Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über das Trinken
Wein und Bier haben eigene Sprichwortkreise, meist mit dem gleichen Kern: Der Rausch bringt heraus, was nüchtern verborgen bleibt.
32 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Beim Trinken erkennt man den Freund, beim Zahlen erst recht.
Sprichw.Die Zeche verrät mehr über eine Bekanntschaft als das gemeinsame Feiern.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: FreundschaftGeld
Siehe auch: Ein guter Trunk macht Alte jung. Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Beim Wein wird viel versprochen und wenig gehalten.
Sprichw.Zusagen im Rausch sind am nächsten Tag selten gültig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verspricht, hält wenig. Versprechen und Halten sind zweierlei. Leicht versprochen, schwer gehalten.
Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.
Sprichw.Alte Merkregel zur Reihenfolge beim Trinken. Ein sachlicher Grund dafür ist nicht belegt.
Herkunft: Die Merkregel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Ein sachlicher Grund für die Reihenfolge ist nicht nachgewiesen; entscheidend ist die Gesamtmenge.
Auch: Wein auf Bier, das rat ich dir; Bier auf Wein, das lass sein.
Themen: GesundheitErfahrung
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps.
Sprichw.Berufliches und Privates sind auseinanderzuhalten.
Herkunft: Die Formel stammt aus der preußischen Militär- und Beamtensprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein jeder tue, was seines Amtes ist. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Sprichw.Dreistufige Merkregel zum Maßhalten beim Trinken.
Herkunft: Der Gedanke geht auf eine griechische Sentenz zurück, die dem Dichter Eubulos zugeschrieben wird.
Themen: GesundheitBescheidenheit
QuelleEubulos
Siehe auch: Das letzte Glas ist immer eines zu viel. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt.
Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein.
Sprichw.Beim gemeinsamen Trinken bleibt es eher beim Maß.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: NachbarnGesundheit
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet.
Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung dafür, sich ein Getränk zu gönnen.
Herkunft: Ein Trinkspruch aus dem Studenten- und Zunftliedgut des 19. Jahrhunderts.
Themen: Leben
Siehe auch: Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein. Wer nur spart, lebt nicht. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Das letzte Glas ist immer eines zu viel.
Sprichw.Die Grenze erkennt man erst, wenn man sie überschritten hat.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnGesundheit
Siehe auch: Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Nach dem Rausch kommt die Rechnung.
Sprichw.Auf den Genuss folgt der Preis dafür, in jeder Hinsicht.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnErfahrung
Siehe auch: Wer die Warnung überhört, zahlt das Lehrgeld. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wie man sich bettet, so liegt man.
Trinke, was klar ist, iss, was gar ist, sprich, was wahr ist.
Sprichw.Dreiteilige Lebensregel für Trinken, Essen und Reden.
Martin LutherReformator und Bibelübersetzer, 1483 bis 1546
Herkunft: Der Spruch wird traditionell Martin Luther zugeschrieben; die Zuschreibung gilt als unsicher.
Auch: Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist.
Themen: EssenEhrlichkeitGesundheit
QuelleLuther
Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Sprichw.Alkohol bringt nichts Neues hervor, er nimmt nur die Zurückhaltung.
Herkunft: Der Gedanke wird Friedrich Schiller zugeschrieben und findet sich in ähnlicher Form bereits in der antiken Literatur.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
QuelleSchiller
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Sprichw.Alkohol wirkt auf beide gleich, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in der antiken Symposionliteratur, unter anderem bei Platon.
Themen: Klugheit und DummheitMut
QuellePlaton
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute.
Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Sprichw.Was an Offenheit gewonnen wird, geht an Urteilskraft verloren.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem lateinischen „in vino veritas“.
Themen: Klugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Sprichw.Regelmäßiges Trinken zehrt am Vermögen.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: GeldLeichtsinn
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Wein macht kühne Leute. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Wer den Wein lobt, hat ihn meist schon getrunken.
Sprichw.Wer etwas anpreist, hat oft ein Interesse daran.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo ein Trog ist, kommen die Schweine. Wer wenig weiß, zweifelt selten. Wer sich absondert, sucht seinen eigenen Vorteil.
Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Sprichw.Spott über den, der seine Grenzen zur Tugend erklärt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: BescheidenheitGesundheit
Siehe auch: Ein Glas erfreut, das zweite genügt, das dritte schadet. Wer maßhalten kann, braucht keinen Arzt. Man soll essen, um zu leben, nicht leben, um zu essen.
Wer morgens trinkt, hat abends nichts mehr vor.
Sprichw.Der frühe Beginn verdirbt den ganzen Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr.
Sprichw.Der im Rausch gewonnene Mut hält nicht bis zum nächsten Tag.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Themen: MutLeichtsinn
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel. Wein macht den Weisen töricht und den Törichten kühn.
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Sprichw.Alter Trinkspruch, der die einfachen Freuden des Lebens verteidigt.
Herkunft: Der Vers wird traditionell Martin Luther zugeschrieben, ist in seinen Schriften jedoch nicht nachweisbar; belegt ist er erst im 18. Jahrhundert.
QuelleLuther
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
Wer nüchtern bleibt, hört alles.
Sprichw.In geselliger Runde erfährt der am meisten, der nicht mittrinkt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Themen: Klugheit und DummheitWahrheit
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer viel weiß, redet wenig.
Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
Sprichw.Genuss setzt Langsamkeit voraus.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nicht warten kann, verdirbt die Ernte. Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang. Wer allein isst, isst schneller und schlechter.
Wer trinkt, um zu vergessen, soll vorher bezahlen.
Sprichw.Alter Wirtshausspruch, angeblich über der Theke angebracht.
Herkunft: Eine Gaststättenformel des 20. Jahrhunderts, deren Ursprung sich nicht bestimmen lässt.
Siehe auch: Arm sein ist keine Schande, aber sehr unbequem. Wer reich werden will, muss früh anfangen oder erben. Wer in der Schule schläft, wacht im Leben auf.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Ein guter Trunk macht Alte jung.
Sprichw.Scherzhafter Trinkspruch über die belebende Wirkung des Weins.
Herkunft: Ein Reimspruch aus dem deutschen Trinkliedgut des 17. Jahrhunderts.
Siehe auch: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein. Der Fisch will schwimmen.
Die Jugend ist trunken ohne Wein.
Sprichw.Junge Menschen sind schon von sich aus überschwänglich, ohne dass es dazu eines Rausches bedürfte.
Herkunft: Der Ausspruch stammt aus Goethes „West-östlichem Divan“.
Themen: JugendLeichtsinn
QuelleGoethe
Siehe auch: Jugend hat keine Tugend. Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Trunkener Mund tut Wahrheit kund.
Sprichw.Wer getrunken hat, verliert die Zurückhaltung und sagt, was er denkt.
Herkunft: Die deutsche Reimfassung des lateinischen „in vino veritas“, in Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Im Wein liegt Wahrheit. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wasser predigen und Wein trinken.
Sprichw.Anderen Verzicht empfehlen und selbst genießen.
Heinrich HeineDichter, 1797 bis 1856
Herkunft: Die Wendung wurde durch Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ (1844) allgemein bekannt.
Themen: EhrlichkeitLügen
QuelleHeine
Der Wein ist ein Spiegel des Menschen.
Sprichw.Im Rausch zeigt sich, wie jemand ohne Zurückhaltung ist.
Herkunft: Der Gedanke stammt von dem griechischen Dichter Alkaios und wurde von Cicero aufgegriffen.
Siehe auch: Wer trinkt, vergisst nicht, er verschiebt nur. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft.
Kurze Sprichwörter
Der Fisch will schwimmen.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung, zum Fischgericht auch etwas zu trinken.
Herkunft: Ein Trinkspruch, im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Er diente als Rechtfertigung dafür, zum Fischgericht Wein zu reichen.
Siehe auch: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke. Ein guter Trunk macht Alte jung.
Im Wein liegt Wahrheit.
Sprichw.Unter Alkoholeinfluss sagen Menschen oft, was sie sonst für sich behalten.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Formel „in vino veritas“, die auf ein griechisches Sprichwort zurückgeht.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: MutLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Mut trinkt, hat am Morgen keinen mehr. Der Wein öffnet den Mund und schließt die Vernunft. Wer den Becher zu oft leert, leert auch den Beutel.
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