Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Macht
Wer oben ist, bestimmt: Machtsprichwörter sind meist beschreibend und oft resigniert, selten zustimmend.
17 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Sprichw.Grundsatz, nach dem ein gutes Ziel auch fragwürdige Wege rechtfertige. Wird heute fast nur noch kritisch zitiert.
Herkunft: Die Formel wird meist Machiavelli zugeschrieben; in dieser Fassung steht sie bei ihm nicht.
Themen: Recht und GerechtigkeitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Sprichw.Missstände in einer Organisation haben ihre Ursache meist an der Spitze.
Herkunft: Die Wendung ist als griechisches Sprichwort überliefert und bezog sich ursprünglich wörtlich auf den Verderb des Fisches, der am Kopf beginnt.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr.
Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Sprichw.Wer Kinder prägt, bestimmt mittelbar über die Zukunft.
William Ross Wallaceamerikanischer Dichter, 1819 bis 1881
Herkunft: Übersetzung einer Zeile aus einem Gedicht des amerikanischen Autors William Ross Wallace (1865).
QuelleWilliam Ross Wallace
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Kinder sind der Eltern Spiegel.
Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
Sprichw.Wer wenig Macht hat, wird für dasselbe Vergehen härter belangt als der Mächtige.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: Recht und GerechtigkeitArmut
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer hat, dem wird gegeben. Im Zweifel für den Angeklagten.
Viele Hunde sind des Hasen Tod.
Sprichw.Gegen eine Übermacht hat auch der Geschickteste keine Chance.
Herkunft: Aus der Hetzjagd: Ein einzelner Hund holt den Hasen nicht ein, eine Meute schon. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TiereZusammenhalt
Siehe auch: Gleiche Brüder, gleiche Kappen.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Sprichw.Fehlt die Aufsicht, nehmen sich die Untergebenen Freiheiten heraus.
Herkunft: In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und in fast allen europäischen Sprachen verbreitet.
Auch: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: HochmutMisserfolg
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Hochmut kommt vor dem Fall.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeit
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Kurze Sprichwörter
Einigkeit macht stark.
Sprichw.Eine Gruppe, die zusammenhält, setzt sich leichter durch als jeder für sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „concordia res parvae crescunt“ bei Sallust zurück und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Wahlspruch mehrerer Staaten.
Themen: ZusammenhaltStreit
QuelleSallust
Siehe auch: Viele Hände, schnelles Ende. Macht geht vor Recht.
Geld regiert die Welt.
Sprichw.Nüchterne Feststellung, dass finanzielle Mittel über den Lauf der Dinge entscheiden.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und im Zeitalter der aufkommenden Handelshäuser zu einem geflügelten Wort geworden.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Geld stinkt nicht.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemandem die Herkunft eines Gewinns gleichgültig ist.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „pecunia non olet“, die auf Kaiser Vespasian und dessen Steuer auf öffentliche Bedürfnisanstalten zurückgeführt wird.
Gleiches Recht für alle.
Sprichw.Forderung, dass für jeden dieselben Regeln gelten.
Herkunft: Die Formel geht auf die römische Rechtsidee der „aequitas“ zurück und wurde in der Französischen Revolution zum politischen Schlagwort.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Macht geht vor Recht.
Sprichw.Wer stärker ist, setzt sich durch, gleichgültig wer im Recht ist.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde im 19. Jahrhundert zum politischen Schlagwort in der Auseinandersetzung um den Vorrang des Rechts.
Themen: Recht und Gerechtigkeit
Siehe auch: Einigkeit macht stark.
Neue Herren, neue Gesetze.
Sprichw.Mit einer neuen Führung ändern sich auch die Regeln.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstanden in einer Zeit, in der ein Herrschaftswechsel tatsächlich neue Rechtsordnungen brachte.
Themen: VeränderungRecht und Gerechtigkeit
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.
Auf dieser Seite stehen sprichwörter über Macht. Alle weiteren Themen finden Sie im Themenregister, den gesamten Bestand im alphabetischen Verzeichnis.