Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Vorsicht, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Sprichw.Auf ein kleines Problem gehört keine übergroße Reaktion.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und setzt die Kanone als größtes verfügbares Kriegsgerät gegen das kleinste Tier.
Themen: Klugheit und DummheitVorsichtTiere
Siehe auch: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer sich selbst kennt, überschätzt sich nicht.
Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sprichw.Wer in guten Zeiten zurücklegt, ist gegen schlechte Zeiten gewappnet.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Sparkassenbewegung des 19. Jahrhunderts, der auf einem älteren Merkvers aufbaut.
Auch: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
Themen: SparenGeldVorsichtArmut
Siehe auch: Wer nichts übrig hat, kann nichts zurücklegen. Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer heute spart, hat morgen die Wahl.
Der Teufel steckt im Detail.
Sprichw.Ein Vorhaben scheitert selten am großen Plan, sondern an den Einzelheiten.
Herkunft: Die Formel ist eine Umkehrung der älteren Redensart, Gott stecke im Detail, die dem Kunsthistoriker Aby Warburg zugeschrieben wird. Welche der beiden Fassungen zuerst da war, ist ungeklärt.
Themen: VorsichtArbeitKlugheit und Dummheit
QuelleAby Warburg
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Bauer, so der Hof. Was man selbst tut, ist gut getan.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Themen: VertrauenVorsichtArbeit
Siehe auch: Wer vertraut, schläft besser. Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Sprichw.Scherzhafte Mahnung zur Umsicht; die Porzellankiste steht für alles, was leicht zerbricht.
Herkunft: Eine scherzhafte Erweiterung des älteren Satzes, Vorsicht sei die Mutter der Weisheit. Die Porzellankiste ist eine Zutat des 20. Jahrhunderts.
Auch: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen. Armut macht vorsichtig.
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Der Geizige gibt erst im Tod. Wie gewonnen, so zerronnen.
Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Sprichw.Wer sich in eine gefährliche Lage begibt, kann sich über die Folgen nicht wundern.
Herkunft: Eine volkstümliche Warnformel, verwandt mit der Redewendung vom dünnen Eis.
Themen: LeichtsinnVorsichtNatur
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Übermut tut selten gut. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Wer bereit ist, fürchtet sich weniger.
Sprichw.Was geregelt ist, verliert einen Teil seines Schreckens.
Herkunft: Der Gedanke gehört zur stoischen Todesbetrachtung und findet sich bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer gut gelernt hat, schläft vor der Prüfung. Wer etwas zurückgelegt hat, schläft ruhiger. Leichtfertig begonnen ist halb verloren.
Wer billig kauft, kauft zweimal.
Sprichw.An der falschen Stelle gespart bedeutet, dass man die Sache bald erneut anschaffen muss.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Handel seit dem 19. Jahrhundert geläufig. Sie ist die Umkehrung des Werbeversprechens vom günstigen Preis.
Auch: Wer billig kauft, kauft teuer.
Themen: GeldHandelSparenVorsicht
Siehe auch: Wer zu billig anbietet, verkauft sich selbst. Was nichts kostet, ist nichts wert. Der Preis ist vergessen, die Qualität bleibt.
Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten.
Sprichw.Jede Planung arbeitet mit Annahmen, die sich als falsch erweisen können.
Herkunft: Eine Formel aus der Planungslehre des 20. Jahrhunderts.
Themen: ZukunftVorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Wer nicht auf den Körper hört, muss auf den Arzt hören.
Sprichw.Der Körper meldet sich früh; wer es überhört, bekommt es später gesagt.
Herkunft: Eine Formel aus der Gesundheitsaufklärung des 20. Jahrhunderts.
Themen: GesundheitVorsichtErfahrung
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Wer nicht hören will, muss fühlen. Wer einmal betrogen wurde, misstraut auch dem Ehrlichen.
Wer nicht hinschaut, tritt daneben.
Sprichw.Unaufmerksamkeit ist die häufigste Ursache vermeidbarer Fehler.
Herkunft: Eine Arbeitsschutzformel des 20. Jahrhunderts.
Themen: LeichtsinnVorsichtArbeit
Siehe auch: Leichtfertig begonnen ist halb verloren. Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Wer nur zurückblickt, sieht nicht, wohin er tritt.
Sprichw.Die Beschäftigung mit dem Gewesenen darf den Blick auf das Kommende nicht ersetzen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem Bibelvers vom Pflügen ohne Zurückschauen.
Themen: VergangenheitZukunftVorsicht
Siehe auch: Wer sich erinnert, lebt zweimal. Wer geht, nimmt mehr mit als sein Gepäck. Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt die Gegenwart.
