Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Macht
Wer oben ist, bestimmt: Machtsprichwörter sind meist beschreibend und oft resigniert, selten zustimmend.
38 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Ein Finger allein macht keine Faust.
Sprichw.Erst das Zusammenwirken erzeugt Wirkung.
Herkunft: Eine Bildformel, die in mehreren Sprachen belegt ist und im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verwendet wird.
Themen: ZusammenhaltArbeit
Siehe auch: Einigkeit macht stark. Viele Hände, schnelles Ende. Einer allein baut kein Haus.
Das Recht ist für alle da, aber nicht für alle gleich erreichbar.
Sprichw.Formale Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet nicht, dass jeder es auch durchsetzen kann.
Herkunft: Eine Formel aus der rechtspolitischen Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: Recht und GerechtigkeitArmut
Siehe auch: Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen. Wer hat, dem wird gegeben.
Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Sprichw.Lückenlose Überwachung ist das Eingeständnis fehlenden Zutrauens.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer Macht hat, hat Verantwortung. Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Sprichw.Wer aufgestiegen ist, sollte den Weg nicht für andere zerstören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt.
Themen: DankbarkeitHochmut
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch steigt, fällt tief. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Wer die Macht hat, braucht keine Argumente.
Sprichw.Wer sich ohnehin durchsetzen kann, muss niemanden überzeugen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz, Macht gehe vor Recht.
Themen: Recht und GerechtigkeitStreit
Siehe auch: Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. Macht geht vor Recht. Kleine Herren, große Plage.
Wer die Wahrheit nicht hören will, findet immer einen, der ihm etwas anderes sagt.
Sprichw.Wer sich schonen lassen will, findet dafür stets jemanden.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Gedanken vom Hofschmeichler.
Wer Erfolg hat, bekommt recht, nicht umgekehrt.
Sprichw.Das Urteil über eine Entscheidung richtet sich nach ihrem Ausgang.
Herkunft: Eine Formel aus der Entscheidungsforschung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Jedes Ding hat zwei Seiten. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Wer Macht hat, hat Verantwortung.
Sprichw.Einfluss lässt sich nicht von der Verpflichtung trennen, die er mit sich bringt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Ethik des 20. Jahrhunderts.
Themen: Recht und GerechtigkeitArbeit
Siehe auch: Herrschen heißt dienen. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Sprichw.Wer sich vor Vorgesetzten klein macht, lässt es die Untergebenen entgelten.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Wer nicht gehen kann, wird gegangen.
Sprichw.Wer den Zeitpunkt zum Aufhören verpasst, dem wird er abgenommen.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Man muss gehen, solange man noch gern gesehen wird.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Geld ist ein guter Diener und ein schlechter Herr.
Sprichw.Als Werkzeug ist Vermögen nützlich, als Lebensziel richtet es Schaden an.
Herkunft: Der Gedanke wird Francis Bacon zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits bei den antiken Moralisten.
Themen: GeldKlugheit und Dummheit
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Erfolg ist ein Ergebnis, kein Ziel.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Was Eltern säen, ernten die Kinder. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen.
Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, wird für dasselbe Vergehen härter belangt als der Mächtige.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitArmut
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Das Recht ist für alle da, aber nicht für alle gleich erreichbar. Wer hat, dem wird gegeben. Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Macht ohne Kontrolle wird Willkür.
Sprichw.Ohne Gegengewicht entartet jede Befugnis.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur Lehre von der Gewaltenteilung, wie Montesquieu sie 1748 ausformuliert hat.
Themen: Recht und GerechtigkeitVorsicht
QuelleMontesquieu
Siehe auch: Wer alles kontrolliert, hat nie vertraut.
Viele Hunde sind des Hasen Tod.
Sprichw.Gegen eine Übermacht hat auch der Geschickteste keine Chance.
Herkunft: Aus der Hetzjagd: Ein einzelner Hund holt den Hasen nicht ein, eine Meute schon. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereZusammenhalt
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Sprichw.Nur wer die untere Seite kennt, kann von oben vernünftig entscheiden.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Aristoteles aus seiner „Politik“.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein. Herrschen heißt dienen.
Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.
Sprichw.Wer die nächste Generation für sich gewinnt, bestimmt, was kommt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert von Massenbewegungen vereinnahmt.
Siehe auch: Der Jugend gehört die Zukunft. Geld regiert die Welt. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: HochmutMisserfolg
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Kurze Sprichwörter
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltStreit
QuelleSallust
Siehe auch: Ein Finger allein macht keine Faust. Wer sich entschuldigen kann, ist der Stärkere. Wer allein geht, geht schneller; wer zusammen geht, kommt weiter.
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Gleiches Recht für alle.
Sprichw.Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.
Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Die Sonne scheint für alle. Der Regen fällt auf Gerechte und Ungerechte.
Herrschen heißt dienen.
Sprichw.Wer Verantwortung trägt, ist denen verpflichtet, für die er sie trägt.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Neue Testament zurück, wo der Größte der Diener aller sein soll (Markus 10,43).
Themen: BerufBescheidenheit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer Macht hat, hat Verantwortung. Wie der Herr, so's Gescherr. Wer oben steht, steht allein.
Kleine Herren, große Plage.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, lässt sie andere besonders spüren.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Macht geht vor Recht.
Macht geht vor Recht.
Sprichw.Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Wer die Macht hat, braucht keine Argumente. Kleine Herren, große Plage. Einigkeit macht stark.
Macht verdirbt den Charakter.
Sprichw.Wer über andere bestimmen kann, verändert sich dadurch, meist zum Schlechteren.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem britischen Historiker Lord Acton, der 1887 schrieb, Macht korrumpiere und absolute Macht korrumpiere absolut.
QuelleLord Acton
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: VeränderungRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Kein Wetter hält ewig. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Was zusammenhält, hält stand.
Sprichw.Eine geschlossene Gruppe ist schwerer zu bezwingen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Wahlspruch von der Einigkeit, die stark macht.
Themen: ZusammenhaltStreit
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