Sprichwörter · Leben
Sprichwörter über Hoffnung
Die bekanntesten deutschen Hoffnungs-Sprichwörter sind erstaunlich zweischneidig: Sie sprechen Mut zu und warnen im selben Atemzug davor, sich zu früh zu freuen.
37 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Kein Abschied ist für immer.
Sprichw.Trostformel bei Trennungen: Das Wiedersehen bleibt möglich.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister.
Sprichw.Jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Wiedersehens in sich.
Herkunft: Eine jüngere Trostformel aus dem Umfeld der Abschiedsverse, ohne älteren Beleg.
Themen: AbschiedFreundschaft
Siehe auch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Kein Abschied ist für immer. Wer sich richtig verabschiedet, kann wiederkommen.
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.
Sprichw.Trostformel nach einer Zurückweisung oder Trennung: Es gibt noch andere Möglichkeiten.
Herkunft: Eine Trostformel nach einer abgewiesenen Werbung, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Abschiednehmen und Wiedersehen sind Geschwister. Scheiden tut weh. Kein Abschied ist für immer.
Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Sprichw.Bauernregel, die einem harten Winter eine gute Sommersaison zuschreibt.
Herkunft: Eine der Bauernregeln, für die sich kein statistischer Zusammenhang nachweisen lässt. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem harten Winter eine Belohnung ableiten.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Grüne Weihnacht, weiße Ostern. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Auf jeden Winter folgt ein Frühling.
Sprichw.Auf jede schwere Zeit folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: NaturJahreszeiten
Siehe auch: Kein Wetter hält ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen.
Es ist noch immer gut gegangen.
Sprichw.Beruhigungsformel, die aus der bisherigen Erfahrung auf einen guten Ausgang schließt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Beruhigungsformel des 20. Jahrhunderts, die aus der bisherigen Erfahrung auf die Zukunft schließt.
Themen: GlückLeichtsinn
Siehe auch: Wer nichts hat, kann nichts verlieren. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Neuer Tag, neues Glück.
Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Sprichw.Die Aussicht ersetzt nicht die Ernte.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenLandwirtschaft
Siehe auch: Der Herbst hält, was der Frühling versprach. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.
Sprichw.Das Warten fällt schwer, das Ergebnis entschädigt dafür.
Herkunft: Der Ausspruch wird Jean-Jacques Rousseau zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
QuelleRousseau
Siehe auch: Geduld bringt Rosen. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Was lange währt, wird endlich gut.
Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Sprichw.Zuversicht ersetzt keine Handlung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Dem Glück muss man nachhelfen. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne.
Sprichw.Am Ende einer Sache steht immer auch der Beginn einer neuen.
Herkunft: Anspielung auf die Zeile „und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“; die Umkehrung ist volkstümlich geworden.
QuelleHesse
Siehe auch: Morgen ist auch noch ein Tag. Kein Abschied ist für immer. Der Tod ist eine Tür, keine Wand.
Jedes Jahr hat seinen Frühling.
Sprichw.Auf jede Ruhephase folgt wieder ein Anfang.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenNatur
Siehe auch: Auf jeden Winter folgt ein Frühling. Ohne Regen kein Regenbogen. Nach Regen kommt Sonnenschein.
Der Jugend gehört die Zukunft.
Sprichw.Was kommt, wird von denen bestimmt, die jetzt jung sind.
Herkunft: Die Formel stammt aus der politischen Sprache des 19. Jahrhunderts und wurde von Jugendbewegungen als Wahlspruch geführt.
Siehe auch: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Die Zukunft heißt für die Schwachen Unerreichbares, für die Furchtsamen Unbekanntes, für die Mutigen Chance.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Auch: Morgen ist ein anderer Tag.
Themen: ZeitGeduldZukunftNeuanfang
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Sprichw.Eine Sache ist noch nicht entschieden, es kann sich noch alles wenden.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „nondum omnium dierum sol occidit“, das bei Livius belegt ist.
