Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Wissen
Wissen gilt als Besitz, der nicht verloren geht, und als Macht, die man nicht sieht. Beide Gedanken sind fest formelhaft belegt.
26 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Sprichw.Wer die eigenen Grenzen kennt, kann erst lernen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Augustinus und geht auf die Formel von der Furcht als Anfang der Weisheit zurück.
Themen: BescheidenheitHochmut
QuelleAugustinus
Siehe auch: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Halbes Wissen ist schlimmer als gar keines.
Sprichw.Wer nur einen Teil kennt, zieht daraus oft falschere Schlüsse als jemand, der gar nichts weiß.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Alexander Pope zurück, der schrieb, ein wenig Wissen sei eine gefährliche Sache. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: Klugheit und DummheitVorsicht
QuelleAlexander Pope
Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Sprichw.In jedem Fach gibt es Kunstgriffe, die man nur durch Erfahrung lernt.
Herkunft: „Kniff“ bezeichnete ursprünglich den Handgriff des Handwerkers. Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem solche Griffe als Geschäftsgeheimnis galten.
Siehe auch: Wie der Meister, so das Werk. Nicht das Werkzeug macht den Meister. Übung macht den Meister.
Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Sprichw.Unterricht kann den Weg zeigen, gehen muss ihn der Lernende.
Herkunft: Die Formel wird als chinesisches Sprichwort zitiert, ohne dass sich eine Quelle nachweisen ließe.
Siehe auch: Wer lehrt, lernt doppelt.
Was nichts kostet, ist nichts wert.
Sprichw.Was man umsonst bekommt, schätzt man selten.
Herkunft: Ein Kaufmannssprichwort, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Sprichw.Wer nie unterwegs war, kennt nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was es gibt.
Herkunft: Die Zuschreibung an Augustinus ist verbreitet, in seinen Schriften aber nicht belegt.
QuelleAugustinus
Siehe auch: Reisen bildet. Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen. Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Wer daheim bleibt, lernt die Welt nicht kennen.
Sprichw.Ohne Aufbruch bleibt der eigene Erfahrungsraum eng.
Herkunft: Eine volkstümliche Gegenrede zum Sprichwort vom eigenen Herd.
Themen: ReisenHaus und Heimat
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet. Jedes Handwerk hat seine Kniffe.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Sprichw.Ohne Kenntnis der Vorgeschichte bleiben gegenwärtige Verhältnisse unerklärlich.
Herkunft: Der Gedanke geht in verschiedenen Fassungen auf die Geschichtsschreibung der Antike zurück und ist im 20. Jahrhundert in dieser knappen Form geläufig geworden.
Themen: VergangenheitLernen
Siehe auch: Wissen ist Macht. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Wer viel weiß, redet wenig.
Sprichw.Wirkliche Sachkenntnis muss sich nicht dauernd behaupten.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Philosophie und im ostasiatischen Schrifttum. Im Deutschen ist die Formel seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: BescheidenheitKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Eigenlob stinkt. Der leerste Krug klingt am lautesten. Stille Wasser sind tief.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Sprichw.Was man selbst erlebt hat, prägt sich stärker ein als jeder Unterricht.
Herkunft: Wiedergabe der lateinischen Formel „experientia docet“.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Das Leben ist die beste Schule. Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Der Frosch im Brunnen kennt das Meer nicht.
Sprichw.Wer nur seinen eigenen Bereich kennt, hält ihn für die ganze Welt.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem chinesischen Schrifttum und ist über Übersetzungen des 19. Jahrhunderts ins Deutsche gelangt.
Siehe auch: Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Reisen bildet.
Furcht ist der Anfang der Weisheit.
Sprichw.Wer die Grenzen des eigenen Vermögens ernst nimmt, urteilt vorsichtiger. Ursprünglich religiös als Ehrfurcht gemeint.
Herkunft: Der Satz stammt aus Psalm 111 im Alten Testament, wo von der Furcht des Herrn die Rede ist.
Themen: AngstKlugheit und Dummheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit.
