Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Ehrlichkeit, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Vertrauen kommt zu Fuß und geht zu Pferde.
Sprichw.Vertrauen wächst langsam und ist mit einem einzigen Vorfall wieder verspielt.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Niederländischen. Das Bild vom langsamen Kommen und schnellen Gehen findet sich auch bei Gerüchten und beim Ruf.
Themen: VertrauenFreundschaftEhrlichkeit
Siehe auch: Vertrauen zerbricht schneller, als es entsteht. Vertrauen braucht Jahre, Misstrauen Sekunden.
Die Wahrheit braucht keine Zeugen.
Sprichw.Was zutrifft, setzt sich auch ohne Bestätigung durch.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Auch: Die Wahrheit braucht keine Zeugen, die Lüge viele.
Themen: WahrheitRecht und GerechtigkeitEhrlichkeitLügenVertrauen
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Taten sagen mehr als Worte.
Die Wahrheit braucht keinen Schmuck.
Sprichw.Was zutrifft, muss nicht ausgeschmückt werden.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur antiken Rhetorik und findet sich bei Seneca.
Themen: WahrheitEhrlichkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Die Wahrheit ist selten bequem.
Sprichw.Wer die Wirklichkeit benennt, macht sich damit selten beliebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz, dass Wahrheit wehtut.
Themen: WahrheitEhrlichkeitMut
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Sprichw.Alkohol bringt nichts Neues hervor, er nimmt nur die Zurückhaltung.
Herkunft: Der Gedanke wird Friedrich Schiller zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Literatur.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
QuelleSchiller
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling.
Sprichw.Schweigen aus Bequemlichkeit ist eine eigene Form der Unwahrhaftigkeit.
Herkunft: Der Ausspruch wird Konfuzius zugeschrieben, ohne dass sich eine Stelle nachweisen ließe.
Themen: WahrheitMutEhrlichkeit
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele. Wer schweigt, stimmt zu.
Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören.
Sprichw.Der Anspruch auf Wahrhaftigkeit gilt in beide Richtungen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken der Selbsterkenntnis.
Themen: WahrheitBescheidenheitEhrlichkeit
Siehe auch: Die Wahrheit tut weh. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Sprichw.Wer offen ausspricht, was andere nicht hören wollen, muss mit Ärger rechnen.
Herkunft: Ein Sprichwort aus dem angelsächsischen Raum, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: WahrheitEhrlichkeitMut
Siehe auch: Die Wahrheit ist selten bequem. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Wer die Wahrheit verschweigt, lügt mit.
Sprichw.Auch das bewusste Weglassen ist eine Form der Täuschung.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Rechtslehre der Aufklärung und findet sich in ähnlicher Form bei Kant.
Themen: LügenWahrheitEhrlichkeit
QuelleKant
Siehe auch: Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge. Wer die Wahrheit kennt und sie nicht sagt, ist ein Feigling. Wer schweigt, stimmt zu.
Wer einmal ehrlich war, dem glaubt man auch das Unangenehme.
Sprichw.Aufrichtigkeit ist ein Vorrat, von dem man später zehrt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: EhrlichkeitVertrauenWahrheit
Siehe auch: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen.
Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal.
Sprichw.Ein erschwindelter Abschluss kostet alle künftigen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Themen: HandelLügenEhrlichkeit
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lügt, der trügt. Lügen haben kurze Beine. Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Wer in der Ehe schweigt, spart sich nichts.
Sprichw.Nicht ausgesprochene Vorwürfe verschwinden nicht, sie sammeln sich.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EheStreitEhrlichkeit
Siehe auch: Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt.
Sprichw.Ein tadelloser Ruf wiegt am Lebensende schwerer als Vermögen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: AlterEhrlichkeitReichtum
Siehe auch: Im Handel ist der Ruf das Kapital. Im Alter zählt nicht, was man hatte, sondern was man getan hat. Ein guter Name ist besser als Reichtum.
Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken.
Sprichw.Aufrichtigkeit ist die bequemere Lebensform.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz, ein Lügner brauche ein gutes Gedächtnis.
Themen: EhrlichkeitLügenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Die Wahrheit braucht keine Zeugen. Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln.
Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch.
Sprichw.Eine angenommene Rolle lässt sich auf Dauer nicht halten.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz, die Wahrheit komme ans Licht.
Themen: LügenEhrlichkeitZeit
Siehe auch: Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge. Schneller Erfolg hält am kürzesten. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Wer wenig verspricht, kann viel halten.
Sprichw.Niedrige Erwartungen lassen sich leichter übertreffen.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: BescheidenheitEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Versprochen ist versprochen. Versprechen und Halten sind zweierlei. Im Handel gilt das Wort.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Sprichw.Grundsatz, nach dem ein gutes Ziel auch fragwürdige Wege rechtfertige. Wird heute fast nur noch kritisch zitiert.
Herkunft: Die Formel wird meist Machiavelli zugeschrieben; in dieser Fassung steht sie bei ihm nicht.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitNachbarnEhrlichkeit
QuelleNeues Testament
Wasser predigen und Wein trinken.
Sprichw.Anderen Verzicht empfehlen und selbst genießen.
Heinrich HeineDichter, 1797 bis 1856
Herkunft: Die Wendung wurde durch Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) allgemein bekannt.
Themen: TrinkenEhrlichkeitLügen
QuelleHeine
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
Themen: LügenVertrauenEhrlichkeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Wer einmal ehrlich war, dem glaubt man auch das Unangenehme. Eine Lüge ist schnell gesagt und lange nicht vergessen. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht.
Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichw.Eine unaufgeforderte Rechtfertigung weckt erst den Verdacht, den sie ausräumen soll.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische „qui s'excuse, s'accuse“ und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: EhrlichkeitWahrheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Der Zweck heiligt die Mittel.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeitMacht
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Sprichw.Wer andere unfreundlich behandelt, bekommt Unfreundlichkeit zurück.
Herkunft: Das Bild ist das Echo. Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: StreitNachbarnEhrlichkeit
Siehe auch: Der Ton macht die Musik.
Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Sprichw.Kenntnis ohne moralisches Urteil richtet Schaden an.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von François Rabelais aus „Pantagruel“ (1532).
Themen: WissenEhrlichkeitKlugheit und Dummheit
QuelleRabelais
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Kurze Sprichwörter
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeitStreit
Siehe auch: Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Wer lügt, der trügt.
Sprichw.Wer bei einer Unwahrheit ertappt wird, dem traut man auch sonst Betrug zu.
Herkunft: Ein Stabreimpaar aus zwei bedeutungsverwandten Verben, wie es das Deutsche in Rechtsformeln häufig bildet. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LügenEhrlichkeitVertrauen
Siehe auch: Wer im Handel lügt, verkauft nur einmal. Wer alles glaubt, wird oft betrogen. Lügen haben kurze Beine.
Wer schönredet, lügt höflich.
Sprichw.Auch die freundliche Beschönigung ist eine Form der Unwahrheit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: LügenHochmutEhrlichkeit
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