Sprichwörter · Beziehungen
Sprichwörter über Nachbarn, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Misstrauen kostet mehr als jeder Betrug.
Sprichw.Der Aufwand für Kontrolle übersteigt meist den Schaden, den sie verhindern soll.
Herkunft: Eine Formel aus der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Großzügigkeit kostet weniger, als man denkt. Wer bewacht, verliert. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Neid ist ein schlechter Nachbar.
Sprichw.Missgunst vergiftet das Zusammenleben in der Nachbarschaft besonders leicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Wer niemandem etwas gönnt, hat selbst am wenigsten.
Der Neid sieht nur den fremden Garten.
Sprichw.Wer ständig vergleicht, nimmt das Eigene nicht mehr wahr.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel, verwandt mit dem Sprichwort vom Nachbarsgras, das grüner sei.
Themen: NeidDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Wer über andere hinwegsieht, sieht auch nicht, wer ihm hilft. Wer neidet, hat vergessen, was er selbst hat. Wer in den Topf des Nachbarn schaut, versalzt den eigenen.
Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Sprichw.Mahnung, niemanden schlecht zu behandeln, weil man ihm wiederbegegnen kann.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, meist als Warnung gebraucht. Ein älterer Beleg fehlt.
Themen: NachbarnErfahrungVorsicht
Siehe auch: Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Sprichw.Wo die Bindung am engsten ist, wiegt das Zerwürfnis am schwersten.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Sprichw.Ein Zerwürfnis wiegt schwerer, wenn man dem anderen täglich begegnet.
Herkunft: Eine volkstümliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnStreitHaus und Heimat
Siehe auch: Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch.
Wer allein isst, isst schneller und schlechter.
Sprichw.In Gesellschaft wird langsamer und bewusster gegessen.
Herkunft: Eine Beobachtung aus der Ernährungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EssenNachbarnGesundheit
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Sprichw.Wer streiten will, findet immer einen Anlass.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: StreitNachbarnErfahrung
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Kein Streit ist so bitter wie der in der Familie.
Wer gut kocht, hat immer Gäste.
Sprichw.Gutes Essen zieht Menschen an, ohne dass man sie einladen müsste.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: EssenNachbarnFreundschaft
Siehe auch: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten.
Sprichw.Die wirksamste Hilfe kommt, bevor man darum bitten muss.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GroßzügigkeitFreundschaftNachbarn
Siehe auch: Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt.
Wer in den Topf des Nachbarn schaut, versalzt den eigenen.
Sprichw.Wer ständig vergleicht, vernachlässigt die eigene Sache.
Herkunft: Eine volkstümliche Bildformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid sieht nur den fremden Garten. Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner. Wer vergleicht, verliert.
Wer leise auftritt, wird länger gehört.
Sprichw.Wer nicht ständig spricht, dem hört man zu, wenn er es tut.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitNachbarnKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Sprichw.Undank sorgt dafür, dass die nächste Bitte um Hilfe unerhört bleibt.
Herkunft: Eine jüngere Formel, gebildet aus dem älteren Gedanken vom Undank als Lohn der Welt.
Themen: DankbarkeitNachbarnFreundschaft
Siehe auch: Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten. Man braucht den Nachbarn erst, wenn es brennt. Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.
Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben.
Sprichw.Wer sich verschließt, muss auch selbst mit Zurückhaltung rechnen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Themen: GroßzügigkeitGeizNachbarn
Siehe auch: Wer hilft, ohne zu fragen, hilft am meisten. Wer gern gibt, dem gibt man gern. Wohltun trägt Zinsen.
Wer schenkt, verpflichtet.
Sprichw.Eine Gabe erzeugt beim Empfänger eine Verpflichtung, ob gewollt oder nicht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der Gesellschaftslehre und wurde von Marcel Mauss beschrieben; als Sprichwort ist er älter.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
QuelleMarcel Mauss
Wer sich drückt, wird gedrückt.
Sprichw.Wer die Arbeit anderen überlässt, bekommt es zurück.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: FaulheitArbeitNachbarn
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Wer den Tag verschläft, klagt über die Nacht. Fleiß bringt Brot, Faulheit Not.
Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen.
Sprichw.Ein sauberer Abschied hält die Tür offen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedFreundschaftNachbarn
Siehe auch: Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer geht, lässt immer etwas zurück. Wer gehen will, den soll man nicht halten.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Sprichw.Wer bei sich selbst aufräumt, hat keinen Anlass, über andere zu klagen.
Herkunft: Die Wendung geht auf die städtische Kehrordnung zurück, nach der jeder Hausbesitzer für den Bereich vor seinem Haus zuständig war. Goethe griff sie in den „Zahmen Xenien“ auf.
Themen: NachbarnBescheidenheitStreit
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Sprichw.Regelmäßige kleine Aufmerksamkeiten halten eine Beziehung lebendig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Gemeint war ursprünglich die regelmäßige gegenseitige Gabe, die eine Beziehung im Gleichgewicht hält.
Themen: FreundschaftGroßzügigkeitNachbarn
Siehe auch: Freundschaft will gepflegt sein.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Sprichw.Im vertrauten Umfeld wird eine Leistung oft weniger anerkannt als von Fremden.
Herkunft: Der Satz geht auf das Neue Testament zurück (Matthäus 13,57).
Themen: Haus und HeimatNachbarnNeid
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung. Dank kostet nichts und wiegt doch schwer.
Der Ton macht die Musik.
Sprichw.Nicht was gesagt wird, entscheidet über die Wirkung, sondern wie.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Französischen, wo der Ton den Gesang macht. Im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Siehe auch: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Alter geht vor Schönheit.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitNachbarnEhrlichkeit
QuelleNeues Testament
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitNachbarnErfolgNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
Themen: UnglückMisserfolgNachbarn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wer gern gibt, dem gibt man gern.
Sprichw.Wer sich großzügig zeigt, erfährt auch selbst Großzügigkeit.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium, wonach mit demselben Maß gemessen werde, mit dem man selbst misst.
Themen: GroßzügigkeitDankbarkeitNachbarn
Siehe auch: Wer nichts gibt, dem wird nichts gegeben. Wer gibt, wird nicht ärmer. Wer gibt, soll schweigen; wer nimmt, soll reden.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Sprichw.Wer selbst angreifbar ist, sollte andere nicht für dieselben Fehler kritisieren.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung des englischen Sprichworts, das seit dem 17. Jahrhundert belegt ist. Gemeint war ursprünglich das Gewächshaus, das damals ein Zeichen von Reichtum war.
Siehe auch: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Wie man's macht, ist es verkehrt.
Wer miteinander isst, streitet weniger.
Sprichw.Die gemeinsame Mahlzeit ist die älteste Form der Verständigung.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Tischgemeinschaft als Rechtsbrauch und ist in vielen Kulturen belegt.
Siehe auch: Zu einer guten Ehe gehören zwei, die verzeihen können. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Sprichw.Wer sich von der Gemeinschaft löst, tut es selten ohne Grund.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 18,1).
Themen: ZusammenhaltHochmutNachbarn
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
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