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Handel ist der Ruf das Kapital.
Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Sprichw.Wer andere hintergeht, schadet am Ende sich selbst.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Unrecht Gut gedeihet nicht.
Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf ist mehr wert als Vermögen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 22,1).
Themen: ReichtumBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Im Handel ist der Ruf das Kapital. Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Sprichw.Wer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits bei den römischen Moralphilosophen.
Themen: SchlafGesundheit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer nicht schlafen kann, hat meist zu viel gedacht. Im Schlaf sind alle Menschen gleich.
Der Hehler ist so schlimm wie der Stehler.
Sprichw.Wer von einer Straftat profitiert, macht sich ebenso schuldig wie der Täter.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Mitgefangen, mitgehangen.
Im Handel gilt das Wort.
Sprichw.Ein mündlich geschlossenes Geschäft ist ebenso bindend wie ein schriftliches.
Herkunft: Eine alte Kaufmannsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Wer viel verspricht, hält wenig.
Kinder und Narren sagen die Wahrheit.
Sprichw.Wer nicht auf Rücksicht bedacht ist, spricht unverblümt aus, was andere verschweigen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Narr am Hof durfte tatsächlich aussprechen, was anderen verboten war.
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit.
Ein Schelm gibt mehr, als er hat.
Sprichw.Wer über seine Verhältnisse verspricht, kann nicht liefern; scherzhaft auch als Entschuldigung gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Schelm“ meinte damals den Betrüger, nicht den harmlosen Spaßvogel.
Themen: LügenGroßzügigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Worte sind Wind. Papier ist geduldig.
Taten sagen mehr als Worte.
Sprichw.Wer etwas tut, überzeugt mehr als jeder, der es nur ankündigt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo Taten lauter sprechen als Worte. Der Gedanke ist älter und findet sich bereits im Neuen Testament.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Liebe braucht keine großen Worte. Die Wahrheit braucht keine Zeugen. Worte sind Wind.
Trunkener Mund tut Wahrheit kund.
Sprichw.Wer getrunken hat, verliert die Zurückhaltung und sagt, was er denkt.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung des lateinischen „in vino veritas“, in Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Über die Toten nur Gutes.
Sprichw.Alte Regel, nach dem Tod eines Menschen keine Kritik mehr zu äußern.
Herkunft: Die Formel übersetzt das griechische Wort des Chilon von Sparta, überliefert bei Diogenes Laertios als „de mortuis nil nisi bene“.
Über Tote soll man nichts Schlechtes reden.
Sprichw.Kritik an Verstorbenen gilt als unschicklich, weil sie sich nicht mehr wehren können.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „de mortuis nil nisi bene“, die auf einen antiken Ausspruch zurückgeführt wird.
Auch: De mortuis nil nisi bene.
Versprechen und Halten sind zweierlei.
Sprichw.Eine Zusage bedeutet noch nicht, dass sie auch eingelöst wird.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprochen ist versprochen.
Kurze Sprichwörter
Armut schändet nicht.
Sprichw.Wenig zu besitzen ist kein Grund, sich zu schämen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz ist die Gegenrede zu der verbreiteten Gleichsetzung von Armut mit Verschulden.
Themen: ArmutBescheidenheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Besser arm in Ehren als reich in Schanden. Ein guter Name ist besser als Reichtum. Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt.
Ehrlich währt am längsten.
Sprichw.Wer aufrichtig handelt, fährt auf lange Sicht besser als jemand, der sich Vorteile erschwindelt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. „Währen“ steht hier im Sinne von dauern, nicht von sich bewähren.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Ein alter Freund ist besser als zwei neue. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Gelegenheit macht Diebe.
Sprichw.Wer offen liegen lässt, was leicht zu nehmen ist, verführt andere zum Zugreifen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „occasio facit furem“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsicht
Siehe auch: Doppelt hält besser. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Lügen haben kurze Beine.
Sprichw.Eine Unwahrheit kommt in der Regel schnell heraus, weil sie sich nicht lange durchhalten lässt.
Herkunft: Das Bild ist das des Fliehenden, der mit kurzen Beinen nicht weit kommt: Die Lüge holt einen ein. Die Wendung ist in mehreren europäischen Sprachen in derselben Form verbreitet.
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Ein Mann, ein Wort.
Sprichw.Eine Zusage gilt, auch ohne dass sie schriftlich festgehalten wird.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem alten Handelsrecht, in dem der mündliche Abschluss bindend war. Sie ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Im Handel gilt das Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Sprichw.Unehrlich erworbener Besitz bringt auf Dauer keinen Nutzen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach unrecht erworbenes Gut nicht bleibt. Die deutsche Fassung ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitGeld
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn. Wer lügt, der trügt.
Versprochen ist versprochen.
Sprichw.Ein gegebenes Wort ist einzuhalten, ganz gleich wie ungelegen es kommt.
Herkunft: Die Formel stammt aus der Rechtssprache, in der das gegebene Wort bindend war. Sie wird heute vor allem gegenüber Kindern gebraucht.
Siehe auch: Ein Mann, ein Wort. Wer wenig verspricht, kann viel halten. Versprechen und Halten sind zweierlei.
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