Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Geduld
Warten ist in der Sprichwortwelt eine Fähigkeit, keine Passivität. Auffällig viele Belege arbeiten mit Bildern aus Handwerk und Landwirtschaft, wo Zeit tatsächlich Teil der Arbeit ist.
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Bekannte Sprichwörter
Auch kleine Schritte führen ans Ziel.
Sprichw.Es kommt nicht auf die Größe der Fortschritte an, sondern darauf, dass sie nicht aufhören.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur, ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Eine Ehe braucht Geduld, Humor und ein kurzes Gedächtnis.
Sprichw.Scherzhafte Aufzählung dessen, was eine lange Verbindung trägt.
Herkunft: Eine umgangssprachliche Formel des 20. Jahrhunderts, mehrfach zugeschrieben.
Themen: EhePartnerschaft
Siehe auch: In der Ehe zählt nicht der Hochzeitstag, sondern der Alltag. In der Ehe muss man verzeihen können. Eine gute Ehe ist keine Fügung, sondern Arbeit.
Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.
Sprichw.Das Warten fällt schwer, das Ergebnis entschädigt dafür.
Herkunft: Der Ausspruch wird Jean-Jacques Rousseau zugeschrieben und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
QuelleRousseau
Siehe auch: Geduld bringt Rosen. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. Was lange währt, wird endlich gut.
Das Handwerk lehrt Geduld, nicht die Schule.
Sprichw.Was sich nicht beschleunigen lässt, lernt man nur an der Werkbank.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Probieren geht über Studieren. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kein Meister ohne Lehrzeit.
Im Handel ist Geduld ein Zahlungsmittel.
Sprichw.Wer warten kann, verhandelt besser.
Herkunft: Eine Kaufmannsregel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer lange feilscht, verliert den Kauf.
Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte.
Sprichw.Wer einen Betrieb aufbaut, braucht mehrere Jahre, bevor sich der Aufwand zeigt.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: LandwirtschaftArbeit
Siehe auch: Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Sprichw.Was wie Weisheit aussieht, ist oft nur nachlassende Aufregung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: AlterKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Graue Haare machen noch keinen Weisen. Alter schützt vor Torheit nicht. Wer recht hat und schweigt, verliert nichts.
Mit Geduld und Zeit kommt man weit.
Sprichw.Beharrlichkeit erreicht mehr als Eile.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Morgen ist auch noch ein Tag.
Sprichw.Nicht alles muss heute erledigt sein; auch als Trost nach einem misslungenen Tag.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert geläufig und wurde im 20. Jahrhundert durch die Schlusszeile des Films „Vom Winde verweht“ zusätzlich verbreitet.
Auch: Morgen ist ein anderer Tag.
Themen: HoffnungZeitZukunftNeuanfang
Siehe auch: Kein Unglück dauert ewig. Jedem Abschied wohnt ein Anfang inne. Ohne Regen kein Regenbogen.
Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig.
Sprichw.Entwicklung braucht ihre Zeit und lässt sich nicht beschleunigen.
Herkunft: Der Gedanke wird Laozi zugeschrieben und ist über deutsche Übersetzungen des 20. Jahrhunderts verbreitet.
QuelleLaozi
Siehe auch: Alles zu seiner Zeit. Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Mit den Jahren wird man nicht klüger, nur ruhiger.
Schneller Erfolg hält am kürzesten.
Sprichw.Was rasch entsteht, hat selten ein tragfähiges Fundament.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel, verwandt mit dem Satz, was schnell wachse, halte nicht lange.
Siehe auch: Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte. Was schnell wächst, hält nicht lange. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Sparen heißt heute verzichten, um morgen zu können.
Sprichw.Die Rücklage ist nichts anderes als aufgeschobener Verbrauch.
Herkunft: Eine Formel aus der Wirtschaftslehre des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer nichts zurücklegt, lebt von der Hand in den Mund. Sparen ohne Zweck ist Verzicht ohne Grund. Wer nur spart, lebt nicht.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Sprichw.Ein kleiner, sicherer Vorteil ist mehr wert als eine große, ungewisse Aussicht.
Herkunft: Der Gedanke ist in ganz Europa verbreitet und geht auf eine Fabel Äsops zurück, in der eine Nachtigall den Jäger vergeblich auf größere Beute verweist.
Auch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
QuelleÄsop
Siehe auch: Man soll nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen. Leichtsinn ist teurer als Vorsicht.
Dem Eilenden wird der Weg lang.
Sprichw.Wer es eilig hat, empfindet jede Strecke als zu lang.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Der Heimweg ist immer kürzer.
Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Sprichw.Große Vorhaben gelingen nicht im ersten Anlauf, sondern erst durch Beharrlichkeit.
Herkunft: Eine Erfahrung aus der Waldarbeit, die in vielen Sprachen als Bild für Beharrlichkeit dient. Im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Sprichw.Niemand beherrscht eine Sache von Anfang an; jeder muss sie erst lernen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Zunftwesen, in dem der Meistertitel am Ende einer langen Ausbildung stand. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig.
