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Sprichwörter mit W
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424 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 15
Die Wahrheit braucht keine Zeugen.
Sprichw.Was zutrifft, setzt sich auch ohne Bestätigung durch.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Auch: Die Wahrheit braucht keine Zeugen, die Lüge viele.
Themen: WahrheitRecht und GerechtigkeitEhrlichkeitLügenVertrauen
Siehe auch: Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis. Taten sagen mehr als Worte.
Die Wahrheit braucht keinen Schmuck.
Sprichw.Was zutrifft, muss nicht ausgeschmückt werden.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur antiken Rhetorik und findet sich bei Seneca.
Themen: WahrheitEhrlichkeitBescheidenheit
QuelleSeneca
Die Wahrheit hat viele Seiten, aber keine zwei.
Sprichw.Es gibt verschiedene Sichtweisen auf eine Sache, aber nicht zwei Sachverhalte.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: WahrheitStreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Jedes Ding hat zwei Seiten.
Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit.
Sprichw.Was zunächst verborgen bleibt, kommt mit den Jahren heraus.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „veritas filia temporis“, das bei Aulus Gellius belegt ist und im 16. Jahrhundert zum Wahlspruch wurde.
QuelleAulus Gellius
Siehe auch: Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Wer sich verstellt, hält es nicht lange durch. Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Die Wahrheit ist selten bequem.
Sprichw.Wer die Wirklichkeit benennt, macht sich damit selten beliebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz, dass Wahrheit wehtut.
Themen: WahrheitEhrlichkeitMut
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Die Wahrheit kommt ans Licht.
Sprichw.Was verborgen werden soll, wird auf Dauer doch bekannt.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich im Deutschen auch in der Fassung vom fein gesponnenen Faden, der ans Licht kommt.
Themen: WahrheitLügenRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Sonne bringt es an den Tag.
Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Sprichw.Bei zwei gegensätzlichen Darstellungen trifft meist keine ganz zu.
Herkunft: Die Formel geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zwischen zwei Extremen zurück, im Lateinischen als „in medio stat veritas“ überliefert.
Themen: WahrheitStreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Jedes Ding hat zwei Seiten. Wissen ist nicht Weisheit. Wer wenig weiß, zweifelt selten.
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeitStreit
Siehe auch: Wer die Wahrheit liebt, muss sie auch über sich hören. Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Ein Wald wächst langsamer, als er brennt.
Sprichw.Aufbauen dauert lange, Zerstören geht schnell.
Herkunft: Eine forstwirtschaftliche Erfahrung: Ein Bestand braucht Jahrzehnte, ein Brand Stunden. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer. Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Ware, die lange liegt, wird nicht besser.
Sprichw.Was sich nicht verkauft, verliert mit der Zeit an Wert.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort des 19. Jahrhunderts.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftEssenVeränderung
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: SchicksalLandwirtschaftRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Was die Natur verbunden hat, trennt der Mensch nur schwer.
Sprichw.Gewachsene Zusammenhänge lassen sich nicht ohne Schaden auflösen.
Herkunft: Eine Formel des 19. Jahrhunderts aus der naturphilosophischen Literatur.
Siehe auch: Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar. Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Sprichw.Eine Aufforderung, Aufgaben sofort zu erledigen, statt sie vor sich herzuschieben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert verbreitet und gehört zu den Merkversen, die in Schulfibeln und Poesiealben weitergegeben wurden.
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitNachbarnEhrlichkeit
QuelleNeues Testament
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Sprichw.Ein ausgesprochenes Wort lässt sich nicht zurücknehmen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der antiken Rhetorik und ist im Deutschen als Reimspruch seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitLügenStreit
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Was Eltern säen, ernten die Kinder.
Sprichw.Die Prägung wirkt über die eigene Lebenszeit hinaus.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, gebildet nach dem biblischen Muster von Saat und Ernte.
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Was gewesen ist, bleibt gewesen.
Sprichw.Vergangenes lässt sich weder ändern noch wegdeuten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: VergangenheitSchicksalErfahrung
Siehe auch: Was gewesen ist, kommt nicht wieder. Was einmal gesagt ist, holt kein Pferd wieder ein.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Themen: VergangenheitZeitAbschied
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Sprichw.Ein einmal geschlossener Bund soll nicht wieder aufgelöst werden; klassische Formel bei kirchlichen Trauungen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 19,6).
Themen: EhePartnerschaftFamilie
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer heiratet, heiratet die Familie mit. Wer heiratet, wagt mehr als der, der auszieht. Zwei, die sich brauchen, sind noch kein Paar.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenJugendAlterSchule
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Wer früh sparen lernt, braucht es später nicht. Großzügigkeit ist eine Übung, keine Anlage.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Was kommen soll, das kommt.
Sprichw.Ausdruck der Ergebung in einen Verlauf, den man nicht beeinflusst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Was sein muss, muss sein. Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Was lange währt, wird endlich gut.
Sprichw.Wird gesagt, wenn sich eine lange Wartezeit oder ein zäher Prozess am Ende doch auszahlt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz dient meist als Entschuldigung für eine Verzögerung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben. Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.
Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Sprichw.Die Fähigkeit zur Erklärung ist der Prüfstein des Verstehens.
Herkunft: Eine Formel aus der Didaktik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Was man versteht, vergisst man nicht. Wer selbst repariert, versteht die Sache.
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Sprichw.Wer nicht mitdenkt, macht sich unnötige zusätzliche Arbeit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem 19. Jahrhundert. Gemeint sind die zusätzlichen Wege, die das Vergessen verursacht.
Themen: SchuleKlugheit und DummheitErfahrung
Siehe auch: Wer zweimal nachdenkt, muss nur einmal handeln. Wer nichts zu verbergen hat, muss sich nichts merken. Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis.
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Sprichw.Der eigene Aufwand verändert den Wert des Ergebnisses.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: EssenLandwirtschaftArbeit
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Wer allein isst, isst schneller und schlechter. Was man selbst tut, ist gut getan.