Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Vorsicht, Seite 2
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Bekannte Sprichwörter
Der Teufel steckt im Detail.
Sprichw.Ein Vorhaben scheitert selten am großen Plan, sondern an den Einzelheiten.
Herkunft: Die Formel ist eine Umkehrung der älteren Redensart, Gott stecke im Detail, die dem Kunsthistoriker Aby Warburg zugeschrieben wird. Welche der beiden Fassungen zuerst da war, ist ungeklärt.
Themen: VorsichtArbeitKlugheit und Dummheit
QuelleAby Warburg
Siehe auch: Was man selbst tut, ist gut getan. Gut Ding will Weile haben.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Sprichw.Auch wo man niemandem Böses unterstellt, sollte man nachsehen.
Herkunft: Die Zuschreibung an Lenin ist verbreitet, lässt sich in seinen Schriften aber nicht nachweisen.
Themen: VertrauenVorsichtArbeit
Siehe auch: Wer niemandem traut, dem traut auch niemand. Wer liebt, ohne zu vertrauen, liebt nicht. Wer Eifersucht sät, erntet Misstrauen.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Sprichw.Scherzhafte Mahnung zur Umsicht; die Porzellankiste steht für alles, was leicht zerbricht.
Herkunft: Eine scherzhafte Erweiterung des älteren Satzes, Vorsicht sei die Mutter der Weisheit. Die Porzellankiste ist eine Zutat des 20. Jahrhunderts.
Auch: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Wer alles behalten will, verliert am Ende alles.
Sprichw.Übertriebenes Festhalten kann mehr kosten, als rechtzeitiges Loslassen gebracht hätte.
Herkunft: Der Gedanke findet sich in einer Fabel Äsops vom Hund, der die Beute im Wasserspiegel sieht und darüber die eigene verliert.
QuelleÄsop
Siehe auch: Wie gewonnen, so zerronnen.
Wer billig kauft, kauft zweimal.
Sprichw.An der falschen Stelle gespart bedeutet, dass man die Sache bald erneut anschaffen muss.
Herkunft: Die Formel ist im deutschen Handel seit dem 19. Jahrhundert geläufig. Sie ist die Umkehrung des Werbeversprechens vom günstigen Preis.
Auch: Wer billig kauft, kauft teuer.
Themen: GeldHandelSparenVorsicht
Siehe auch: Was nichts kostet, ist nichts wert. Gute Ware lobt sich selbst.
Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, nur vorbereiten.
Sprichw.Statt zu raten, was kommt, sollte man sich auf mehrere Möglichkeiten einstellen.
Herkunft: Eine Formel aus der Planungssprache des 20. Jahrhunderts, ohne älteren Beleg.
Themen: ZukunftVorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Niemand weiß, was der morgige Tag bringt. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Die Zukunft gehört denen, die sie vorbereiten.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Vorbeugen ist besser als heilen.
Sprichw.Ein Schaden lässt sich leichter verhindern als hinterher beheben.
Herkunft: Die Formel übersetzt den medizinischen Grundsatz „praestat cautela quam medela“, wonach Vorsicht besser sei als Heilmittel.
Auch: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Themen: ZukunftGesundheitVorsicht
Siehe auch: Spare in der Zeit, so hast du in der Not. Die Zukunft gehört denen, die sie vorbereiten.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Sprichw.Nichts bleibt auf Dauer unbemerkt, auch nicht das, was man im Verborgenen tut.
Herkunft: Der Vers ist in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt und gehört in den Zusammenhang der Warnung vor unbedachter Rede im Freien.
Siehe auch: Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Sprichw.Vertrautheit mit einer Gefahr nimmt ihr das Bedrohliche.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, wonach das Unbekannte stärker erschrecke als das Bekannte.
Themen: AngstErfahrungVorsicht
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Sprichw.Wer das Risiko immer wieder sucht, wird ihm irgendwann zum Opfer fallen.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Jesus Sirach (3,26) im Alten Testament.
Themen: VorsichtLeichtsinnUnglück
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Glück und Glas, wie leicht bricht das. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
Sprichw.Wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, trägt die Folgen mit.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Höflichkeit kostet nichts und bringt viel.
Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus.
Sprichw.Alkohol trübt das Urteilsvermögen.
Herkunft: Die Formel ist die deutsche Fassung des lateinischen Gedankens, mit dem Wein weiche die Vernunft. In Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenKlugheit und DummheitVorsicht
Siehe auch: Wein macht kühne Leute. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer.
Sprichw.Wenn über jemanden geredet wird, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „flamma fumo est proxima“ bei Plautus, wonach dem Rauch die Flamme unmittelbar folgt.
Themen: WahrheitNachbarnVorsicht
QuellePlautus
Siehe auch: Wer sich entschuldigt, klagt sich an.
Kurze Sprichwörter
Übermut tut selten gut.
Sprichw.Wer über die Stränge schlägt, zahlt meist dafür.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: HochmutLeichtsinnVorsicht
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wasser hat keine Balken. Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Wasser hat keine Balken.
Sprichw.Warnung vor der Gefahr des Wassers: Anders als auf einem Boden findet man darin keinen Halt.
Herkunft: Alte Schiffermahnung, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Übermut tut selten gut. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Glück und Glas, wie leicht bricht das.
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