Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über die Zukunft
Weil niemand die Zukunft kennt, warnen die meisten dieser Sprichwörter vor voreiligen Rechnungen und vertrösten auf das, was ohnehin kommt.
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Bekannte Sprichwörter
Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Sprichw.Statt Prognosen zu wagen, sollte man den Verlauf selbst beeinflussen.
Herkunft: Der Ausspruch wird Abraham Lincoln, Peter Drucker und weiteren zugeschrieben; nachweisbar ist er zuerst bei Drucker (1970).
QuellePeter Drucker
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Der Jugend gehört die Zukunft.
Sprichw.Was kommt, wird von denen bestimmt, die jetzt jung sind.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von Jugendbewegungen als Wahlspruch geführt.
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Die Zukunft heißt für die Schwachen Unerreichbares, für die Furchtsamen Unbekanntes, für die Mutigen Chance.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Auch: Morgen ist ein anderer Tag.
Themen: HoffnungZeitGeduldNeuanfang
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Ohne Regen kein Regenbogen.
Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Sprichw.Die Rücklage ist nichts anderes als aufgeschobener Verbrauch.
Herkunft: Eine Formel aus der Wirtschaftslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund. Wer nur spart, lebt nicht.
Sparen ohne Ziel ist auch nur Horten.
Sprichw.Rücklagen ergeben nur Sinn, wenn man weiß, wofür.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer heute spart, hat morgen die Wahl. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund.
Sprichw.Rücklagen brauchen ein Ziel, sonst sind sie nur Entbehrung.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Themen: SparenBescheidenheit
Siehe auch: Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können. Wer nur spart, lebt nicht. Der Geizige gönnt sich selbst am wenigsten.
Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten.
Sprichw.Jede Planung arbeitet mit Annahmen, die sich als falsch erweisen können.
Herkunft: Eine Formel aus der Planungslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Wer heute spart, hat morgen die Wahl.
Sprichw.Rücklagen verschaffen nicht Reichtum, sondern Handlungsspielraum.
Herkunft: Eine Formel aus der Finanzberatung des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Sparen ohne Ziel ist auch nur Horten. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wer immer zurückschaut, stolpert nach vorn.
Sprichw.Wer an Vergangenem hängt, versäumt, was vor ihm liegt.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne belegbaren Ursprung.
Themen: NeuanfangVergangenheit
Siehe auch: Was vorbei ist, ist vorbei. Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke. Wer nicht loslassen kann, kommt nicht an.
Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Sprichw.Die Beschäftigung mit dem Gewesenen darf den Blick auf das Kommende nicht ersetzen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Bibelvers vom Pflügen ohne Zurückschauen.
Themen: VergangenheitVorsicht
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Sprichw.Was verschoben wurde, ist damit noch lange nicht erledigt.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Rechtssprache: Ein vertagtes Verfahren ist nicht eingestellt. Das Wortspiel mit den beiden ähnlichen Verben hat ihn in die Alltagssprache gebracht.
Themen: MisserfolgZeit
Siehe auch: Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
Themen: HoffnungMisserfolg
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.
Sprichw.Hoffnung verhält sich zum Wachen wie der Traum zum Schlaf: Beide zeigen, was man sich wünscht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Kommende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Sprichw.Ein bevorstehendes Ereignis kündigt sich meist schon vorher an.
Thomas Campbellschottischer Dichter, 1777 bis 1844
Herkunft: Übersetzung einer Zeile des schottischen Dichters Thomas Campbell aus dem frühen 19. Jahrhundert.
QuelleThomas Campbell
Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Sprichw.Während man sich auf das Kommende einrichtet, findet das Eigentliche bereits statt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in amerikanischer Zeitschriftenliteratur seit den 1950er Jahren; die Zuschreibung an John Lennon bezieht sich auf eine spätere Liedzeile.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Sprichw.Pläne können durchkreuzt werden: Der Ausgang liegt nicht allein in menschlicher Hand.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits im biblischen Buch der Sprüche (16,9).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Was kommen soll, das kommt. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht.
Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichw.Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen, deshalb ist jede Planung vorläufig.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,1).
