Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über die Landwirtschaft
Säen und Ernten ist das Grundmuster, aus dem sich unzählige übertragene Bedeutungen ableiten lassen.
44 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert · Seite 1 von 2
Bekannte Sprichwörter
Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön.
Sprichw.Bauernregel über das Zusammenspiel der beiden Frühlingsmonate.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenNatur
Siehe auch: Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird.
Sprichw.Gute Voraussetzungen allein genügen nicht ohne Arbeit.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Auf Sankt Gallen bleibt der Schnee im Tal liegen.
Sprichw.Lostagsregel zum 16. Oktober, die den Beginn der kalten Jahreszeit markiert.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen des 18. Jahrhunderts belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Sprichw.Wird geäußert, wenn jemand ohne erkennbares Zutun besonders viel Erfolg hat.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt, also erst nach der Verbreitung der Kartoffel als Hauptnahrungsmittel. Sie gehört zu den neidvollen Sprichwörtern über unverdienten Erfolg.
Auch: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.
Themen: GlückKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Der Frühling macht Hoffnung, der Herbst macht satt.
Sprichw.Die Aussicht ersetzt nicht die Ernte.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenHoffnung
Siehe auch: Der Herbst hält, was der Frühling versprach. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Sprichw.Bauernregel zum 11. November: Frost oder Raureif am Martinstag gilt als Vorbote eines strengen Winters.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Der Herbst hält, was der Frühling versprach.
Sprichw.Am Ende zeigt sich, ob die Aussichten getrogen haben.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Themen: JahreszeitenErfolg
Siehe auch: Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben. Wer im Herbst nicht pflügt, hat im Frühjahr doppelte Arbeit.
Ein Jahr für den Boden, ein Jahr für die Saat, ein Jahr für die Ernte.
Sprichw.Wer einen Betrieb aufbaut, braucht mehrere Jahre, bevor sich der Aufwand zeigt.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Schneller Erfolg hält am kürzesten. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wer jeden Tag einen Stein setzt, hat am Ende eine Mauer.
Jede Jahreszeit hat ihre Arbeit.
Sprichw.Der bäuerliche Jahreslauf teilt die Arbeit fest ein.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel, verwandt mit dem Vers aus dem Buch Prediger, wonach alles seine Zeit hat.
Themen: JahreszeitenArbeit
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer aufräumt, findet mehr als er sucht. Jeder Monat hat sein eigenes Wetter.
Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichw.Bauernregel, die trockene und windige Märztage als Vorboten baldigen Regens deutet.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem trockenen Monat einen nassen folgern.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Der April macht die Blüte, der Mai macht sie schön. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Sprichw.Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, so sehr man es auch versucht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Francis Bacon zurück, wonach die Natur nur durch Gehorsam beherrscht werde.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Sprichw.Bauernregel, die von feuchtem Herbstwetter auf einen schneereichen Winter schließt.
Herkunft: Eine Entsprechungsregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: EssenVeränderung
Siehe auch: Wer immer dasselbe tut, darf kein anderes Ergebnis erwarten. Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten.
Was man selbst geerntet hat, schmeckt anders.
Sprichw.Der eigene Aufwand verändert den Wert des Ergebnisses.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer schnell trinkt, schmeckt nichts. Wer allein isst, isst schneller und schlechter. Was man selbst tut, ist gut getan.
Wer den Boden nährt, den nährt der Boden.
Sprichw.Wer sorgfältig wirtschaftet, bekommt es zurück.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Der Acker lügt nicht. Auch der beste Boden trägt nur, wenn er gepflegt wird. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Bauernregeln sind Erfahrung, keine Vorhersage.
Sprichw.Wetterregeln fassen Beobachtungen zusammen, sie sagen nichts voraus.
Herkunft: Eine Einordnung aus der modernen Meteorologie, die den statistischen Gehalt der Regeln untersucht hat.
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.
Sprichw.Wer für einen arbeitet, dem soll man auch seinen Anteil lassen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Alten Testament (5. Mose 25,4) und wird im Neuen Testament als Bild für gerechte Entlohnung aufgegriffen.
Themen: DankbarkeitArbeitTiere
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Siehe auch: Ein Dank ist die halbe Bezahlung.
Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass.
Sprichw.Bauernregel: Ein feuchter Mai gilt als günstig für die spätere Ernte.
Herkunft: Eine Bauernregel mit sachlichem Kern: Kühle und Feuchtigkeit im Mai verlängern die Wachstumsphase des Getreides und begünstigen die Kornfüllung.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Ist's zu Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Sprichw.Bauernregel zum 2. Februar: Klares Wetter deutet auf eine anhaltende Kältephase hin.
Herkunft: Die Regel hat einen meteorologischen Kern. Klarer Himmel Anfang Februar zeigt eine Hochdrucklage über Mitteleuropa an, die kalte Luft festhält.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Ein Jahr Unkraut, sieben Jahre Same.
Sprichw.Ein einziges versäumtes Jahr bei der Feldpflege wirkt jahrelang nach.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsregel, in deutschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts belegt.
QuelleSammlungen des 19. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo nichts wächst, hat vorher jemand nichts gesät. Wer nicht aufsteht, versäumt den Tag. Wer lange schläft, den Tag verschläft.
Kommt der Wind von Ost, gibt es keinen Trost.
Sprichw.Bauernregel über den Ostwind, der in Mitteleuropa im Winter Kälte und im Sommer Trockenheit bringt.
Herkunft: Die Regel bildet die tatsächliche Windverteilung ab: Ostwind führt kontinentale Luft heran, also im Winter kalte und im Sommer trockene.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Regnet's auf Sankt Medardus, regnet's vierzig Tage danach.
Sprichw.Lostagsregel zum 8. Juni, die von einem Regentag auf eine anhaltende Nässeperiode schließt.
Herkunft: Die Regel entspricht der Siebenschläferregel und hat denselben Hintergrund: Anfang Juni stellt sich die sommerliche Großwetterlage ein, die dann einige Wochen anhält.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Sprichw.Bauernregel zu den Eisheiligen Mitte Mai, nach denen erst danach frostfrei gepflanzt werden soll.
Herkunft: Bezieht sich auf die Namenstage der Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, an denen in Mitteleuropa häufig ein letzter Kaltlufteinbruch auftritt.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: SchicksalRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Wer die Natur beobachtet, braucht keine Uhr.
Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Sprichw.Wer auf die vollkommenen Bedingungen wartet, fängt nie an.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch Prediger im Alten Testament (Prediger 11,4).
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer sich fürchtet, hat schon verloren. Dem Glück muss man nachhelfen.
Kurze Sprichwörter
Der Acker lügt nicht.
Sprichw.Am Ertrag zeigt sich, wie gut gearbeitet wurde; beschönigen lässt sich das nicht.
Herkunft: Eine bäuerliche Erfahrungsformel des 19. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer den Boden nährt, den nährt der Boden. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer im Kleinen nicht spart, spart im Großen vergebens. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
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