A–Z-Verzeichnis
Sprichwörter mit W, Seite 14
424 Einträge mit Bedeutung · Seite 14 von 15
Wie man sich bettet, so liegt man.
Sprichw.Die eigenen Entscheidungen bestimmen, wie es einem später ergeht.
Herkunft: Die Wendung ist in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Bertolt Brecht nahm sie in der „Dreigroschenoper“ auf, wodurch sie im 20. Jahrhundert zusätzlich bekannt wurde.
Themen: SchicksalErfahrungOrdnung
QuelleBrecht, Sprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Was der Mensch sät, das wird er ernten. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Die Natur vergisst nichts.
Wie man's macht, ist es verkehrt.
Sprichw.Resignierter Kommentar, wenn jede Entscheidung von irgendjemandem bemängelt wird.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, meist resigniert gebraucht.
Themen: ArbeitMisserfolgStreit
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Die Wahrheit tut weh.
Den Wind kann man nicht ändern, aber die Segel.
Sprichw.Die Umstände sind gegeben, der Umgang damit nicht.
Herkunft: Eine seemännische Bildformel, im Deutschen erst im 20. Jahrhundert verbreitet.
Themen: VeränderungMutReisen
Siehe auch: Wer sich nicht ändert, wird geändert. Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten. Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Der Winter ist keine Pause, nur eine andere Arbeit.
Sprichw.Im Winter wird instand gesetzt, was im Sommer laufen muss.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaftFleiß
Siehe auch: Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit. Wie die Saat, so die Ernte.
Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Sprichw.Auch im hohen Alter stößt man noch auf Neues.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem bäuerlichen Umfeld. Die Kuh steht dabei für ein Tier, das ungewöhnlich lange gehalten wurde.
Siehe auch: Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer in der Jugend nichts wagt, hat im Alter nichts zu erzählen. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Wissen ist das Einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt.
Sprichw.Anders als Besitz wird Kenntnis durch Weitergabe nicht weniger.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, häufig Marie von Ebner-Eschenbach zugeschrieben, ohne dass sich die Stelle nachweisen ließe.
Themen: WissenGroßzügigkeitLernen
QuelleEbner-Eschenbach
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen.
Sprichw.Etwas zu kennen bedeutet nicht, es begriffen zu haben.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungsdiskussion des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Themen: WissenLernenKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Furcht ist der Anfang der Weisheit. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Wissen ist nicht Weisheit.
Sprichw.Kenntnisse zu sammeln ist etwas anderes, als sie richtig anzuwenden.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Heraklit, der die Vielwisserei von der Einsicht unterscheidet.
Themen: WissenKlugheit und DummheitAlter
QuelleHeraklit
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen.
Sprichw.Kenntnisse, die niemand einsetzt, bewirken nichts.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem arabischen Schrifttum und ist über Übersetzungen ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Probieren geht über Studieren. In der Schule lernt man nicht für den Lehrer.
Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.
Sprichw.Kenntnis ohne moralisches Urteil richtet Schaden an.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von François Rabelais aus „Pantagruel“ (1532).
Themen: WissenEhrlichkeitKlugheit und Dummheit
QuelleRabelais
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Wissen veraltet, Denken nicht.
Sprichw.Kenntnisse überholen sich, die Fähigkeit zum Urteil bleibt.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungsdiskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: WissenLernenVeränderung
Siehe auch: Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Wo alles seinen Platz hat, findet man auch das Fehlende.
Sprichw.Ordnung zeigt nicht nur, was da ist, sondern auch, was fehlt.
Herkunft: Eine Werkstattregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungHaus und HeimatArbeit
Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus.
Sprichw.Alkohol trübt das Urteilsvermögen.
Herkunft: Die Formel ist die deutsche Fassung des lateinischen Gedankens, mit dem Wein weiche die Vernunft. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitVorsicht
Siehe auch: Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur.
Wo die Liebe hinfällt.
Sprichw.Kommentar zu einer Verbindung, die man von außen nicht nachvollziehen kann.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LiebePartnerschaftSchicksal
Siehe auch: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte. Das Glück ist blind.
Wo Eifersucht einzieht, zieht die Ruhe aus.
Sprichw.Misstrauen verdrängt die Gelassenheit aus einer Verbindung.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts.