Gut Ding will Weile haben.
Sprichw.Sorgfältige Arbeit braucht Zeit und lässt sich nicht beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet.
Herkunft: Die artikellose Fügung „gut Ding“ bewahrt eine ältere Sprachstufe, in der das Adjektiv vor dem Substantiv unflektiert bleiben konnte. Die Wendung ist im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Was lange währt, wird endlich gut. Zweimal messen, einmal schneiden. Wie der Meister, so das Werk.
Guter Rat kommt über Nacht.
Sprichw.Eine schwierige Entscheidung sollte man überschlafen, statt sie sofort zu treffen.
Herkunft: Die Wendung ist die deutsche Fassung des griechischen Gedankens, die Nacht sei ein guter Ratgeber; im Lateinischen als „in nocte consilium“ überliefert.
Auch: Man muss eine Sache überschlafen.
Themen: SchlafKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Eifersucht ist ein schlechter Ratgeber. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.
Sprichw.Wer nur wartet und nichts tut, wartet oft vergeblich.
Herkunft: Ein Reimspruch, in deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Themen: HoffnungMisserfolg
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Geduld bringt Rosen. Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
Sprichw.Scherzhafte Aufmunterung: Mit Ausdauer gelingt auch das Schwierige.
Herkunft: Ein Reimspruch aus der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es fällt kein Baum auf den ersten Hieb.
Die Natur macht keine Sprünge.
Sprichw.Entwicklungen verlaufen schrittweise, nicht in Sprüngen.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „natura non facit saltus“, das seit Leibniz als naturwissenschaftlicher Grundsatz gilt.
Themen: NaturVeränderung
QuelleLeibniz
Siehe auch: Stillstand ist Rückschritt.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Sprichw.Große Vorhaben brauchen Zeit; Ungeduld über langsame Fortschritte ist unangebracht.
Herkunft: Die Wendung ist als französisches Sprichwort seit dem 12. Jahrhundert belegt und von dort in die übrigen europäischen Sprachen gelangt.
Auch: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Steter Tropfen höhlt den Stein.
Sprichw.Auch kleine, aber beständige Anstrengungen führen mit der Zeit zu großen Wirkungen.
Ovidrömischer Dichter, 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.
Herkunft: Der Gedanke ist bereits in der Antike belegt, unter anderem bei Ovid.
QuelleOvid
Siehe auch: Wer warten kann, siegt am Ende. Wer täglich ein wenig tut, schafft mehr als der, der einmal viel tut. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
Kurze Sprichwörter
Aller Anfang ist schwer.
Sprichw.Der Einstieg in etwas Neues kostet am meisten Überwindung, danach wird es leichter.
Herkunft: Der Gedanke ist in vielen Sprachen verbreitet und im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine bestimmte Quelle lässt sich nicht ausmachen, weil die Beobachtung so naheliegt, dass sie mehrfach unabhängig entstanden sein dürfte.
Siehe auch: Der erste Schritt ist der schwerste. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Alles zu seiner Zeit.
Sprichw.Jede Sache hat ihren richtigen Zeitpunkt und sollte nicht erzwungen werden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf das Buch Prediger im Alten Testament zurück, wo jedes Ding seine Zeit hat. Als knappe Redensart ist er im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer früh anfängt, muss nicht schnell arbeiten. Die Natur eilt nicht und doch wird alles fertig. Wo Ordnung herrscht, kommt Ruhe ein.
Eile mit Weile.
Sprichw.Zügig arbeiten, aber ohne Hast: Wer überstürzt handelt, macht Fehler und verliert am Ende Zeit.
Herkunft: Übersetzung der lateinischen Devise „festina lente“, die dem römischen Kaiser Augustus zugeschrieben wird.
QuelleAugustus
Siehe auch: Zeit und Stunde warten auf niemanden. Gesagt, getan. Erst denken, dann reden.
Geduld bringt Rosen.
Sprichw.Wer warten kann, wird am Ende belohnt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
Geduld ist eine Tugend.
Sprichw.Die Fähigkeit zu warten gilt als Charaktereigenschaft, nicht als Schwäche.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „patientia virtus“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: BescheidenheitErfahrung
Siehe auch: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Erwartungen. Wer vom Tod spricht, meint das Leben. Wer den Streit sucht, findet ihn überall.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Sprichw.Manche Probleme lösen sich, wenn man ihnen Zeit lässt, statt sofort zu handeln.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits bei den griechischen Tragikern. Im Deutschen ist der Reimspruch seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Die Zeit arbeitet für den, der warten kann. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Ungeduld verdirbt das Werk.
Sprichw.Wer zu schnell arbeitet, macht Fehler, die den Zeitgewinn wieder aufzehren.
Herkunft: Eine Handwerksregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Zweimal messen, einmal schneiden. Wer krumm anfängt, wird nie gerade fertig. Wer schnell trinkt, schmeckt nichts.
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