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Sprichwörter mit W
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156 Einträge mit Bedeutung · Seite 1 von 6
Die Wahrheit kommt ans Licht.
Sprichw.Was verborgen werden soll, wird auf Dauer doch bekannt.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich im Deutschen auch in der Fassung vom fein gesponnenen Faden, der ans Licht kommt.
Themen: WahrheitLügenRecht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Lügen haben kurze Beine. Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen. Die Sonne bringt es an den Tag.
Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Sprichw.Bei zwei gegensätzlichen Darstellungen trifft meist keine ganz zu.
Herkunft: Die Formel geht auf die aristotelische Lehre von der Mitte zwischen zwei Extremen zurück, im Lateinischen als „in medio stat veritas“ überliefert.
Themen: WahrheitStreitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Jedes Ding hat zwei Seiten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend. Liebe macht blind.
Die Wahrheit tut weh.
Sprichw.Eine zutreffende Feststellung trifft härter als eine falsche.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeitStreit
Siehe auch: Wie man's macht, ist es verkehrt. Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Ein Wald wächst langsamer, als er brennt.
Sprichw.Aufbauen dauert lange, Zerstören geht schnell.
Herkunft: Eine forstwirtschaftliche Erfahrung: Ein Bestand braucht Jahrzehnte, ein Brand Stunden. Als Redensart erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Ware, die lange liegt, wird nicht besser.
Sprichw.Was sich nicht verkauft, verliert mit der Zeit an Wert.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort des 19. Jahrhunderts.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: LandwirtschaftEssenVeränderung
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: SchicksalLandwirtschaftRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Sprichw.Eine Aufforderung, Aufgaben sofort zu erledigen, statt sie vor sich herzuschieben.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert verbreitet und gehört zu den Merkversen, die in Schulfibeln und Poesiealben weitergegeben wurden.
Siehe auch: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Sprichw.Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung der sogenannten Goldenen Regel, die sich in ähnlicher Form in vielen Überlieferungen findet, unter anderem im Neuen Testament.
Themen: Recht und GerechtigkeitNachbarnEhrlichkeit
QuelleNeues Testament
Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten.
Sprichw.Anlagen und Eigenarten zeigen sich schon früh.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Korbmacherei und dem Schmiedehandwerk: Ein Haken wird gebogen, solange das Material biegsam ist. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Auch: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten.
Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Sprichw.Vergangenes lässt sich nicht zurückholen.
Herkunft: Eine schlichte Feststellung ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Formel belegt.
Themen: VergangenheitZeitAbschied
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.
Sprichw.Ein einmal geschlossener Bund soll nicht wieder aufgelöst werden; klassische Formel bei kirchlichen Trauungen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Matthäus 19,6).
Themen: EhePartnerschaftFamilie
QuelleNeues Testament
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Sprichw.Was in jungen Jahren versäumt wird, lässt sich später nur noch schwer nachholen.
Herkunft: Der Reimspruch spielt mit der Verkleinerungsform desselben Namens für Kind und Erwachsenen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenJugendAlterSchule
Siehe auch: Jung gewohnt, alt getan. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Was lange währt, wird endlich gut.
Sprichw.Wird gesagt, wenn sich eine lange Wartezeit oder ein zäher Prozess am Ende doch auszahlt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz dient meist als Entschuldigung für eine Verzögerung.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben.
Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben.
Sprichw.Wer nicht mitdenkt, macht sich unnötige zusätzliche Arbeit.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem 19. Jahrhundert. Gemeint sind die zusätzlichen Wege, die das Vergessen verursacht.
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Gut Ding will Weile haben. Der Teufel steckt im Detail.
Was nichts kostet, ist nichts wert.
Sprichw.Was man umsonst bekommt, schätzt man selten.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Was sein muss, muss sein.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine unangenehme Sache unvermeidlich ist.
Herkunft: Eine Doppelung desselben Wortes zur Bekräftigung, wie sie das Deutsche häufig bildet. In Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Was sich liebt, das neckt sich.
Sprichw.Kleine Sticheleien zwischen zwei Menschen gelten als Zeichen von Zuneigung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute kritisch gesehen, weil er Grenzüberschreitungen verharmlosen kann.
Themen: LiebeStreitPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Liebe geht durch den Magen.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitAbschiedNeuanfang
Siehe auch: Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn. Was gewesen ist, kommt nicht wieder.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Glück und Glas, wie leicht bricht das.
Wasser predigen und Wein trinken.
Sprichw.Anderen Verzicht empfehlen und selbst genießen.
Heinrich HeineDichter, 1797 bis 1856
Herkunft: Die Wendung wurde durch Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) allgemein bekannt.
Themen: TrinkenEhrlichkeitLügen
QuelleHeine
Der Weg ist das Ziel.
Sprichw.Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was man auf dem Weg dorthin erlebt und lernt.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Konfuzius ist nicht belegt.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Alles zu seiner Zeit.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
Themen: LeichtsinnFaulheitNeuanfang
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Sprichw.Alkohol bringt nichts Neues hervor, er nimmt nur die Zurückhaltung.
Herkunft: Der Gedanke wird Friedrich Schiller zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Literatur.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
QuelleSchiller
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenMutLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: VergangenheitAbschiedDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Abschiednehmen heißt ein wenig sterben.