Sprichwörter · Charakter und Verhalten
Sprichwörter über Mut
Mut wird sprichwörtlich belohnt, aber nur der überlegte. Die deutsche Überlieferung setzt Tapferkeit und Leichtsinn auffällig oft nebeneinander.
29 Einträge mit Bedeutung und Herkunft · alphabetisch sortiert
Bekannte Sprichwörter
Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Sprichw.Wer aus Furcht handelt, entscheidet meist falsch.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in der antiken Philosophie, unter anderem bei Seneca. Als deutsche Redensart ist er seit dem 19. Jahrhundert geläufig.
Themen: AngstKlugheit und Dummheit
QuelleSeneca
Siehe auch: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Guter Rat kommt über Nacht.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Sprichw.Ein schmerzhafter Schlussstrich ist erträglicher als ein Zustand, der sich endlos hinzieht.
Herkunft: Der Ausspruch wird dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill zugeschrieben (1809).
Themen: MisserfolgZeit
QuelleFerdinand von Schill
Dem Glück muss man nachhelfen.
Sprichw.Auf einen Glücksfall zu warten reicht nicht, man muss selbst etwas dafür tun.
Herkunft: Eine jüngere Fassung des antiken Gedankens, das Glück begünstige den Tätigen. Als deutsche Redensart seit dem 19. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.
Im Unglück zeigt sich der Charakter.
Sprichw.Erst unter Druck wird sichtbar, wie jemand wirklich ist.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei den antiken Moralisten, unter anderem bei Seneca.
QuelleSeneca
Siehe auch: In der Not erkennt man seine Freunde. Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst.
Sprichw.Tapfer ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer sich trotz Furcht überwindet.
Herkunft: Der Gedanke wird häufig Mark Twain oder Nelson Mandela zugeschrieben; ein belastbarer Erstbeleg fehlt.
Themen: Angst
Siehe auch: Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Was sein muss, muss sein.
Sprichw.Wird gesagt, wenn eine unangenehme Sache unvermeidlich ist.
Herkunft: Eine Doppelung desselben Wortes zur Bekräftigung, wie sie das Deutsche häufig bildet. In Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Siehe auch: Man muss das Leben nehmen, wie es ist. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Wer den Mut verliert, hat alles verloren.
Sprichw.Ohne Zuversicht lässt sich keine schwierige Lage mehr wenden.
Herkunft: Der Gedanke geht auf einen Vers von Christian Fürchtegott Gellert zurück und ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert geläufig.
Themen: HoffnungMisserfolg
QuelleGellert
Siehe auch: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen. Neuer Tag, neues Glück. Es ist noch immer gut gegangen.
Wer die alten Wege verlässt, findet neue.
Sprichw.Erst wer das Gewohnte aufgibt, entdeckt eine Alternative.
Herkunft: Eine jüngere Formel ohne älteren Beleg.
Themen: VergangenheitNeuanfang
Siehe auch: Andere Zeiten, andere Sitten.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
Sprichw.Wer offen ausspricht, was andere nicht hören wollen, muss mit Ärger rechnen.
Herkunft: Ein Sprichwort aus dem angelsächsischen Raum, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Themen: WahrheitEhrlichkeit
Siehe auch: Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Im Wein liegt Wahrheit.
Wer Neues wagt, muss Altes lassen.
Sprichw.Jeder Aufbruch verlangt, dass man etwas zurücklässt.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Umfeld der Lebensberatung, ohne älteren Beleg.
Themen: NeuanfangVeränderung
Siehe auch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Wer nichts macht, macht auch nichts falsch.
Sprichw.Spöttische Feststellung über Menschen, die Verantwortung meiden, um sich nichts vorwerfen lassen zu müssen.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts aus der Arbeitswelt, meist ironisch gegen übermäßige Vorsicht gerichtet.
Themen: MisserfolgFaulheit
Siehe auch: Wer schläft, sündigt nicht. Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wer nie verliert, hat nie gespielt.
Sprichw.Ohne die Möglichkeit zu scheitern gibt es auch keinen Gewinn.
Herkunft: Eine Formel des 20. Jahrhunderts aus dem Sportumfeld, ohne älteren Beleg.
Themen: MisserfolgErfolg
Siehe auch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Wer sich fürchtet, hat schon verloren.
Sprichw.Furcht lähmt und nimmt einem die Möglichkeit zu handeln.
Herkunft: Eine jüngere Formel des 20. Jahrhunderts, verwandt mit dem antiken Gedanken, die Furcht nehme dem Kämpfenden die Kraft.
Themen: AngstMisserfolg
Sprichwörter mit belegter Herkunft
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Sprichw.Wer den Anfang geschafft hat, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Herkunft: Der Gedanke wird Aristoteles zugeschrieben und findet sich als lateinisches „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz.
QuelleAristoteles, Horaz
Siehe auch: Aller Anfang ist schwer.
Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Sprichw.Wer eine Sache entschlossen anpackt, hat den schwierigsten Teil bereits hinter sich.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „dimidium facti qui coepit habet“ bei Horaz zurück, wonach der Anfang schon die Hälfte der Tat ist.
