Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Mut
Mut wird sprichwörtlich belohnt, aber nur der überlegte. Die deutsche Überlieferung setzt Tapferkeit und Leichtsinn auffällig oft nebeneinander.
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Bekannte Sprichwörter
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: AngstKlugheit und Dummheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Welt sehen will, muss die Tür hinter sich zumachen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Sprichw.Wer zurückhaltend auftritt, muss deshalb nicht verzagt sein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: BescheidenheitHochmut
Siehe auch: Demut ist der Anfang aller Weisheit. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Wer dankbar lebt, hat weniger Ansprüche.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sprichw.Ein schmerzhafter Schlussstrich ist erträglicher als ein Zustand, der sich endlos hinzieht.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill zugeschrieben (1809).
Themen: MisserfolgZeit
QuelleFerdinand von Schill
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf.
Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Sprichw.Statt Prognosen zu wagen, sollte man den Verlauf selbst beeinflussen.
Herkunft: Der Ausspruch wird Abraham Lincoln, Peter Drucker und weiteren zugeschrieben; nachweisbar ist er zuerst bei Drucker (1970).
QuellePeter Drucker
Siehe auch: Wer seine Arbeit plant, arbeitet halb so lange. Wer die Zukunft plant, plant mit Unbekannten. Niemand weiß, was der morgige Tag bringt.
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Wer aufs Wetter wartet, sät nie.
Hoffen ohne Tun ist Träumen.
Sprichw.Zuversicht ersetzt keine Handlung.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne belegbaren Ursprung.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Dem Glück muss man nachhelfen. Wer die Hand nicht rührt, dem füllt sie sich nicht.
Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Sprichw.Erst unter Druck wird sichtbar, wie jemand wirklich ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Jeder Anfang ist ein Versuch.
Sprichw.Ein Beginn schließt die Möglichkeit des Scheiterns ein.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Themen: NeuanfangMisserfolg
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht. Wer lebt, macht Fehler; wer keine macht, lebt nicht.
Die Jugend kennt die Grenzen nicht, das Alter kennt sie zu gut.
Sprichw.Was die einen wagen lässt, hält die anderen zurück.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Wer alles absichern will, kommt zu nichts.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Themen: Angst
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles und wurde im 20. Jahrhundert vielfach neu formuliert.
QuelleAristoteles
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben.
Sprichw.Ein Rückschlag zählt weniger als der Umgang damit.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Konfuzius und ebenso in der abendländischen Moralliteratur; ein Erstbeleg fehlt.
Themen: MisserfolgNeuanfang
QuelleKonfuzius
Siehe auch: Veränderung beginnt im Kopf. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Sprichw.Was einem widerfährt, lässt sich nicht wählen, die Antwort darauf schon.
Herkunft: Der Gedanke ist ein Grundmotiv der stoischen Philosophie und findet sich bei Epiktet.
QuelleEpiktet
Siehe auch: Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst. Im Unglück zeigt sich der Charakter. Wer vom Tod spricht, meint das Leben.
Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Sprichw.Ein Fehler wiegt weniger als der Versuch, ihn zu verbergen.
Herkunft: Eine Formel aus der Fehlerkultur-Diskussion des 20. Jahrhunderts.
Themen: MisserfolgEhrlichkeit
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Jeder Anfang ist ein Versuch. Die Wahrheit ist selten bequem.
Das Schicksal mischt die Karten, spielen müssen wir selbst.
Sprichw.Die Ausgangslage ist gegeben, der Umgang damit nicht.
Herkunft: Der Ausspruch wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben und findet sich sinngemäß in seinen Schriften.
QuelleSchopenhauer
Siehe auch: Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit. Wer den Hafen wechselt, ändert nicht das Wetter. Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.
Die Wahrheit ist selten bequem.
Sprichw.Wer die Wirklichkeit benennt, macht sich damit selten beliebt.
Herkunft: Eine volkstümliche Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem älteren Satz, dass Wahrheit wehtut.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Nicht der Fehler ist die Schande, sondern das Vertuschen.
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Wer zu lange plant, fängt nie an. Wer nichts anfängt, bringt nichts zu Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Der erste Schritt ist der schwerste.
Sprichw.Der Aufbruch kostet mehr Überwindung als der ganze weitere Weg.
Herkunft: Die Formel übersetzt das französische Sprichwort, wonach nur der erste Schritt zählt, und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Wer viele fürchtet, muss viele fürchten. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst.
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Hoffen ohne Tun ist Träumen. Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
Themen: LebenVeränderung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer lebt, wie er will, stirbt, wie er muss.
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.
Sprichw.Für den Anfang braucht es Entschlossenheit, für das Ergebnis auch Umstände, die man nicht beeinflusst.
Herkunft: Der Ausspruch stammt von Demokrit.
QuelleDemokrit
Siehe auch: Frisch gewagt ist halb gewonnen. Wer warten kann, siegt am Ende. Der erste Schritt ist der schwerste.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nie gescheitert ist, hat nie etwas versucht.
Kurze Sprichwörter
Angst warnt, Vorsicht handelt.
Sprichw.Furcht meldet die Gefahr, aber erst die Umsicht tut etwas dagegen.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts ohne älteren Beleg.
Siehe auch: Vorsicht ist keine Feigheit. Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Kleinmut.
Erst wägen, dann wagen.
Sprichw.Vor einem Risiko sollte man die Folgen abschätzen.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang der beiden Verben, die ursprünglich beide zur Waage gehören: Wägen ist das Abmessen, Wagen das Aufs-Spiel-Setzen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Veränderung beginnt im Kopf.
Sprichw.Vor jeder äußeren Änderung steht die Entscheidung dazu.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus der Beratungsliteratur.
Themen: VeränderungNeuanfang
Siehe auch: Nicht das Fallen ist die Schande, sondern das Liegenbleiben. Wer im Unglück lacht, hat es halb überwunden. Nicht das Schicksal entscheidet, sondern der Umgang damit.
Vertrauen ist eine Vorleistung.
Sprichw.Wer vertraut, geht in Vorleistung, bevor sich zeigt, ob es gerechtfertigt war.
Herkunft: Eine Formel aus der Sozialwissenschaft des 20. Jahrhunderts, ohne älteren volkstümlichen Beleg.
Themen: VertrauenFreundschaft
Siehe auch: Wer vertraut, dem wird vertraut. Wer Geld verleiht, verliert es oder den Freund. Wer wagt, verliert manchmal. Wer nicht wagt, verliert immer.
Vorsicht ist keine Feigheit.
Sprichw.Wer die Gefahr einschätzt und zurückweicht, handelt nicht ängstlich, sondern klug.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem aristotelischen Gedanken von der Tapferkeit als Mitte.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Angst warnt, Vorsicht handelt. Wissen ist nicht Weisheit.
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