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Sprichwörter mit W, Seite 2
156 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 6
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Themen: WetterNaturLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
QuelleMatthias Claudius
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wo Liebe ist, da ist auch Streit. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitNachbarnErfolgNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden. Im Streit verliert man mehr, als man gewinnt.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichw.Was am Vorabend erledigt ist, entlastet den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel aus der Hausväterliteratur des 18. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gut geplant ist halb getan. Wie die Saat, so die Ernte. Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren.
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wie gewonnen, so zerronnen.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Sprichw.Wer anderen schaden will, richtet den Schaden häufig bei sich selbst an.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (26,27) und im Prediger (10,8).
Themen: NeidStreitRecht und Gerechtigkeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Betrug schlägt seinen eigenen Herrn.
Wer billig kauft, kauft zweimal.
Sprichw.An der falschen Stelle gespart bedeutet, dass man die Sache bald erneut anschaffen muss.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Handel seit dem 19. Jahrhundert geläufig. Sie ist die Umkehrung des Werbeversprechens vom günstigen Preis.
Auch: Wer billig kauft, kauft teuer.
Themen: GeldHandelSparenVorsicht
Siehe auch: Was nichts kostet, ist nichts wert. Gute Ware lobt sich selbst.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Themen: ReisenHaus und HeimatWissen
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Sprichw.Am Ende entscheidet oft nicht die Leistung, sondern das Glück.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts, entstanden im Umfeld der Werbung um eine Braut.
Siehe auch: Wer das Glück sucht, findet es selten. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer das Glück sucht, findet es selten.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich nebenbei ein, nicht als Ergebnis der Suche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Stoikern und bei Montaigne.
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Die Seinen gibt's der Herr im Schlaf. Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Sprichw.Ohne Anstrengung gibt es keinen Ertrag.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui e nuce nucleum esse vult, frangat nucem“ bei Plautus.
QuellePlautus
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Sparen ist verdienen. Arbeit macht das Leben süß.
Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Sprichw.Ohne Zuversicht lässt sich keine schwierige Lage mehr wenden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf einen Vers von Christian Fürchtegott Gellert zurück und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
Themen: MutHoffnungMisserfolg
QuelleGellert
Siehe auch: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Sprichw.Wer sorglos mit kleinen Beträgen umgeht, wird auch mit größeren nicht haushalten können.
Herkunft: Die ältere Fassung nennt Pfennig und Taler; in neuerer Zeit ist auch die Variante mit dem Euro geläufig.
Auch: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euro nicht wert.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Kleinvieh macht auch Mist.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Sprichw.Wem etwas misslingt, der wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden auch noch ausgelacht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz beschreibt eine Erfahrung, keine Forderung.
Themen: UnglückMisserfolgNachbarn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Gäste sind wie Fische, nach drei Tagen fangen sie an zu riechen.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders.
Sprichw.Das Bewusstsein der Endlichkeit verändert, wie man mit der verbleibenden Zeit umgeht.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Seneca und Mark Aurel.
QuelleMark Aurel, Seneca
Siehe auch: Sterben müssen wir alle. Dem Tod entrinnt niemand. Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitNeuanfangMut
Siehe auch: Andere Zeiten, andere Sitten.
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Sprichw.Spottvers auf allzu Diensteifrige, meist ironisch gebraucht.
Herkunft: Ein Spottvers aus der Arbeiter- und Soldatensprache des 19. Jahrhunderts, gebildet als Umkehrung der Fleißsprüche der Schulfibeln.
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer die Tochter haben will, muss die Mutter fragen.
Sprichw.Wer eine Verbindung eingehen will, muss auch die Familie für sich gewinnen.
Herkunft: Ein Brauchtumssprichwort, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Themen: VergangenheitWissenLernen
Siehe auch: Wissen ist Macht. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Sprichw.Eine große Auswahl macht die Entscheidung nicht leichter, sondern schwerer.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang von Wahl und Qual. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: LebenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Guter Rat kommt über Nacht. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Sprichw.Wer offen ausspricht, was andere nicht hören wollen, muss mit Ärger rechnen.
Herkunft: Ein Sprichwort aus dem angelsächsischen Raum, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: WahrheitEhrlichkeitMut
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Im Wein liegt Wahrheit.
Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Sprichw.Ständiges Nachfragen erzeugt genau das Misstrauen, das es aufdecken wollte.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, gebildet nach dem biblischen Muster von Saat und Ernte.
Themen: EifersuchtPartnerschaftVertrauen
Siehe auch: Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Eifersucht macht blind. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Wer eifersüchtig ist, traut vor allem sich selbst nicht.
Sprichw.Hinter dem Misstrauen gegenüber dem anderen steckt oft das Misstrauen gegenüber der eigenen Anziehungskraft.
Herkunft: Eine jüngere Formel aus der Ratgeberliteratur des 20. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtVertrauenLiebe
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.
Sprichw.Ist das Vertrauen einmal beschädigt, wird auch späteren wahren Aussagen misstraut.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Hirtenjungen, der zum Spaß vor dem Wolf warnt.
Themen: LügenVertrauenEhrlichkeit
QuelleÄsop
Siehe auch: Ein guter Name ist besser als Reichtum.