Themen: EifersuchtPartnerschaftUnglück
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein wenig Eifersucht schadet nicht, viel zerstört alles.
Wo ein Trog ist, kommen die Schweine.
Sprichw.Wo etwas zu holen ist, stellen sich schnell Interessenten ein.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, entstanden aus der täglichen Beobachtung beim Füttern.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf. Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Sprichw.Wer etwas wirklich erreichen will, findet auch die Mittel dazu.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Gesagt, getan. Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Sprichw.Wo etwas geschaffen oder verändert wird, lassen sich Verluste und Reibungen nicht ganz vermeiden.
Herkunft: Das Bild stammt aus der Tischlerei. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, im 20. Jahrhundert häufig zur Rechtfertigung von Opfern missbraucht.
Themen: ArbeitHandwerkVeränderung
Siehe auch: Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter.
Sprichw.Solange sich niemand beschwert, hat ein Verstoß keine Folgen.
Herkunft: Alte Rechtsregel, die den Grundsatz des Antragsdelikts in Sprichwortform bringt.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.
Wo Liebe ist, da ist auch Eifersucht.
Sprichw.Wer sich stark bindet, fürchtet auch, den anderen zu verlieren.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei Ovid, der schreibt, wer nicht eifersüchtig sei, liebe nicht.
Auch: Eifersucht ist die Schwester der Liebe.
Themen: EifersuchtLiebePartnerschaft
QuelleOvid
Siehe auch: Was sich liebt, das neckt sich. Liebe lässt sich nicht erzwingen. Liebe geht durch den Magen.
Wo Liebe ist, da ist auch Streit.
Sprichw.Wer sich nahesteht, gerät auch aneinander; das eine schließt das andere nicht aus.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EheLiebeStreitPartnerschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Eine Ehe ohne Streit ist eine Ehe ohne Gespräch. Zur Ehe gehören zwei, zum Streit auch. Wer in der Ehe recht behalten will, verliert.
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.
Sprichw.Wo gesungen wird, geht es friedlich zu; als Aufforderung zu bleiben gemeint.
Herkunft: Die Verse stammen aus einem Gedicht von Johann Gottfried Seume (1804).
Themen: NachbarnFreundschaftHaus und Heimat
QuelleSeume
Siehe auch: Wer gut kocht, hat immer Gäste. Beim Geizigen isst man satt an der Einladung.
Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.
Sprichw.Von jemandem, der nichts besitzt, lässt sich auch nichts eintreiben.
Herkunft: Alte Rechtsregel, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: ArmutRecht und GerechtigkeitGeld
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Borgen macht Sorgen. Geld und Freundschaft verträgt sich schlecht. Besser geben als borgen.
Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät.
Sprichw.Ausbleibender Ertrag hat meist eine Vorgeschichte.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: NaturLandwirtschaftFleiß
Siehe auch: Ein Jahr Unkraut, sieben Jahre Same. Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Sprichw.Eine geordnete Umgebung nimmt einen Teil der Unruhe.
Herkunft: Ein Hausspruch des 19. Jahrhunderts.
Themen: OrdnungHaus und HeimatArbeit
Siehe auch: Wer sein Haus bestellt, schläft ruhig. Ordnung und Fleiß bauen Häuser. Ordnung spart Zeit.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Sprichw.Wenn über jemanden geredet wird, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „flamma fumo est proxima“ bei Plautus, wonach dem Rauch die Flamme unmittelbar folgt.
Themen: WahrheitNachbarnVorsicht
QuellePlautus
Siehe auch: Wer sucht, findet auch, was nicht da ist. Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Sprichw.Zu jeder glänzenden Seite gehört eine dunkle.
Herkunft: Die Wendung stammt aus Goethes „Götz von Berlichingen“ (1773).
QuelleGoethe
Siehe auch: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. Das Alter nimmt die Kraft und gibt die Ruhe.
Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Sprichw.Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Möglichkeiten, sie gegen jemanden zu wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „summum ius, summa iniuria“, das bei Cicero belegt ist.
Themen: Recht und GerechtigkeitMachtErfahrung
QuelleCicero
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Sprichw.Wenn sich zu viele für dieselbe Aufgabe zuständig fühlen, kümmert sich am Ende niemand richtig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, verwandt mit dem Satz von den vielen Köchen.
Themen: ArbeitZusammenhaltLandwirtschaft
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Köche verderben den Brei. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.