Sprichwörter · Alltag und Natur
Sprichwörter über die Landwirtschaft
Säen und Ernten ist das Grundmuster, aus dem sich unzählige übertragene Bedeutungen ableiten lassen.
20 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Sprichw.Wird geäußert, wenn jemand ohne erkennbares Zutun besonders viel Erfolg hat.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt, also erst nach der Verbreitung der Kartoffel als Hauptnahrungsmittel. Sie gehört zu den neidvollen Sprichwörtern über unverdienten Erfolg.
Auch: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.
Themen: GlückKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Wer das Glück sucht, findet es selten. Wer das Glück hat, führt die Braut heim.
Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.
Sprichw.Bauernregel zum 11. November: Frost oder Raureif am Martinstag gilt als Vorbote eines strengen Winters.
Herkunft: Eine Lostagsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Ein statistischer Zusammenhang lässt sich nicht nachweisen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichw.Bauernregel, die trockene und windige Märztage als Vorboten baldigen Regens deutet.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Ausgleichsregeln, die aus einem trockenen Monat einen nassen folgern.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Die Natur lässt sich nicht betrügen.
Sprichw.Naturgesetze lassen sich nicht aushebeln, so sehr man es auch versucht.
Herkunft: Der Gedanke geht auf Francis Bacon zurück, wonach die Natur nur durch Gehorsam beherrscht werde.
QuelleFrancis Bacon
Siehe auch: Gegen die Natur kämpft man vergebens. Es wächst kein Baum in den Himmel.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Sprichw.Spöttisch über Menschen, die alles Ungewohnte ablehnen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt und wurde vor allem städtisch gegen ländliche Zurückhaltung gebraucht.
Themen: EssenVeränderung
Siehe auch: Der Wolf verliert wohl die Haare, aber nicht die Tücke. Andere Zeiten, andere Sitten. Alte Bäume verpflanzt man nicht.
Wie der Oktober, so der März.
Sprichw.Bauernregel, die vom Herbstwetter auf das kommende Frühjahr schließt.
Herkunft: Eine Bauernregel ohne nachweisbaren statistischen Zusammenhang. Sie gehört zu den Entsprechungsregeln, die von einem Monat auf einen späteren schließen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
An den Früchten erkennt man den Baum.
Sprichw.Was jemand taugt, zeigt sich an dem, was er hervorbringt, nicht an dem, was er sagt.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus der Bergpredigt (Matthäus 7,16).
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie die Saat, so die Ernte.
Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.
Sprichw.Wer für einen arbeitet, dem soll man auch seinen Anteil lassen.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Alten Testament (5. Mose 25,4) und wird im Neuen Testament als Bild für gerechte Entlohnung aufgegriffen.
Themen: DankbarkeitArbeitTiere
QuelleAltes Testament, Neues Testament
Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass.
Sprichw.Bauernregel: Ein feuchter Mai gilt als günstig für die spätere Ernte.
Herkunft: Eine Bauernregel mit sachlichem Kern: Kühle und Feuchtigkeit im Mai verlängern die Wachstumsphase des Getreides und begünstigen die Kornfüllung.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Ist's zu Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Sprichw.Bauernregel zum 2. Februar: Klares Wetter deutet auf eine anhaltende Kältephase hin.
Herkunft: Die Regel hat einen meteorologischen Kern. Klarer Himmel Anfang Februar zeigt eine Hochdrucklage über Mitteleuropa an, die kalte Luft festhält.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Kommt der Wind von Ost, gibt es keinen Trost.
Sprichw.Bauernregel über den Ostwind, der in Mitteleuropa im Winter Kälte und im Sommer Trockenheit bringt.
Herkunft: Die Regel bildet die tatsächliche Windverteilung ab: Ostwind führt kontinentale Luft heran, also im Winter kalte und im Sommer trockene.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Sprichw.Bauernregel zu den Eisheiligen Mitte Mai, nach denen erst danach frostfrei gepflanzt werden soll.
Herkunft: Bezieht sich auf die Namenstage der Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, an denen in Mitteleuropa häufig ein letzter Kaltlufteinbruch auftritt.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Was der Mensch sät, das wird er ernten.
Sprichw.Jeder bekommt am Ende das zurück, was er selbst in die Welt gesetzt hat.
Herkunft: Der Satz stammt aus dem Neuen Testament (Galater 6,7).
Auch: Was man sät, das erntet man.
Themen: SchicksalRecht und Gerechtigkeit
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wie man sich bettet, so liegt man. Unrecht Gut gedeihet nicht. Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Wenn der Tau am Morgen liegt, bleibt das Wetter schön.
Sprichw.Bauernregel: Starker Morgentau deutet auf einen klaren, ruhigen Tag hin.
Herkunft: Die Regel hat einen physikalischen Kern. Tau entsteht bei klarer Nacht und schwachem Wind, also unter Bedingungen, die auf eine stabile Hochdrucklage hinweisen.
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
Wer im Sommer nicht sammelt, muss im Winter darben.
Sprichw.Wer die günstige Zeit ungenutzt lässt, hat später nichts.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Buch der Sprüche im Alten Testament (Sprüche 10,5).
Themen: FleißSparenJahreszeiten
QuelleAltes Testament
Siehe auch: Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun und Fass. Wer in der Jugend nicht spart, muss im Alter darben. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Sprichw.Bauernregel, nach der das Wetter Ende Juni die Großwetterlage der folgenden Wochen anzeigt.
Herkunft: Der Siebenschläfertag am 27. Juni geht auf eine christliche Legende zurück. Meteorologisch trifft die Regel in Mitteleuropa tatsächlich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu, weil sich in dieser Zeit die sommerliche Strömungslage einstellt.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Wie der Oktober, so der März. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Märzenstaub und Märzenwind bringen Regen, der geschwind.
Wie die Saat, so die Ernte.
Sprichw.Das Ergebnis entspricht dem, was man vorher hineingesteckt hat.
Herkunft: Der Gedanke stammt aus dem Galaterbrief des Neuen Testaments. Die landwirtschaftliche Fassung ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
QuelleNeues Testament
Siehe auch: Wer schmieden will, muss erst das Feuer schüren. Wer abends nichts richtet, hat morgens keine Ruhe. Gut geplant ist halb getan.
Wo viele Hirten sind, wird übel gehütet.
Sprichw.Wenn sich zu viele für dieselbe Aufgabe zuständig fühlen, kümmert sich am Ende niemand richtig.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt, verwandt mit dem Satz von den vielen Köchen.
Themen: ArbeitZusammenhalt
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Viele Köche verderben den Brei. Ein jeder tue, was seines Amtes ist.
Kurze Sprichwörter
Grüne Weihnacht, weiße Ostern.
Sprichw.Bauernregel, nach der ein milder Dezember einen kalten Frühlingsanfang nach sich zieht.
Herkunft: Eine Ausgleichsregel, in deutschen Sammlungen seit dem 18. Jahrhundert belegt. Statistisch lässt sich der Zusammenhang nicht bestätigen.
Themen: WetterJahreszeiten
Siehe auch: Auf einen strengen Winter folgt ein guter Sommer. Wie der Oktober, so der März. Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen bestellt.
Kleinvieh macht auch Mist.
Sprichw.Auch geringe Beträge summieren sich mit der Zeit zu etwas Ansehnlichem.
Herkunft: Der Satz stammt aus der Landwirtschaft, in der Dung ein wirtschaftliches Gut war. Auch kleine Tiere trugen dazu messbar bei.
Siehe auch: Viele Wenig machen ein Viel. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
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