QuelleHoraz
Siehe auch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Gesagt, getan. Der Appetit kommt beim Essen.
Die größte Angst ist die vor der Angst.
Sprichw.Nicht die Gefahr lähmt, sondern die Vorstellung von ihr.
Herkunft: Der Gedanke stammt von Michel de Montaigne aus seinen „Essais“ (1580).
QuelleMontaigne
Siehe auch: Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Sprichw.Wer nichts unternimmt, darf auch auf keinen Beistand hoffen.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bereits in einer Fabel Äsops vom Fuhrmann, der um Hilfe ruft, statt selbst anzupacken.
QuelleÄsop
Siehe auch: Dem Glück muss man nachhelfen. Selbst ist der Mann.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Sprichw.Jeder darf selbst entscheiden, was ihn glücklich macht; oft resigniert gesagt, wenn jemand auf einem Irrtum beharrt.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt. Ursprünglich als Zugeständnis an die Entscheidungsfreiheit gemeint, heute meist resigniert gebraucht.
Themen: LebenVeränderung
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wer Neues wagt, muss Altes lassen. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts. Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Dem Mutigen gehört die Welt.
Sprichw.Wer sich etwas traut, dem stehen die Möglichkeiten offen.
Herkunft: Die Formel geht auf das lateinische „audentes fortuna iuvat“ bei Vergil zurück und ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert in dieser Fassung geläufig.
QuelleVergil
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sprichw.Wer etwas begonnen hat, muss auch die weiteren Schritte gehen und kann nicht auf halbem Weg aussteigen.
Herkunft: Die Formel stammt aus dem Anfangsunterricht im Lesen und ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben schon verloren.
Sprichw.Wer aus Angst vor dem Ende nicht mehr lebt, verliert doppelt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Seneca, der schreibt, wer den Tod fürchte, werde nie etwas tun, das eines Lebenden würdig sei.
QuelleSeneca
Siehe auch: Die größte Angst ist die vor der Angst. Wer im Dunkeln pfeift, hat Angst. Wer die Gefahr kennt, fürchtet sie weniger.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sprichw.Ohne ein gewisses Risiko einzugehen, kommt man zu keinem Gewinn.
Herkunft: Die Formel übersetzt das lateinische „qui audet adipiscitur“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Auch: Wer wagt, gewinnt.
Themen: ErfolgLeichtsinnNeuanfang
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Dem Mutigen gehört die Welt. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Wer nichts fürchtet, ist nicht mutig, sondern unwissend.
Sprichw.Mut setzt voraus, dass man die Gefahr erkennt.
Herkunft: Der Gedanke findet sich bei Aristoteles, der Tapferkeit als Mitte zwischen Furcht und Tollkühnheit beschreibt.
Themen: AngstKlugheit und Dummheit
QuelleAristoteles
Siehe auch: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz Angst. Liebe macht blind. Die Wahrheit liegt in der Mitte.
Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Sprichw.Wer keinen Besitz zu schützen hat, geht auch keine Rücksicht ein.
Herkunft: Der Gedanke ist in der antiken Literatur verbreitet, unter anderem bei Juvenal, der schreibt, der Reisende mit leeren Taschen singe vor dem Räuber.
QuelleJuvenal
Siehe auch: Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Erst wägen, dann wagen.
Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe.
Sprichw.Wer sich alles gefallen lässt, wird ausgenutzt.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert belegt und findet sich in ähnlicher Form in mehreren europäischen Sprachen.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Sprichw.Wer etwas wirklich erreichen will, findet auch die Mittel dazu.
Herkunft: Eine Lehnübersetzung aus dem Englischen, im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Siehe auch: Gesagt, getan. Frisch gewagt ist halb gewonnen.
Kurze Sprichwörter
Erst wägen, dann wagen.
Sprichw.Vor einem Risiko sollte man die Folgen abschätzen.
Herkunft: Der Reim lebt vom Gleichklang der beiden Verben, die ursprünglich beide zur Waage gehören: Wägen ist das Abmessen, Wagen das Aufs-Spiel-Setzen. In deutschen Sammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: VorsichtKlugheit und Dummheit
Siehe auch: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer nie verliert, hat nie gespielt. Wer nichts zu verlieren hat, fürchtet nichts.
Selbst ist der Mann.
Sprichw.Wird gesagt, wenn jemand eine Sache lieber selbst erledigt, als sie anderen zu überlassen.
Herkunft: Die Formel ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und war ursprünglich ein Lob der Selbstständigkeit, nicht der Bastelei.
Auch: Selbst ist die Frau.
Siehe auch: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.
Wein macht kühne Leute.
Sprichw.Alkohol nimmt die Scheu und lässt Menschen wagemutiger auftreten, als sie sind.
Herkunft: In deutschen Sprichwortsammlungen seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Themen: TrinkenLeichtsinn
QuelleSprichwortsammlungen des 16. Jahrhunderts
Siehe auch: Wo der Wein eingeht, geht der Verstand aus. Trunkener Mund tut Wahrheit kund. Der Wein erfindet nichts, er schwatzt es aus.
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