Wer sich nicht selbst lobt, wird auch nicht getadelt.
Sprichw.Wer keine Ansprüche anmeldet, bietet auch keine Angriffsfläche.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 18. Jahrhunderts belegt.
Themen: BescheidenheitHochmutVorsicht
Siehe auch: Wer viel hat und wenig zeigt, hat am meisten. Wer sich zu klein macht, wird übersehen. Große Menschen machen wenig Aufhebens.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.
Sprichw.Über den Ertrag einer Sache zu verfügen, bevor sie gelungen ist, ist verfrüht.
Herkunft: Das Bild ist in Europa seit dem Mittelalter verbreitet und findet sich unter anderem in einer Fabel von La Fontaine.
Auch: Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, bevor der Bär erlegt ist.
Themen: VorsichtTiereLeichtsinn
QuelleLa Fontaine
Siehe auch: Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Sprichw.Ein Erfolg sollte erst gefeiert werden, wenn er endgültig feststeht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Solon zurück, der bei Herodot rät, niemanden vor seinem Tod glücklich zu preisen. Im Deutschen ist die Fassung mit dem Tag seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.
Themen: VorsichtZukunftHoffnung
Siehe auch: Es ist noch nicht aller Tage Abend. Kommt Zeit, kommt Rat.
Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.
Sprichw.Wer alles auf eine Möglichkeit setzt, verliert im Ernstfall alles auf einmal.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, wo seit dem 17. Jahrhundert davor gewarnt wird, alle Eier in einen Korb zu legen.
Siehe auch: Leichtsinn ist teurer als Vorsicht. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Man soll schlafende Hunde nicht wecken.
Sprichw.Ein Problem, das gerade ruht, sollte man nicht ohne Not wieder aufrühren.
Herkunft: Die Wendung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Sprichw.Ein Schaden lässt sich leichter verhindern als hinterher beheben.
Herkunft: Die Formel übersetzt den medizinischen Grundsatz „praestat cautela quam medela“, wonach Vorsicht besser sei als Heilmittel.
Auch: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Themen: ZukunftGesundheitVorsicht
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Wer den Körper vernachlässigt, merkt es zuletzt. Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön. Dreht der Wind, dreht das Wetter.
Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Sprichw.Wer keine Rücklage lässt, hat nach dem Fehlschlag nichts mehr.
Herkunft: Das Bild stammt aus dem Kartenspiel und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Themen: LeichtsinnVorsichtGlück
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer einmal Glück hatte, rechnet damit beim zweiten Mal. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Sprichw.Ein Fehler am Beginn lässt sich später nicht mehr ausgleichen.
Herkunft: Eine Handwerksregel, im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Themen: HandwerkArbeitVorsicht
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer nicht hinschaut, tritt daneben. Ungeduld verdirbt das Werk.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Sprichw.Wer das Risiko immer wieder sucht, wird ihm irgendwann zum Opfer fallen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach (3,26) im Alten Testament.
Themen: VorsichtLeichtsinnUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Übermut tut selten gut. Wer alles auf eine Karte setzt, hat keine zweite.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. In der Partnerschaft entscheidet nicht das Thema, sondern der Ton. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wer viel hat, hat viel zu verlieren.
Sprichw.Mit dem Vermögen wächst die Sorge um seinen Erhalt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 17. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer viel verschenkt, muss wenig bewachen. Die Nacht ist keines Menschen Freund. Die Furcht vor dem Übel ist schlimmer als das Übel selbst.
Kurze Sprichwörter
Stille Wasser sind tief.
Sprichw.Zurückhaltende Menschen haben oft mehr Tiefe oder auch mehr Hintergedanken, als man ihnen zutraut.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem in einer lateinischen Fassung bei Quintus Curtius Rufus über ruhig fließende, aber tiefe Gewässer. Im Deutschen ist er seit dem 16. Jahrhundert geläufig.
Themen: ErfahrungKlugheit und DummheitVorsicht
QuelleCurtius Rufus
Siehe auch: Schweigen kann man nicht bereuen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Wer zusammen reist, lernt sich kennen.
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HochmutLeichtsinnVorsicht
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Wasser hat keine Balken.
Vorsicht ist keine Feigheit.
Sprichw.Wer die Gefahr einschätzt und zurückweicht, handelt nicht ängstlich, sondern klug.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem aristotelischen Gedanken von der Tapferkeit als Mitte.
Themen: VorsichtMutKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Angst warnt, Vorsicht handelt. Wissen ist nicht Weisheit.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer aufs Eis geht, muss mit dem Einbrechen rechnen. Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
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