In der Kürze liegt die Würze.
Sprichw.Eine knappe Darstellung wirkt stärker als eine ausufernde.
Herkunft: Der Reimspruch ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt. Der Gedanke selbst findet sich schon in der antiken Rhetorik als Lob der Knappheit.
Themen: Klugheit und Dummheit
Siehe auch: Erst denken, dann reden.
Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen, das Alter die Zeit, sie anzuwenden.
Sprichw.Jedes Lebensalter hat seine Aufgabe im Umgang mit Erfahrung.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Jean-Jacques Rousseau aus „Emile oder über die Erziehung“ (1762).
QuelleRousseau
Siehe auch: Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin.
Mit den Jahren kommt die Weisheit.
Sprichw.Lebenserfahrung bringt ein Urteil hervor, das sich nicht anlesen lässt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im Buch Hiob des Alten Testaments, wonach bei den Betagten die Weisheit sei. Als deutsche Formel seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
QuelleAltes Testament, Buch Hiob
Siehe auch: Alter schützt vor Torheit nicht.
Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Sprichw.Eine dumme Frage zu stellen ist leicht, sie sinnvoll zu beantworten oft unmöglich.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die Sieben steht wie oft in Sprichwörtern nicht für eine Zahl, sondern für eine unbestimmte Menge.
Themen: Klugheit und DummheitLernen
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wie man fragt, so wird man belehrt. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf.
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Sprichw.Der Sinn des Lernens liegt nicht in der Prüfung, sondern in dem, was danach kommt.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Umkehrung einer Klage Senecas, der kritisierte, man lerne für die Schule statt für das Leben („non vitae, sed scholae discimus“).
Auch: Non scholae, sed vitae discimus.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wissen ist Macht. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Themen: Klugheit und DummheitHochmut
Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Sprichw.Nur das Aufgeschriebene ist gesichert.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Die Zeilen stammen aus Goethes „Faust I“ (1808), aus der Szene zwischen Mephisto und dem Schüler.
QuelleGoethe
Siehe auch: Papier ist geduldig. Handwerk hat goldenen Boden.
Wer viel fragt, bekommt viel Antwort.
Sprichw.Wer nachhakt, erfährt auch mehr; gelegentlich auch spöttisch für allzu Neugierige gebraucht.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, dort meist als Spott auf allzu Neugierige.
Themen: Lernen
Siehe auch: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man lernt nie aus. Wer fragt, ist ein Narr für fünf Minuten. Wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.
Wie man fragt, so wird man belehrt.
Sprichw.Die Qualität einer Antwort hängt davon ab, wie die Frage gestellt wurde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: LernenKlugheit und Dummheit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Kurze Sprichwörter
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Sprichw.Wird gesagt, um einen Einzelfall abzutun, der einer allgemeinen Aussage widerspricht.
Herkunft: Übersetzung der juristischen Formel „exceptio probat regulam in casibus non exceptis“, in der „probat“ ursprünglich „prüft“ bedeutete.
Themen: Recht und GerechtigkeitOrdnung
Siehe auch: Ordnung muss sein. Neue Herren, neue Gesetze.
Man lernt nie aus.
Sprichw.Auch wer viel weiß, stößt immer wieder auf Neues.
Herkunft: Die Formel ist eine Verkürzung des älteren Satzes, man lerne, solange man lebe, der als lateinisches „tamdiu discendum est, quamdiu vivas“ bei Seneca belegt ist.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel fragt, bekommt viel Antwort. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Wer lehrt, lernt doppelt.
Sprichw.Wer etwas erklären muss, versteht es selbst erst richtig.
Senecarömischer Philosoph und Staatsmann, um 1 bis 65 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Seneca zurück („docendo discimus“).
QuelleSeneca
Siehe auch: Der Lehrer öffnet die Tür, eintreten musst du selbst.
Wer schreibt, der bleibt.
Sprichw.Was schriftlich festgehalten ist, überdauert; wer es festhält, sichert sich ab.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Kanzlei- und Verwaltungssprache, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
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