Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über das Leben
Über das Leben als Ganzes gibt es im Deutschen auffällig viele Sprichwörter, und die meisten davon sind nüchtern bis trocken. Sie versprechen selten etwas, sie ordnen eher ein: dass es weitergeht, dass nichts umsonst ist, dass man mit dem auskommen muss, was da ist.
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Bekannte Sprichwörter
Alt werden will jeder, alt sein niemand.
Sprichw.Man wünscht sich ein langes Leben, aber nicht die Beschwerden, die dazugehören.
Herkunft: Ein Reimspruch aus den deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach langem Leben und der Scheu vor dem Alter benennt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will. Die Jugend ist kurz, das Alter lang. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es.
Das Alter ist eine Insel, die alle erreichen wollen und niemand betreten will.
Sprichw.Der Wunsch nach einem langen Leben schließt die Bereitschaft zum Altwerden nicht ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Siehe auch: Alt werden will jeder, alt sein niemand. Alt werden ist ein Vorrecht, nicht jeder erhält es. Die Jugend ist kurz, das Alter lang.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.
Sprichw.Wer richtig ausgerüstet ist, kann bei jedem Wetter hinaus.
Herkunft: Die Formel wird häufig einem skandinavischen Sprichwort zugeschrieben. Im deutschen Sprachraum ist sie erst seit dem 20. Jahrhundert verbreitet, ein älterer Beleg fehlt.
Siehe auch: Das Wetter macht keine Laune, es zeigt sie nur. Wer das Wetter scheut, bleibt zu Hause.
Es ist nicht alle Tage Sonntag.
Sprichw.Gute Tage sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Herkunft: Der Sonntag war der einzige verlässlich arbeitsfreie Tag. Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Kein Tag gleicht dem anderen. Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
Sprichw.Ohne Gesundheit verlieren alle anderen Güter ihren Wert.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen „Aphorismen zur Lebensweisheit“.
Themen: GesundheitReichtum
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit. Gesundheit ist der größte Reichtum.
Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.
Sprichw.Scherzhafte Rechtfertigung dafür, sich ein Getränk zu gönnen.
Herkunft: Ein Trinkspruch aus dem Studenten- und Zunftliedgut des 19. Jahrhunderts.
Themen: Trinken
Siehe auch: Ein Glas in Gesellschaft ist besser als eine Flasche allein. Wer nur spart, lebt nicht. Wer den Wein nicht verträgt, soll das Wasser loben.
Glück ist ein Augenblick, Zufriedenheit ein Zustand.
Sprichw.Das eine kommt und geht, das andere lässt sich einrichten.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Zufriedenheitsforschung.
Themen: GlückBescheidenheit
Siehe auch: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Im Alter zählt nicht, was man hatte, sondern was man getan hat.
Sprichw.Die Bilanz eines Lebens wird nach Taten gezogen, nicht nach Besitz.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer in Ehren alt wird, hat mehr erreicht als der, der reich stirbt. Wer in der Jugend nichts wagt, hat im Alter nichts zu erzählen. Im Alter zählen die Freunde, die geblieben sind.
In der Ehe entscheiden die kleinen Dinge.
Sprichw.Nicht die großen Gesten tragen eine Verbindung, sondern der tägliche Umgang.
Herkunft: Eine Formel aus der Paarberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Nicht die Feste zeigen ein Paar, sondern die Dienstage. Die Ehe ist Himmel und Hölle zugleich. Kein Tag gleicht dem anderen.
In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag.
Sprichw.Eine Verbindung entscheidet sich nicht am Fest, sondern an den Tagen danach.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Erstautor.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: Nach der Hochzeit kommt der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können. Eine gute Ehe ist keine Fügung, sondern Arbeit.
Das Leben ist kein Wettlauf.
Sprichw.Wer alles als Wettbewerb betrachtet, verliert unabhängig vom Ergebnis.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitErfolg
Siehe auch: Neid lehrt nur vergleichen, nicht handeln. Jeder trägt sein Päckchen. Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Alle Wege führen nach Rom.
Sprichw.Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum selben Ergebnis zu kommen.
Herkunft: Der Satz spielt auf das römische Straßennetz an, dessen Fernstraßen auf die Hauptstadt zuliefen.
Siehe auch: Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Sprichw.Ohne Gesundheit nützt aller Besitz nichts.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Ralph Waldo Emerson (1860).
