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Sprichwörter mit W, Seite 2
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 2 von 15
Was man selbst tut, ist gut getan.
Sprichw.Wer eine Sache selbst erledigt, kann sich auf das Ergebnis verlassen.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, meist im Zusammenhang mit der Empfehlung, sich nicht auf Bedienstete zu verlassen.
Auch: Selbst getan ist gut getan.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Am Werkzeug erkennt man den Meister. Wie der Bauer, so der Hof.
Was man verschenkt, hat man behalten.
Sprichw.Das Weitergegebene bleibt in anderer Form erhalten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit der stoischen Besitzlehre.
Themen: GroßzügigkeitReichtumDankbarkeit
Siehe auch: Wer gibt, wird nicht ärmer. Die gebende Hand wird nicht leer. Wer viel gibt, braucht selbst am wenigsten.
Was man versteht, vergisst man nicht.
Sprichw.Auswendig Gelerntes verblasst, Begriffenes bleibt.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Was nichts kostet, ist nichts wert.
Sprichw.Was man umsonst bekommt, schätzt man selten.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Wer billig kauft, kauft zweimal. Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr.
Was schnell wächst, hält nicht lange.
Sprichw.Rasches Wachstum geht auf Kosten der Haltbarkeit.
Herkunft: Eine forstwirtschaftliche Erfahrungsregel, die auf Holzarten mit unterschiedlicher Wuchsgeschwindigkeit zurückgeht.
Siehe auch: Schneller Erfolg hält am kürzesten. Wer nicht warten kann, verdirbt die Ernte. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Was sein muss, muss sein.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine unangenehme Sache unvermeidlich ist.
Herkunft: Eine Doppelung desselben Wortes zur Bekräftigung, wie sie das Deutsche häufig bildet. In Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Was sich liebt, das neckt sich.
Sprichw.Kleine Sticheleien zwischen zwei Menschen gelten als Zeichen von Zuneigung.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute kritisch gesehen, weil er Grenzüberschreitungen verharmlosen kann.
Themen: LiebeStreitPartnerschaft
Siehe auch: Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Liebe geht durch den Magen.
Was vorbei ist, ist vorbei.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, mit der man einen abgeschlossenen Vorgang nicht weiter aufrollen will.
Herkunft: Eine schlichte Bekräftigungsformel ohne bestimmbaren Ursprung, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert als feste Wendung geläufig.
Themen: VergangenheitAbschiedNeuanfang
Siehe auch: Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an. Wer neu anfangen will, muss zuerst aufhören. Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Was zusammenhält, hält stand.
Sprichw.Eine geschlossene Gruppe ist schwerer zu bezwingen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Wahlspruch von der Einigkeit, die stark macht.
Themen: ZusammenhaltStreitMacht
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wasser predigen und Wein trinken.
Sprichw.Anderen Verzicht empfehlen und selbst genießen.
Heinrich HeineDichter, 1797 bis 1856
Herkunft: Die Wendung wurde durch Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) allgemein bekannt.
Themen: TrinkenEhrlichkeitLügen
QuelleHeine
Der Weg ist das Ziel.
Sprichw.Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch das, was man auf dem Weg dorthin erlebt und lernt.
Herkunft: Die verbreitete Zuschreibung an Konfuzius ist nicht belegt.
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Kein Weg ist zu lang für den, der heimkehrt.
Sprichw.Der Weg nach Hause wird nie als beschwerlich empfunden.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Satz, der Heimweg sei immer kürzer.
Themen: AbschiedHaus und HeimatReisen
Siehe auch: Ost, West, zu Hause best. Wer gern reist, hat auch gern ein Zuhause. In der Fremde lernt man die Heimat schätzen.
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
Sprichw.Absichten allein bewirken nichts, wenn ihnen keine Taten folgen.
Herkunft: Der Gedanke wird Bernhard von Clairvaux zugeschrieben. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, meist als Warnung vor folgenloser Absicht.
Themen: LeichtsinnFaulheitNeuanfang
QuelleBernhard von Clairvaux
Siehe auch: Wer heute nichts tut, hat morgen doppelt zu tun. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen, morgen, nur nicht heute.
Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Sprichw.Alkohol bringt nichts Neues hervor, er nimmt nur die Zurückhaltung.
Herkunft: Der Gedanke wird Friedrich Schiller zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Literatur.
Themen: TrinkenWahrheitEhrlichkeit
QuelleSchiller
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Sprichw.Im Rausch zeigt sich, wie jemand ohne Zurückhaltung ist.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem griechischen Dichter Alkaios und wurde von Cicero aufgegriffen.
Themen: TrinkenWahrheitErfahrung
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Sprichw.Alkohol wirkt auf beide gleich, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Symposionliteratur, unter anderem bei Platon.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitMut
QuellePlaton
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenMutLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Sprichw.Was an Offenheit gewonnen wird, geht an Urteilskraft verloren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem lateinischen „in vino veritas“.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Man weiß erst, was man hatte, wenn man es verloren hat.
Sprichw.Der Wert einer Sache oder eines Menschen wird oft erst nach dem Verlust deutlich.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und findet sich in der Antike bei Plautus, der schreibt, man erkenne den Wert einer Sache erst nach ihrem Verlust.
Themen: VergangenheitAbschiedDankbarkeit
QuellePlautus
Siehe auch: Wer noch Eltern hat, weiß nicht, was er hat. Man erkennt das Glück erst am Geräusch seines Fortgehens. Die Gesundheit merkt man erst, wenn sie fehlt.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Ein wenig Eifersucht schadet nicht, viel zerstört alles.
Sprichw.Wie bei vielem entscheidet nicht das Vorhandensein, sondern das Maß.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Paarberatung.
Themen: EifersuchtPartnerschaftBescheidenheit
Siehe auch: Wo Eifersucht einzieht, zieht die Ruhe aus. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht. Wer sich am eigenen Werk nicht satt sieht, hat wenig geleistet.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Themen: WetterNaturLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.
Sprichw.Wer unterwegs war, hat etwas zu berichten.
Matthias ClaudiusDichter und Publizist, 1740 bis 1815
Herkunft: Der Vers stammt aus dem Gedicht „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius.
QuelleMatthias Claudius
Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort.
Sprichw.Während zwei sich streiten, macht ein Dritter den Gewinn.
Herkunft: Das Bild ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und geht auf eine Fabel Äsops zurück.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Sprichw.Von einem Konflikt profitiert oft ein Unbeteiligter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „duobus litigantibus tertius gaudet“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Themen: StreitNachbarnErfolgNeidZusammenhalt
Siehe auch: Wenn zwei Hunde um einen Knochen streiten, läuft der dritte damit fort. Wer den Streit sucht, findet ihn überall. Streit mit dem Nachbarn dauert länger als mit dem Fremden.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe.
Sprichw.Was am Vorabend erledigt ist, entlastet den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine Haushaltsregel aus der Hausväterliteratur des 18. Jahrhunderts.
Siehe auch: Gut geplant ist halb getan. Erst die Ordnung, dann das Werk. Wie die Saat, so die Ernte.
Wer abends zur Ruhe kommt, steht morgens auf.
Sprichw.Ein geregelter Abend entscheidet über den nächsten Morgen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchlafOrdnungGesundheit
Siehe auch: Wie die Nacht, so der Tag. Wer gut schläft, lebt gut. Schlaf ist kein Luxus.