Themen: ZukunftMisserfolg
QuelleLivius
Siehe auch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Der Jugend gehört die Zukunft. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Sprichw.Eine Drohung oder ein Problem fällt in der Regel weniger schlimm aus, als es zunächst aussieht.
Herkunft: Die Beobachtung stammt aus der Küche: Eine Speise kühlt zwischen Herd und Tisch ab. In deutschen Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.
Sprichw.Wer nur wartet und nichts tut, wartet oft vergeblich.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: GeduldMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Geduld bringt Rosen. Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.
Sprichw.Hoffnung verhält sich zum Wachen wie der Traum zum Schlaf: Beide zeigen, was man sich wünscht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Aristoteles zugeschrieben und ist bei Diogenes Laertios überliefert.
QuelleAristoteles, Diogenes Laertios
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Sprichw.Zuversicht hilft beim Anfangen, ersetzt aber kein Ergebnis.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Francis Bacon.
Themen: ErfahrungMisserfolg
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer blind vertraut, wird sehend enttäuscht.
Die Letzten werden die Ersten sein.
Sprichw.Die Rangordnung kann sich vollständig umkehren; oft als Trost für Benachteiligte gebraucht.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 20,16).
Themen: SchicksalRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer.
Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Sprichw.Die Zukunft lässt sich nicht vorhersehen, deshalb ist jede Planung vorläufig.
Herkunft: Der Gedanke findet sich im biblischen Buch der Sprüche (27,1).
Auch: Man weiß nie, was der morgige Tag bringt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Sprichw.Ein einzelnes gutes Zeichen bedeutet noch nicht, dass sich die Lage insgesamt gewendet hat.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in einer Fabel Äsops belegt und findet sich in ähnlicher Form bei Aristoteles.
Themen: ZeitTiereJahreszeiten
QuelleÄsop, Aristoteles
Siehe auch: Fliegen die Schwalben niedrig, kommt Regen. Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Kurze Sprichwörter
Besser spät als nie.
Sprichw.Etwas verspätet zu tun ist immer noch besser, als es zu unterlassen.
Herkunft: Die Wendung übersetzt das lateinische „potius sero quam numquam“, das bei Livius belegt ist.
QuelleLivius
Geduld bringt Rosen.
Sprichw.Wer warten kann, wird am Ende belohnt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Hoffen kostet nichts.
Sprichw.Zuversicht ist das Einzige, was auch dem bleibt, der sonst nichts hat.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, in deutschen Sammlungen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichw.Selbst in aussichtslosen Lagen bleibt meist ein Rest Zuversicht bestehen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der Antike, unter anderem bei Cicero. Im Deutschen ist die Formel seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleCicero
Siehe auch: Hoffen kostet nichts. Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden. Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Sprichw.Manche Probleme lösen sich, wenn man ihnen Zeit lässt, statt sofort zu handeln.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den griechischen Tragikern. Im Deutschen ist der Reimspruch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Nach Regen kommt Sonnenschein.
Sprichw.Auch schwierige Zeiten gehen vorbei; auf eine schlechte Phase folgt wieder eine bessere.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „post nubila Phoebus“, wonach nach den Wolken die Sonne komme. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Auf Regen folgt Sonnenschein.
Siehe auch: Ohne Regen kein Regenbogen. Kein Wetter hält ewig. Kein Unglück dauert ewig.
Neuer Tag, neues Glück.
Sprichw.Jeder Tag beginnt unbelastet von dem, was gestern misslungen ist.
Herkunft: Eine volkstümliche Trostformel, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer den Mut verliert, hat alles verloren. Hoffen kostet nichts.
Ohne Regen kein Regenbogen.
Sprichw.Das Schöne setzt oft das Unangenehme voraus.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen erst seit dem späten 20. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Nach Regen kommt Sonnenschein. Kein Unglück dauert ewig. Jedes Jahr hat seinen Frühling.
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