Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Wissen
Wissen gilt als Besitz, der nicht verloren geht, und als Macht, die man nicht sieht. Beide Gedanken sind fest formelhaft belegt.
53 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Aus Büchern lernt man nicht alles.
Sprichw.Manches erschließt sich nur durch eigenes Tun.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Sprichwort, Probieren gehe über Studieren.
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld. Das Leben ist die beste Schule.
Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Sprichw.Wer die eigenen Grenzen kennt, kann erst lernen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Augustinus und geht auf die Formel von der Furcht als Anfang der Weisheit zurück.
Themen: BescheidenheitHochmut
QuelleAugustinus
Siehe auch: Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Halbes Wissen ist schlimmer als gar keines.
Sprichw.Wer nur einen Teil kennt, zieht daraus oft falschere Schlüsse als jemand, der gar nichts weiß.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Alexander Pope zurück, der schrieb, ein wenig Wissen sei eine gefährliche Sache. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: Klugheit und DummheitVorsicht
QuelleAlexander Pope
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft. Nicht das Werkzeug macht den Meister.
Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Sprichw.Unterricht kann den Weg zeigen, gehen muss ihn der Lernende.
Herkunft: Die Formel wird als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt zweimal. Wer lehren will, muss zuhören können. Ein guter Lehrer macht sich überflüssig.
Das Schönste am Lernen ist, dass es niemand wegnehmen kann.
Sprichw.Kenntnisse sind der einzige Besitz, der sich nicht enteignen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den antiken Philosophen, unter anderem in einer Anekdote über Simonides.
QuelleSimonides
Siehe auch: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand. Wissen veraltet, Denken nicht.
Die Schule gibt Wissen, nicht Verstand.
Sprichw.Unterricht vermittelt Kenntnisse, aber kein Urteilsvermögen.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungskritik des 19. Jahrhunderts.
Themen: SchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen. Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele. Wissen ist nicht Weisheit.
Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Sprichw.Die Fähigkeit zur Erklärung ist der Prüfstein des Verstehens.
Herkunft: Eine Formel aus der Didaktik des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Was man versteht, vergisst man nicht. Wer selbst repariert, versteht die Sache.
Was man versteht, vergisst man nicht.
Sprichw.Auswendig Gelerntes verblasst, Begriffenes bleibt.
Herkunft: Eine Formel aus der Pädagogik des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen. Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Was nichts kostet, ist nichts wert.
Sprichw.Was man umsonst bekommt, schätzt man selten.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Wer billig kauft, kauft zweimal. Ehrlich sein kostet, unehrlich sein kostet mehr.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wer reist, hat etwas zu erzählen.
Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden.
Sprichw.Sicherheit in allen Punkten ist ein Zeichen von Oberflächlichkeit.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: SchuleKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wie man fragt, so wird man belehrt. Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Wer alt wird, hat mehr gesehen, nicht mehr verstanden.
Sprichw.Lebensjahre bringen Beobachtungen mit sich, aber nicht zwangsläufig Erkenntnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Satz, graue Haare machten keinen Weisen.
Siehe auch: Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Wer auswendig lernt, weiß nichts, er kann nur aufsagen.
Sprichw.Reproduktion ist kein Wissen, sondern nur eine Leistung des Gedächtnisses.
Herkunft: Eine Formel aus der Bildungskritik des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Was man versteht, vergisst man nicht. Wer für Noten lernt, vergisst nach der Prüfung. Was man nicht erklären kann, hat man nicht verstanden.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Themen: ReisenHaus und Heimat
Siehe auch: Wer reist, lernt Länder kennen; wer bleibt, lernt sich selbst. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Wer das Material kennt, braucht weniger Kraft.
Sprichw.Sachkenntnis ersetzt Anstrengung.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Themen: VergangenheitLernen
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Bauernregeln sind Erfahrung, keine Vorhersage.
Sprichw.Wetterregeln fassen Beobachtungen zusammen, sie sagen nichts voraus.
Herkunft: Eine Einordnung aus der modernen Meteorologie, die den statistischen Gehalt der Regeln untersucht hat.
Themen: WetterLandwirtschaft
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Wissen ohne Anwendung ist wie eine Wolke ohne Regen. Probieren geht über Studieren. Die Schule des Lebens hat hohes Schulgeld.
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: AngstKlugheit und Dummheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
In der Kürze liegt die Würze.
Sprichw.Eine knappe Darstellung wirkt stärker als eine ausufernde.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke selbst findet sich schon in der antiken Rhetorik als Lob der Knappheit.
Themen: Klugheit und Dummheit
Siehe auch: Erst denken, dann reden.
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Wer jung heiratet, wächst zusammen; wer alt heiratet, muss sich einigen. Die Jugend hat die Kraft, das Alter die Übersicht. Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Jugend ist ein Fehler, der sich täglich bessert. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitLernen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Wer alle Antworten kennt, hat die Fragen nicht verstanden. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wissen ist Macht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Themen: Klugheit und DummheitHochmut
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Wer wenig weiß, zweifelt selten. Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Kurze Sprichwörter
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Sprichw.Wird gesagt, um einen Einzelfall abzutun, der einer allgemeinen Aussage widerspricht.
Herkunft: Übersetzung der juristischen Formel „exceptio probat regulam in casibus non exceptis“, in der „probat“ ursprünglich „prüft“ bedeutete.
Themen: Recht und GerechtigkeitOrdnung
Siehe auch: Ordnung muss sein. Neue Herren, neue Gesetze.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Auf dieser Seite stehen sprichwörter über Wissen. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.