Auch: Man weiß nie, was der morgige Tag bringt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Sprichw.Ein Erfolg sollte erst gefeiert werden, wenn er endgültig feststeht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Solon zurück, der bei Herodot rät, niemanden vor seinem Tod glücklich zu preisen. Im Deutschen ist die Fassung mit dem Tag seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.
Siehe auch: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Kommt Zeit, kommt Rat.
Der Tod kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Sprichw.Das Ende kommt unangekündigt und lässt sich nicht einplanen.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Neuen Testament (1. Thessalonicher 5,2).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Der Tod hat keinen Kalender.
Das Vergangene lehrt das Kommende.
Sprichw.Erfahrung ist das einzige verlässliche Mittel, sich auf Künftiges einzustellen.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Thukydides, der seine Geschichtsschreibung ausdrücklich damit begründet.
Themen: VergangenheitLernen
QuelleThukydides
Siehe auch: Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Wer viel liest, weiß viel; wer viel wandert, sieht viel.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Sprichw.Ein Schaden lässt sich leichter verhindern als hinterher beheben.
Herkunft: Die Formel übersetzt den medizinischen Grundsatz „praestat cautela quam medela“, wonach Vorsicht besser sei als Heilmittel.
Auch: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Themen: GesundheitVorsicht
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer den Körper vernachlässigt, merkt es zuletzt. Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Was kommen soll, das kommt.
Sprichw.Ausdruck der Ergebung in einen Verlauf, den man nicht beeinflusst.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, in deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Was sein muss, muss sein. Man muss das Leben nehmen, wie es ist.
Wer den Pflug führt, soll nicht zurückschauen.
Sprichw.Wer beim Pflügen zurückblickt, zieht eine krumme Furche. Übertragen: Wer anfängt, soll bei der Sache bleiben.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Lukasevangelium (Lukas 9,62).
Themen: LandwirtschaftArbeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Ordnung im Kopf beginnt auf dem Tisch.
Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.
Sprichw.Wer die nächste Generation für sich gewinnt, bestimmt, was kommt.
Herkunft: Eine Formel aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert von Massenbewegungen vereinnahmt.
Siehe auch: Der Jugend gehört die Zukunft. Geld regiert die Welt. Die Hand, die die Wiege schaukelt, regiert die Welt.
Wer die Vergangenheit vergisst, verliert die Zukunft.
Sprichw.Ohne Erinnerung wiederholen sich dieselben Fehler.
Herkunft: Der Gedanke stammt von George Santayana, der 1905 schrieb, wer sich der Vergangenheit nicht erinnere, sei verurteilt, sie zu wiederholen.
Themen: VergangenheitWissen
QuelleSantayana
Siehe auch: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen. Das Vergangene lehrt das Kommende. Wer lange lebt, sieht alles zweimal.
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Sprichw.Die Sorge um das Kommende nimmt einem das, was gerade ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer alles fürchte, lebe nicht.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Wer viel hat, hat viel zu verlieren. Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Wer Kinder erzieht, pflanzt Bäume, in deren Schatten er nicht sitzt.
Sprichw.Erziehung wirkt in eine Zeit hinein, die der Erziehende nicht mehr erlebt.
Herkunft: Das Bild vom Baumpflanzen für spätere Generationen stammt aus einer Fabel des römischen Dichters Caecilius Statius, überliefert bei Cicero.
QuelleCaecilius Statius, Cicero
Siehe auch: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Wer Kinder schlägt, hat die Argumente verloren. Wer Kinder hat, lernt Geduld oder verliert sie.
Wer nicht vorwärtsgeht, der kommt zurücke.
Sprichw.Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert gegenüber anderen an Boden.
Johann Wolfgang von GoetheDichter und Naturforscher, 1749 bis 1832
Herkunft: Der Vers stammt von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dieser Form aus seinen Sprüchen überliefert.
Themen: FleißVeränderung
QuelleGoethe
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt. Wer rastet, der rostet. Wer nur verwaltet, gestaltet nichts.
Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund.
Sprichw.Ohne Rücklage ist jede Störung sofort eine Krise.
Herkunft: Die Wendung von der Hand in den Mund ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts hat, kann nichts sparen. Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
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