Sprichwörter · Arbeit und Gesellschaft
Sprichwörter über Macht, Seite 2
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Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war.
Sprichw.Der Aufstieg verändert die Sicht auf die, die noch unten sind.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer hoch steigt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer oben steht, steht allein.
Sprichw.Mit der Verantwortung wächst die Distanz zu allen anderen.
Herkunft: Eine Formel aus der Führungsliteratur des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wie der Herr, so's Gescherr. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben. Herrschen heißt dienen.
Wer viele fürchtet, muss viele fürchten.
Sprichw.Wer durch Furcht regiert, hat selbst am meisten zu fürchten.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Publilius Syrus, der schreibt, wen viele fürchten, der müsse viele fürchten.
QuellePublilius Syrus
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichw.Wer von jemandem lebt, vertritt auch dessen Standpunkt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt, später vor allem als Kritik an geistiger Abhängigkeit gebraucht.
Themen: ArbeitEhrlichkeitMacht
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Wie der Herr, so's Gescherr.
Sprichw.An den Untergebenen erkennt man den Vorgesetzten. „Gescherr“ bezeichnete ursprünglich das Zuggeschirr und dann übertragen das Gesinde.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wie der Herr, so der Knecht.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Wer oben steht, steht allein. Wer befehlen will, muss gehorchen gelernt haben.
Wissen ist Macht.
Sprichw.Wer besser informiert ist, hat gegenüber anderen einen handfesten Vorteil.
Francis Baconenglischer Philosoph, 1561 bis 1626
Herkunft: Geht auf eine Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon zurück und wurde in der deutschen Arbeiterbildungsbewegung des 19. Jahrhunderts zum Leitwort.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wissen veraltet, Denken nicht. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel. Wer viel liest und nichts denkt, wird nur belesen.
Wo viel Recht ist, ist viel Unrecht.
Sprichw.Je mehr Regeln es gibt, desto mehr Möglichkeiten, sie gegen jemanden zu wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „summum ius, summa iniuria“, das bei Cicero belegt ist.
Themen: Recht und GerechtigkeitMachtErfahrung
QuelleCicero
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens.
Der Zweck heiligt die Mittel.
Sprichw.Grundsatz, nach dem ein gutes Ziel auch fragwürdige Wege rechtfertige. Wird heute fast nur noch kritisch zitiert.
Herkunft: Die Formel wird meist Machiavelli zugeschrieben; in dieser Fassung steht sie bei ihm nicht.
Themen: MachtRecht und GerechtigkeitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
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