Themen: ReichtumGesundheit
QuelleEmerson
Siehe auch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Gesundheit ist der größte Reichtum. Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.
Sprichw.Ohne ausreichende Nahrung geht auch der Rest nicht.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: EssenGesundheit
Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Sprichw.Körperliches und geistiges Wohlbefinden hängen zusammen.
Juvenalrömischer Satiriker, um 60 bis 130 n. Chr.
Herkunft: Verkürzte Übersetzung aus einer Satire Juvenals („mens sana in corpore sano“), dort ursprünglich als Wunsch formuliert.
Themen: Gesundheit
QuelleJuvenal
Siehe auch: Der erste Reichtum ist die Gesundheit.
Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.
Sprichw.Hoffnung verhält sich zum Wachen wie der Traum zum Schlaf: Beide zeigen, was man sich wünscht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Jeder hat sein Kreuz zu tragen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Das Bild geht auf die Passionsgeschichte des Neuen Testaments zurück.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Jeder trägt sein Päckchen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Sprichw.Der Satz schreibt jedem Menschen zu, sein Leben durch eigenes Handeln zu gestalten, statt auf günstige Umstände zu warten.
Herkunft: Geht auf die lateinische Formel „faber est suae quisque fortunae“ zurück, die dem römischen Politiker Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird.
Jugend ist keine Lebenszeit, sondern ein Zustand des Gemüts.
Sprichw.Jung bleibt, wer neugierig bleibt, unabhängig von den Jahren.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus einem Text des amerikanischen Autors Samuel Ullman von 1918.
QuelleSamuelbücher, Samuel Ullman
Siehe auch: Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer danken kann, hat mehr vom Leben. Jugend hat keine Tugend.
Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Sprichw.Während man sich auf das Kommende einrichtet, findet das Eigentliche bereits statt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in amerikanischer Zeitschriftenliteratur seit den 1950er Jahren; die Zuschreibung an John Lennon bezieht sich auf eine spätere Liedzeile.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Sprichw.Man bekommt nicht, was man sich aussucht, sondern was kommt.
Herkunft: Die Formel bezieht sich auf die Radiosendung „Wunschkonzert“, die es im deutschen Rundfunk seit den 1930er Jahren gab.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Was sein muss, muss sein. Was kommen soll, das kommt.
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.
Sprichw.Ein Leben reicht nicht aus, um ein Fach ganz zu beherrschen.
Herkunft: Der erste Aphorismus des Hippokrates, lateinisch als „ars longa, vita brevis“ überliefert.
QuelleHippokrates
Siehe auch: Der Tod ist die Grenze, das Leben das Maß. Übung macht den Meister. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Der Letzte macht das Licht aus.
Sprichw.Scherzhafte Aufforderung an denjenigen, der als Letzter geht; auch als Kommentar zu einem Niedergang gebraucht.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, im politischen Sprachgebrauch der 1980er Jahre verbreitet.
Siehe auch: Wer nichts riskiert, lebt länger und langweiliger.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Kurze Sprichwörter
Ende gut, alles gut.
Sprichw.Wenn eine Sache gut ausgeht, treten die Schwierigkeiten davor in den Hintergrund.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem Mittelalter belegt. Shakespeare verwendete sie als Titel einer Komödie, die im Deutschen als „Ende gut, alles gut“ bekannt ist.
QuelleShakespeare
Glück ist kein Dauerzustand.
Sprichw.Zufriedenheit stellt sich in Abschnitten ein, nicht als Zustand.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wetter und Laune ändern sich schnell. Glück und Unglück wandern auf einem Steg. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Hoffen kostet nichts.
Sprichw.Zuversicht ist das Einzige, was auch dem bleibt, der sonst nichts hat.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Jeder trägt sein Päckchen.
Sprichw.Niemand bleibt von Schwierigkeiten verschont, auch wenn man sie von außen nicht sieht.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt. Sie ist die abgeschwächte Fassung des älteren Bildes vom Kreuz, das jeder zu tragen hat.
Siehe auch: Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Das Leben ist kein Wettlauf.
Lachen ist gesund.
Sprichw.Heiterkeit wirkt sich auf das körperliche Befinden aus.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im Buch der Sprüche im Alten Testament, wonach ein fröhliches Herz der Gesundheit guttut.
Themen: GesundheitGlück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer gut schläft, lebt gut.
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