Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Hochmut
Der Absturz nach dem Übermut ist eines der stabilsten Motive der europäischen Sprichworttradition und im Deutschen besonders knapp formuliert.
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Bekannte Sprichwörter
Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Sprichw.Wer zurückhaltend auftritt, muss deshalb nicht verzagt sein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitMut
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche.
Demut ist der Anfang aller Weisheit.
Sprichw.Wer die eigenen Grenzen kennt, kann erst lernen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Augustinus und geht auf die Formel von der Furcht als Anfang der Weisheit zurück.
Themen: BescheidenheitWissen
QuelleAugustinus
Siehe auch: Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut. Wissen ist nicht dasselbe wie Verstehen. Wer reist, vergleicht; wer vergleicht, versteht.
Die Friedhöfe sind voll von unersetzlichen Leuten.
Sprichw.Spöttische Erinnerung daran, dass jeder ersetzbar ist.
Herkunft: Der Ausspruch wird Charles de Gaulle und mehreren anderen zugeschrieben, ohne dass sich ein Erstbeleg finden ließe.
Themen: TodBescheidenheit
Siehe auch: Wer sich für den Nabel der Welt hält, hat wenig von ihr gesehen. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Der Geiz sammelt, die Gier verschlingt.
Sprichw.Beide Laster verhalten sich zum Besitz gegensätzlich und richten doch denselben Schaden an.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Geiz ist die Wurzel allen Übels. Der Geiz hat nie genug und der Neid nie Ruhe. Sparsamkeit rechnet, Geiz zählt.
Glück, das niemand sieht, ist auch eines.
Sprichw.Zufriedenheit braucht kein Publikum.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: GlückBescheidenheit
Siehe auch: Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche. Das Glück wohnt selten in großen Häusern. Wer vergleicht, verliert.
Große Menschen machen wenig Aufhebens.
Sprichw.Wer etwas kann, muss darauf nicht hinweisen.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem älteren Bild vom leeren Krug, der am lautesten klingt.
Themen: BescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Wer leise auftritt, wird länger gehört. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Sprichw.Wer beneidet, gibt damit zu, dass er das Erreichte für erstrebenswert hält.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt.
Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Sprichw.Wer beneidet wird, hat offenbar etwas erreicht, das andere gern hätten.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, die den älteren Gedanken umdreht, Neid sei ein Laster. Ein Erstbeleg lässt sich nicht ausmachen.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Neid ist die Steuer, die man auf Erfolg zahlt.
Sprichw.Wer etwas erreicht, muss mit Missgunst rechnen; sie gehört zum Erfolg dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben, ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Der Neid ist die aufrichtigste Bewunderung.
Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Sprichw.Wer etwas anpreist, hat oft ein Interesse daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo ein Trog ist, kommen die Schweine. Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Sprichw.Wer aufgestiegen ist, sollte den Weg nicht für andere zerstören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt.
Themen: MachtDankbarkeit
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch steigt, fällt tief. Wer nicht danken kann, dem hilft man nicht zweimal.
Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief.
Sprichw.Je größer die Überheblichkeit, desto härter der Sturz.
Herkunft: Eine Bildformel, die auf die Redewendung vom hohen Ross zurückgeht und in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt ist.
Themen: MisserfolgTiere
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Hochmut kommt vor dem Fall. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Wer nach oben buckelt, tritt nach unten.
Sprichw.Wer sich vor Vorgesetzten klein macht, lässt es die Untergebenen entgelten.
Herkunft: Eine Formel aus der Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Sprichw.Ironischer Spruch: Zurückhaltung wird gelobt, hilft aber beim Vorankommen wenig.
Herkunft: Der Spruch parodiert die ältere Lehrformel von der Bescheidenheit als Zierde. Der grammatisch falsche Dativ am Ende ist Teil des Scherzes und kein Versehen.
Themen: BescheidenheitErfolg
Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Sprichw.Wer wenig weiß, hält oft besonders viel von sich.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts. Das gemeinsame Holz meint denselben Wuchsgrund, also dieselbe Ursache.
Themen: Klugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer über andere hinwegsieht, sieht auch nicht, wer ihm hilft. Graue Haare machen noch keinen Weisen. Ein Narr kann mehr fragen, als sieben Weise beantworten können.
Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe.
Sprichw.Wer eifersüchtig ist, sorgt sich weniger um den anderen als um den eigenen Anspruch.
Herkunft: Der Gedanke stammt von François de La Rochefoucauld aus seinen „Maximen“ (1665).
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Wer eifersüchtig liebt, liebt sich selbst. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Sprichw.Am Gelingen wollen viele beteiligt gewesen sein, für das Scheitern fühlt sich niemand zuständig.
Herkunft: Der Ausspruch wird John F. Kennedy zugeschrieben, der ihn 1961 verwendete; er ist als italienisches Sprichwort älter.
Themen: ErfolgMisserfolg
QuelleJohn F. Kennedy
Siehe auch: Wer jung ist, darf Fehler machen; wer alt ist, muss sie erklären.
Es wächst kein Baum in den Himmel.
Sprichw.Jedes Wachstum stößt irgendwann an eine Grenze.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Satz wird heute vor allem in der Wirtschaftssprache als Warnung vor unbegrenztem Wachstum gebraucht.
Auch: Bäume wachsen nicht in den Himmel.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Die Natur lässt sich nicht betrügen. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Ein Esel schilt den anderen Langohr.
Sprichw.Wer selbst einen Fehler hat, wirft ihn dem anderen vor.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Sprichw.Wer sich zu viel auf sich einbildet, wird umso härter enttäuscht.
Herkunft: Der Satz geht auf das biblische Buch der Sprüche (16,18) zurück.
Themen: MisserfolgBescheidenheit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden. Wer hoch steigt, fällt tief.
Der leerste Krug klingt am lautesten.
Sprichw.Wer am wenigsten zu bieten hat, macht am meisten Aufhebens.
Herkunft: Das Bild ist alt und findet sich in mehreren europäischen Sprachen. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: Klugheit und DummheitBescheidenheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer sich rühmt, dem glaubt man nicht. Eigenlob stinkt.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Sprichw.Wovon man nichts erfährt, worüber ärgert man sich auch nicht.
Herkunft: Ein Reimspruch, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt. „Heiß machen“ steht dabei für aufregen.
Themen: Klugheit und DummheitWissen
Wer eifersüchtig liebt, liebt sich selbst.
Sprichw.Die Sorge gilt dem eigenen Anspruch, nicht dem anderen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei La Rochefoucauld in seinen „Maximen“.
Themen: EifersuchtLiebe
QuelleLa Rochefoucauld
Siehe auch: Eifersucht ist mehr Selbstliebe als Liebe. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten.
Wer hoch steigt, fällt tief.
Sprichw.Je größer der Aufstieg, desto härter der Sturz.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Horaz, und im Mittelalter durch das Motiv des Glücksrads bildlich geworden.
Themen: MisserfolgMacht
QuelleHoraz
Siehe auch: Wer oben sitzt, vergisst leicht, wie der Weg nach oben war. Wer hoch zu Ross sitzt, fällt tief. Wer die Leiter hochsteigt, sollte sie nicht wegstoßen.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Sprichw.Wer selbst angreifbar ist, sollte andere nicht für dieselben Fehler kritisieren.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung des englischen Sprichworts, das seit dem 17. Jahrhundert belegt ist. Gemeint war ursprünglich das Gewächshaus, das damals ein Zeichen von Reichtum war.
Siehe auch: Jeder kehre vor seiner eigenen Tür. Ein Esel schilt den anderen Langohr. Wie man's macht, ist es verkehrt.
Kurze Sprichwörter
Eigenlob stinkt.
Sprichw.Wer sich selbst lobt, macht damit auf andere einen schlechten Eindruck.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der derbe Vergleich mit dem Geruch findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Themen: Bescheidenheit
Siehe auch: Wer viel weiß, redet wenig. Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer sich zu klein macht, wird übersehen.
Kleider machen Leute.
Sprichw.Wie jemand gekleidet ist, beeinflusst maßgeblich, wie er von anderen eingeschätzt wird.
Herkunft: Als Titel einer Novelle von Gottfried Keller aus dem Jahr 1874 endgültig geläufig geworden; die Redensart selbst ist älter.
QuelleGottfried Keller
Siehe auch: Der erste Bissen entscheidet.
Macht verdirbt den Charakter.
Sprichw.Wer über andere bestimmen kann, verändert sich dadurch, meist zum Schlechteren.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem britischen Historiker Lord Acton, der 1887 schrieb, Macht korrumpiere und absolute Macht korrumpiere absolut.
QuelleLord Acton
Siehe auch: Wer den Tod vor Augen hat, lebt anders. Erfolg macht sichtbar, was vorher niemand sehen wollte.
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnVorsicht
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wasser hat keine Balken.
Wer neidet, der leidet.
Sprichw.Missgunst quält vor allem den, der sie empfindet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Neid frisst seinen eigenen Herrn. Wer selbst nichts erreicht, misst gern die Leistung anderer. Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
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